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08.09.2011

10:17 Uhr

Opel Elektro-Zweisitzer

Alternativer Pendler-Blitz für zwei

Quelle:mid

Erst das Audi Urban Concept, dann der VW Nils, - und nun Opel. Eine Zweisitzerstudie ergänzt die alternative Antriebsstrategie der Rüsselsheimer. Denn es soll nicht beim Showcar bleiben.

RüsselsheimDie IAA steht 2011 endgültig im Zeichen der Alternativen Antriebe. Beschränkten sich die Hersteller früher häufig auf reine Schauobjekte, so scheint in diesem Jahr ein neuer Realismus Einzug in die Frankfurter Messehallen gehalten zu haben. Mit Fahrzeugen wie der neuesten Generation des Elektro-Smarts oder dem BMW i3-Konzept zeigen viele Hersteller inzwischen serienreife alternative Fahrzeugkonzepte.

Leichtbau ist angesagt durch Beschränkung aufs Wesentliche: Die Opel-Studie soll rund zwei Drittel weniger wiegen als herkömmliche Kleinwagen. Pressefoto

Leichtbau ist angesagt durch Beschränkung aufs Wesentliche: Die Opel-Studie soll rund zwei Drittel weniger wiegen als herkömmliche Kleinwagen.

Mit einem aufsehenerregenden, batterieelektrischen Konzeptfahrzeug setzt auch Opel, die Marke mit dem Blitz im Logo, auf der Branchenschau mehr als nur optische Akzente: Der zigarrenförmige, futuristische Stadtflitzer, der zwei hintereinander platzierte Insassen beherbergt, wiegt dank konsequenten Leichtbaus zwei Drittel weniger als heutige Kleinwagen, die mindestens eine gute Tonne Gewicht auf die Waage bringen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h wäre er zudem sogar (stadt-)autobahntauglich.

Die Elektro-Zweisitzer-Studie von Opel sieht nicht nur futuristisch aus. Ihr könnte auch schon bald als Serienfahrzeug die Zukunft gehören. Pressefoto

Die Elektro-Zweisitzer-Studie von Opel sieht nicht nur futuristisch aus. Ihr könnte auch schon bald als Serienfahrzeug die Zukunft gehören.

Dass die Opel-Studie keine reine "Design-Spinnerei" ist, die nach der Messe schnell und auf Nimmerwiedersehen in der "Kiste" verschwindet, sondern ein wichtiger Baustein in der alternativen Produktpalette werden könnte, zeigt ein Blick auf die Modellstrategie: Mittelfristig nämlich gehört der Brennstoffzellentechnik nach dem Dafürhalten der Rüsselsheimer Chefentwickler die automobile Zukunft.

Rein batteriebetriebene Elektroautos sieht man bei Opel dagegen seit jeher als Nischenprodukte für den innerstädtischen Einsatz. Aus gutem Grund: Denn die Reichweite der zur Zeit verfügbaren Stromer ist beschränkt – und wird es aus technischen Gründen und aufgrund der fehlenden Ladeinfrastruktur auf absehbare Zeit auch bleiben.

Dass andererseits schon heute viel Bedarf nach emissionsfreier City-Mobilität besteht, zeigt nicht zuletzt der Erfolg des Ampera. Das Elektroauto mit Range Extender legt in der Stadt zwischen 40 und 80 Kilometer rein elektrisch zurück und wird von Testkunden zugleich als vollwertiges Auto ohne Kompromisse bei Komfort und Fahrleistungen wahrgenommen.

Nicht ohne Stolz spricht Opel daher davon, das erste "uneingeschränkt alltagstaugliche Serien-Elektroauto" auf die Räder gestellt zu haben. Die Tatsache, dass für den Stromer bereits Monate vor dem Marktstart europaweit Tausende Vorbestellungen vorliegen, unterstreicht zugleich den Anspruch des Unternehmens, sich in einer Pionierrolle im Sachen emissionsfreier City-Mobilität zu befinden.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h wäre der Elektroflitzer theoretisch sogar autobahntauglich. Pressefoto

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h wäre der Elektroflitzer theoretisch sogar autobahntauglich.

Nach Einschätzung der Rüsselsheimer besitzt auch der kleine Tandem-Zweisitzer aufgrund überschaubarer Produktionskosten hohes Potential für eine baldige Serienfertigung. Ebenfalls für seine Wettbewerbsfähigkeit sprechen die niedrigen Energiekosten, die laut Beispielsrechnung auf ein Euro pro 100 Kilometer kommen sollen. Mit einer auf 45 km/h gedrosselten Variante, wie sie auch Renault bei seinem ab Ende des Jahres für 6.990 Euro erhältlichen Elektrozweisitzer Twizy anbietet, wäre er auch ohne Autoführerschein bereits für 16-jährige fahrbar.

Kleiner, aber feiner Unterschied: Im Gegensatz zum Franzosen verfügt der Rüsselsheimer über komplett schließende Türen. Ein weiterer Punkt, der die IAA-Studie zum perfekten "Einstiegsmodell" in die Welt der Elektromobilität machen könnte.

Von

Markus Henrichs

Kommentare (1)

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Mollemopp

09.09.2011, 12:41 Uhr

Zwei Dinge würden mich interessieren. Zum einen ein Crashtest. Denn der "konsequente Leichtbau" muss irgendwo Tribut zollen. Und zum Anderen die Beispielrechnung, die angeblich 1 Euro pro 100 km ausweisen soll. Leider wird hier immer nur mit Stromkosten gerechnet. Der spätestens alle 3 Jahre fällige Akku wird in den Kosten nicht mit einbezogen. Und wenn die ganze Welt E-Mobile fährt, wo kommt dann der Strom dafür her und was wird uns der Strom dann kosten?? Den Verlust durch Mindereinnahmen bei der Mineralölsteuer werden die Politiker schnellstens ausgleichen. Dann bekommt der Strom für das Laden von E-Mobilen eine Extrasteuer aufgebrummt. Aber erstmal müssen genug Verblödete auf den Zug aufspringen. Danach rammt euch der Finanzminister das Messer in den Rücken. Verlasst euch drauf.

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