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08.04.2016

19:26 Uhr

Oldtimer-Messe Techno-Classica

Jung sucht Alt

VonMichael Greuel

Ältere Männer mit grauen Haaren und Tweed-Sakkos, die gern in Erinnerungen an die Fahrzeuge aus ihrer Jugend schwelgen: so das Klischee über Oldtimer-Freunde. Doch die Techno-Classica zieht immer mehr junge Liebhaber an.

Ein Futurliner von General Motors von 1939 steht vor der Grugahalle in Essen. Dieses und andere Fahrzeuge werden auf der Techno-Classica vom 6. bis 10. April 2016 gezeigt. dpa

Oldtimer von General Motors

Ein Futurliner von General Motors von 1939 steht vor der Grugahalle in Essen. Dieses und andere Fahrzeuge werden auf der Techno-Classica vom 6. bis 10. April 2016 gezeigt.

EssenEines wurde gleich schon auf der Fahrt mit der U-Bahn 11 vom Essener Hauptbahnhof in die Gruga-Halle deutlich: Vom Klischee, dass die Techno-Classica nur für ältere Männer mit grauen Haaren und Tweed-Sakkos interessant sei, ist nicht mehr viel übrig.

Vielmehr tummelten sich auf dem Weg zur Handelsmesse für Oldtimer und andere Liebhaberfahrzeuge – laut Veranstalter SIHA die größte ihrer Art, rund 2500 Autos stehen zum Verkauf – auch jüngeres Publikum, das teilweise sogar den 30. Geburtstag noch vor sich hat.

Diese Beobachtung macht auch Claus-Henning Guthard. „Der Nachwuchs geht der Branche so schnell nicht aus. Es gibt immer junge Leute, die alte Autos fantastisch finden“, sagt der Verkaufsberater des Böblinger Oldtimer-Händlers Arthur Bechtel Classic Motors, der seine chromblitzenden Oldtimer in Halle 1A ausstellt.

Und das, obwohl die Preise für die Liebhaberstücke seit Jahren steigen. „Die Entwicklung ist schon enorm. Für bestimmte Modell-Typen haben sich die Preise in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Für den dort hinten beispielsweise“, sagt Guthard und zeigt in Richtung Nachbarstand.

Dort steht ein Porsche 911 Carrera RS aus dem Jahr 1973. Weißer Lack, schwarzes Leder, 210 PS. Gerade einmal etwas mehr als 1300 Stück wurden davon zwischen 1972 und 1973 produziert. „Hier auf der Messe wird dafür inzwischen ein Preis von bis zu 750.000 Euro aufgerufen“, erklärt Guthard.

Für manche eine perfekte Wertanlage, für die jüngere Klientel allerdings eher weniger erschwinglich. Doch gebe es trotzdem genügend Autofreunde, die tief ins Portemonnaie griffen, um sich ihren Traum vom Klassiker zu erfüllen.

Teilweise würden sogar abenteuerliche Preise bezahlt. „Da schütteln wir manchmal schon mit dem Kopf, wenn wir sehen, was anderswo bezahlt wird“, sagt Verkaufsberater Guthard. Sein Unternehmen jedoch ist mit dem Verlauf der Messe zufrieden. „Die Frequenz ist hoch, es läuft gut.“

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