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05.03.2014

15:13 Uhr

Onstar-System kommt von GM

Opel-Modelle bald serienmäßig online

Quelle:Spotpress

Durch die Einführung des E-Call Notrufsystem-Systems wird die Vernetzung des Autos mit dem Internet forciert. Opel bringt seine Technik 2015 flächendeckend auf den Markt – und garniert sie mit Zusatzdiensten.

Opel Onstar - Serienmäßig Online Opel

Das Onstar-System kennt man von GM, bald bringt es neue Multimedia- und Netz-Funktionen in Opel-Fahrzeuge.

Ab 2015 rüstet Opel alle Modelle mit Ausnahme einiger Basisversionen serienmäßig mit LTE-Onlinezugang, Wifi-Hotspot und automatischem Notrufsystem aus. Das bereits von GM in Amerika und China unter dem Namen Onstar eingeführte System soll dann auch in Europa das Auto mit dem Internet verbinden. Hintergrund ist die von der EU beschlossene e-Call-Pflicht.

Neben kabellosem Internet im Auto und dem automatischen Absetzen von Notrufen soll das System dem Kunden auch die Fernabfrage von Fahrzeugdaten ermöglichen.

Per Handy lassen sich dann unter anderem Ölstand und Reifenluftdruck überprüfen. Zudem gibt es einen Lokalisierungsdienst, mit dem das Auto im Falle eines Diebstahls gefunden werden kann.

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Auto und Internet wachsen schnell zusammen. Experten fürchten nicht nur um die Sicherheit der Daten. Es ist auch unklar, wem diese eigentlich gehören.

Weltweit sind laut Opel bereits 6,5 Millionen General-Motors-Kunden bei Onstar registriert. Über die Notruffunktion werden monatlich 4.000 automatische Crashmeldungen abgesetzt. Beginnend mit dem Jahr 2015 sollen derartige E-Call-Systeme nach Willen der EU-Kommission auch in der EU zur Pflicht werden.

Ziel ist es, Verletzte schneller am Unfallort versorgen zu können. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hatte das EU-Parlament im Februar gebilligt.

Onstar soll Opel außerdem künftig über weitere Dienstleistungen zusätzliche Geschäftsfelder eröffnen, wie der Vorstandsvorsitzende Karl Thomas Neumann auf dem Genfer Salon erläuterte. So könnten beispielsweise Kunden günstigere Versicherungsleistungen erhalten, wenn sie sich bei diesem Dienst anmelden.

E-Call: Fragen und Antworten

Was ist E-Call?

Ein automatisches Notrufsystem für Autos. Wenn ein schwerer Unfall geschieht, wählt es automatisch die 112 und übermittelt den Standort des Fahrzeugs sowie die auf Autobahnen wichtige Fahrtrichtung. Außerdem baut es eine Gesprächsverbindung mit der Leitstelle auf. Auch manuell per Knopfdruck lässt sich der Notruf auslösen.

Warum braucht man das?

Die Technologie soll Leben retten. Denn sie könnte einen automatischen Notruf auch dann absetzen, wenn schwer verletzte Unfallopfer nicht mehr telefonieren können. Die EU-Kommission schätzt, dass das System die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erheblich verkürzen kann. 2.500 Leben pro Jahr könnten so gerettet werden.

Was kostet es?

Wenn E-Call erst großflächig eingeführt ist, soll es laut EU-Kommission „deutlich weniger“ als 100 Euro je Neuwagen kosten. Bei Mercedes in der E-Klasse schlägt es derzeit (inklusive Mehrwertsteuer) mit rund 3.000 Euro zu Buche - dann ist es wie bei vielen Herstellern allerdings auch Teil eines umfassenden Audio- und Navigationssystems.

Wenn solch ein System an Bord ist, mache E-Call nur „ein paar Euros“ aus, erklärt ein Experte der EU-Kommission. Auch die Rettungsleitstellen müssten in einigen EU-Staaten noch für den Datenempfang ausgerüstet werden.

Wird der Autofahrer dadurch überwacht?

Darüber wird gestritten. So warnt der Deutsche Anwalt Verein vor dem „gläsernen Autofahrer“ und der Automobilclub von Deutschland (AvD) sieht in E-Call „die technische Grundlage für eine flächendeckende Überwachungsstruktur“. Die Mahner fürchten, dass Daten zu Fahrweise, Tempo und Bremsverhalten nach einem Unfall gegen den Nutzer verwendet werden könnten.

EU-Abgeordnete wollen dem vorbeugen: Sie möchten E-Call als „schlafendes System“ einführen, dass nur bei einem Unfall Daten sendet. Diese Informationen sollen etwa Angaben zur Fahrtrichtung, genutzten Sicherheitsgurten, dem Fahrzeugtyp und dem Unfallzeitpunkt enthalten.

Gibt es das nicht schon?

Ja. Etwa 0,7 Prozent aller Fahrzeuge in der EU haben laut EU-Kommission schon vergleichbare Technik an Bord. Die Opel-Mutter General Motors nimmt für sich in Anspruch, 1996 unter dem Namen Onstar das erste solche System ab Werk eingebaut zu haben. Onstar bot neben Verkehrsinformationen von Anfang an auch die Möglichkeit, einen Notruf abzusetzen. Dank eines eingebauten GPS-Senders ließ sich das Fahrzeug bereits damals orten. Während der Erfolg in Deutschland eher verhalten war, zählt Onstar in den USA, Kanada und inzwischen auch in China mehr als sechs Millionen Kunden. Ford bietet - auch in Deutschland - ein ähnliches System namens Sync an. Mercedes Benz hat im Juni 2012 ebenfalls einen automatischen Notruf eingeführt.

Was kommt noch?

Noch fehlen die verbdinlichen EU-Vorgaben. Das Europaparlament hat am 26. Februar 2014 in Straßburg lediglich seine Position für die anstehenden Verhandlungen mit den EU-Staaten beschlossen. Die Gespräche könnten im Herbst beginnen. Ob die serienmäßige Einführung von eCall bei Autos und leichten Nutzfahrzeugen auf dem europäischen Markt wie geplant im Oktober 2015 klappt, bleibt abzuwarten.

Warum muss es europäische Vorgaben geben?

Die automatischen Notrufsysteme der einzelnen Hersteller decken nicht unbedingt alle EU-Länder ab. Außerdem geht der Anruf derzeit erst an eine Leitstelle, die im Auftrag der Hersteller und dann bei Bedarf an die 112 weiter verbindet, wie die EU-Kommission erläutert. Das ist ein Umweg. Deshalb basteln die EU-Gesetzgeber an Regeln für ein einheitliches System.

Erstmals angeboten wurde Onstar bereits 1996 für amerikanische Cadillac-Modelle. Generell sind derartige Dienste in den USA schon weit verbreitet. Teilweise vergleichbare Technik bieten dort Ford unter dem Namen „My Touch“ und Lexus als „Link“ an. Auch die deutschen Hersteller entdecken zunehmend die Vernetzung für sich, Mercedes etwa führt künftig ein ähnliches Angebot unter dem Dach der neuen Marke „Mercedes Me“ ein.

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