Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.06.2012

10:43 Uhr

Oldtimer-Preisentwicklung

Drum prüfe, wer sich ewig bindet    

VonCarl Christian Jancke

Die Preise für hochwertige und rare Classic Cars sind weiter stabil, das zeigt die jüngste Entwicklung der HAGI-Preisindizes. Doch je teurer ein Auto ist, desto wichtiger wird seine Abstammung und Originalität.

Mercedes 500 K: Ursprünglich grün war dieses Exemplar, das am Ende der Kriegswirren in Deutschland konfisziert worden war. Im August 2011 für 3,8 Millionen Dollar versteigert, fristet das Auto nun sein Dasein im Zoll-Depot. Die Familie des Erstbesitzers ließ es bei einem Gastauftritt auf der Essener Oldtimermesse Techno Classica beschlagnahmen, um das Eigentum einzuklagen. Merke: Nichts geht über eine lückenlose und fehlerfreie Dokumentation der Vorbesitzer. PR

Mercedes 500 K: Ursprünglich grün war dieses Exemplar, das am Ende der Kriegswirren in Deutschland konfisziert worden war. Im August 2011 für 3,8 Millionen Dollar versteigert, fristet das Auto nun sein Dasein im Zoll-Depot. Die Familie des Erstbesitzers ließ es bei einem Gastauftritt auf der Essener Oldtimermesse Techno Classica beschlagnahmen, um das Eigentum einzuklagen.

Merke: Nichts geht über eine lückenlose und fehlerfreie Dokumentation der Vorbesitzer.

Berlin/DüsseldorfWer in historische Automobile investiert, sollte auf Nummer Sicher gehen. Dass es sich tatsächlich um das Auto handelt, kann man durch eine Nachfrage beim Hersteller erfragen. Auf Wunsch stellt der auch eine exklusive Expertise, die genau nachweist, welche Farbe und Ausstattung selbst ein Vorkriegswagen hatte. Mercedes-Benz Classic etwa unterhält eines der größten Wirtschaftsarchive Europas und lässt sich den Service etwas kosten. Nicht immer sind die Ergebnisse jedoch nach dem Geschmack des Auftraggebers, wenn es sich um ein wenig originales Fahrzeug handelt.

Noch schlimmer kann es kommen, wenn es beim ein oder anderen Eigentümerwechsel nicht ganz mit rechten Dingen zuging: Ein Mercedes 500 K, der unlängst in den USA für 3,7 Millionen Dollar versteigert wurde, wurde unlängst auf der Essener Oldtimermesse Techno Classica vom Stand weg beschlagnahmt, weil die Erben des Erstbesitzers der Auffassung sind, dass ein amerikanischer Offizier das Auto nach dem Krieg unter nicht ganz geklärten Umständen in seinen Besitz gebracht hätte.



Vor geraumer Zeit wurde in den USA entdeckt, das ein “cleverer” Restaurator aus zwei seltenen BMW 328 drei Exemplare gemacht hat. Drum Augen auf beim Autokauf. Wenn Daten, Zahlen und Zustand stimmen birgt die 250 hohes Potenzial, wenn davor Ferrari und dahinter GTO steht. Anfang des Monats wurde gemeldet, dass ein 250 GTO für 35 Millionen Dollar den Eigentümer wechselte. Gut unterrichtete Kreise vermuten allerdings einen Preis von deutlich unter 30 Millionen Dollar. Aber auch rund 20 Millionen Euro sind eine Hausnummer für diese Rarität, von denen nach Informationen von HAGI stets einige auf dem Weltmarkt zu finden sind.

HAGI-Index weiterhin im Plus

Die HAGI-Index-Familie, mit der die Historic Automobile Group International die Preisentwicklung von insgesamt 50 klassischen Automobilen seit 2009 misst,  hat sich in den vergangenen zwei Monaten leicht uneinheitlich entwickelt.

Im März wurde die legendäre Porsche-Sammlung  des verstorbenen Matthew Drendel versteigert. Ein 917 Can Am erzielte dabei 4,4 Millionen Dollar. Ein 911 RSR Turbo von 1974, der zweimal beim legendären 500-Meilen-Rennen in Daytona gewann, war dem Käufer satte 3,2 Millionen Dollar wert.

Bei zwei unterschiedlichen Rennfahrzeugen des Typs 962 zeigte sich, was die “Race History” und berühmte Fahrer ausmachen. Das eine Fahrzeug wurde für unter einer Million verkauft, das zweite, technisch fast identische Modell brachte den Erben gleich fast zwei Millionen Dollar.


Finanzierung: Was Oldtimer kosten

Finanzierung

Was Oldtimer kosten

Oldtimer mit H-Kennzeichen können günstig sein. Das gilt für Versicherung und Steuer - und bei speziellen Finanzierungskonstruktionen auch für die Anschaffung.

Obwohl Auktionsergebnisse nur zu ca. 30 Prozent in die Preismessung eingehen, kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass die außergewöhnliche Steigerung des HAGI-P-Indexes, mit dem die Wertentwicklung von 14 verschiedenen Porsche-Modellen exemplarisch nachgewiesen wird, im März 2012 mit neun Punkten und mehr als sechs Prozent deutlich stärker wuchs, als der HAGI-Top-Index, in dem zusätzlich 36 weitere Fahrzeuge gelistet sind, er legte von Januar bis März nur um rund vier Prozent zu.

Im April ging der HAGI-P-Index dann um rund ein Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück und entwickelte sich seit Jahresbeginn bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma identisch mit dem Gesamt-Index (HAGI-P: +7,79%, HAGI-TOP +7,82%). Klassische Ferrari konnten dagegen “nur” um 6,25 Prozent zulegen, während die anderen Marken rund zehn Prozent Wertsteigerung von Januar bis April erzielten.

Historic Automobile Group International

Damit lassen sich drei wesentliche Entwicklungen in den vergangenen Monaten feststellen. Die Ferrari-Preise operieren auf höherem Niveau und wachsen etwas langsamer als Porsche-Modelle, von denen die meisten absolut noch deutlich preiswerter sind. Dass die restlichen Fahrzeuge rund zehn Prozent zulegen, ist gegenüber dem langjährigen Mittel von mehr als zwölf Prozent bemerkenswert. Kaufwillige sollten in diesem Marktsegment Vorsicht walten lassen.

Zwischen Fahrspass und Rendite

Video: Zwischen Fahrspass und Rendite

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×