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12.07.2012

13:06 Uhr

Opel Kleinwagen Adam

Flucht nach oben

VonFrank G. Heide

Opel kämpft ums Überleben. Bei der Rettung helfen soll Adam. Er ist die Antwort auf die Lifestyle- und Premium-Wagen von Audi, Mini, Fiat. Für den Kleinwagen greifen die Rüsselsheimer tief in die Marketing-Trickkiste.

RüsselsheimErst vor zwei Wochen hatte der Opel-Aufsichtsrat das vom Vorstand vorgelegte umfassende Sanierungskonzept gebilligt, derzeit verhandeln Betriebsrat, IG Metall und Vorstand die Umsetzung. Der Opel-Vorstandsvorsitzende Karl Friedrich Stracke will den angeschlagenen Autobauer mit einem klaren Wachstumsplan sanieren. "Damit haben wir eine gesunde Grundlage, mit der wir neu durchstarten werden," sagte Stracke der "Bild-Zeitung". Statt Werkschließungen und Entlassungen setzt der Konzern dabei auf eine Modelloffensive und Kostenreduktion. "Wir schärfen unsere Marke, setzen auf Export, nutzen clevere Allianzen und verschlanken unsere Produktion. Kurzum: Wir drehen in unserem 150. Jubiläumsjahr jeden noch so kleinen Stein um."

Eckdaten zum Opel Adam

Maße

Der Cityflitzer kommt mit 3,70 Meter Länge und 1,72 Meter Breite daher. Damit ist er etwas länger als der VW Up mit 3,54 Metern und etwa gleich lang wie der BMW Mini. Spurbreite vorne: 1.478 mm, hinten 1.485 mm. Radstand: 2.311 mm

Motorisierung

Der Wagen ist zum Verkaufsstart im Januar 2013 zunächst mit drei Benzinmotoren (1,2-Liter/ 51kW/70 PS, 1,4-Liter/ 64 kW/87 PS und 1,4-Liter/74/100 PS) in Verbindung mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe verfügbar. Alle Aggregate sind auf Wunsch mit Start/Stopp-System erhältlich.

Ausstattung

Der Adam startet mit drei unterschiedlichen Ausstattungen: Jam - unkonventionell, modisch und bunt; Glam - mehr chic und elegant; Slam – sportlich. Kunden können aus einer breiten Palette an Außenlackierungen wählen und sie mit drei Dachfarben kombinieren. Sie haben zudem die Wahl zwischen unterschiedlichen Innenfarben, Dekoren und Dachhimmel-Ausführungen, darunter ein extravaganter "Sternenhimmel" mit LEDs.

Infotainment

Als erstes Fahrzeug der Opel-Flotte ist im Adam das neu entwickelte Infotainment-System verbaut. Via BluetoothTM und USB-Verbindung können Smartphones ins Fahrzeug integriert werden, wie Internet-basierteApplikationen inklusive GPS-Navigation. Es ist sowohl mit Android- als auch Apple iOS-Software kompatibel - eine Neuheit im Segment - und überträgt ausgewählte Smartphone-Inhalte auf einen hoch auflösenden, sieben Zoll großen Farb-Touchscreen. Neben Smartphones können zudem andere mobilen Endgeräte (Massenspeicher) wie MP3-Player, iPodTM oder Tablet-Computer per BluetoothTM, USB und über eine AUX-in-Buchse mit dem System verbunden werden.

Preis

Genaue Zahlen sind noch nicht bekannt. Der Adam soll voraussichtlich für rund 10.000 Euro zu haben sein. Zum Vergleich: Der VW Up kostet mindestens 9.850 Euro, ein Mini rund 21.500 Euro.

Ein Bestandteil der aktuellen Verhandlungen ist eine Job-Garantie in allen Werken bis Ende 2016. "Wer in Deutschland kann sich heute schon an einer Job-Garantie für die kommenden vier Jahre erfreuen? Langfristig gibt es aber nur eine Arbeitsplatzgarantie: Wir müssen nachhaltig Gewinne schreiben," sagt Stracke. Und genau da kommt das Segment der Kleinwagen ins Spiel, die in den vergangenen Jahren immer lifestyliger und Premium-lastiger wurden, sich also an ihren großen Konzernbrüdern orientieren. Kein Großserienhersteller kommt mittlerweile mehr an Kleinwagen im Angebot vorbei. Bei Opel ist das unterhalb des Corsa bislang nur der Agila, und der kann optisch und Imagemäßig mit Mini, A1, Fiat 500 und VW Up nicht mithalten.

Opel bringt im Januar 2013 den 3,7 Meter langen Adam in den Handel. Der Dreitürer begründet eine neue Modellreihe unterhalb des Opel Corsa. Ausschließlich als Dreitürer lieferbar, gibt es den Wagen zunächst mit drei Benzinern, die eine Leistungsspanne von 51 kW/70 PS bis 74 kW/100 PS abdecken. Alle Motoren sind nach Herstellerangaben mit einer Fünfgang-Automatik gekoppelt und können auf Wunsch auch mit Start-Stopp-Funktion bestellt werden. Später soll eine neue Generation kleinerer Benzindirekteinspritzer mit Turboaufladung folgen. Dieselmotoren sind vorerst nicht geplant. Pressefoto

Opel bringt im Januar 2013 den 3,7 Meter langen Adam in den Handel. Der Dreitürer begründet eine neue Modellreihe unterhalb des Opel Corsa. Ausschließlich als Dreitürer lieferbar, gibt es den Wagen zunächst mit drei Benzinern, die eine Leistungsspanne von 51 kW/70 PS bis 74 kW/100 PS abdecken.

Alle Motoren sind nach Herstellerangaben mit einer Fünfgang-Automatik gekoppelt und können auf Wunsch auch mit Start-Stopp-Funktion bestellt werden. Später soll eine neue Generation kleinerer Benzindirekteinspritzer mit Turboaufladung folgen. Dieselmotoren sind vorerst nicht geplant.

Auf VW Up und Toyota Aygo folgt also nun der Opel Adam. Doch der zielt zumindest optisch klar auf Premium-Konkurrenten wie den Audi A1, siehe zweifarbige Lackierung. Die Rüsselsheimer präsentieren ihren Stadtfloh zunächst auf dem Pariser Autosalon (29. September bis 14. Oktober), die Auslieferung auch in den deutschen Handel beginnt dann im Januar 2013.

Mit knapp 3,70 Metern Länge und 1,72 m Breite orientiert sich der Herausforderer an VW Up (3,54 Meter Länge) und Toyota Aygo (3,41 Meter Länge). Der neue Opel-Dreitürer empfiehlt sich aber nicht nur auf Grund seiner kompakten Abmessungen besonders fürs städtische Umfeld. Er ist zum Start zunächst mit drei Benzinmotoren (1,2-Liter/ 51kW/70 PS, 1,4-Liter/ 64 kW/87 PS und 1,4-Liter/74/100 PS) in Verbindung mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe verfügbar. Alle Aggregate sind auf Wunsch mit Start/Stopp-System erhältlich.

Die Armatureneinheit spielt mit Licht und Chromverzierung eigentlich in einer höheren Liga. Pressefoto

Die Armatureneinheit spielt mit Licht und Chromverzierung eigentlich in einer höheren Liga.

Anstelle der bei Opel sonst üblichen, gestaffelten Ausstattungsreihen kommt der neue Adam mit drei unterschiedlichen "Ausstattungswelten" daher, die verschiedene Geschmacksrichtungen bedienen sollen: "Jam" so schreibt das Opel-Marketing, sei "unkonventionell, modisch und bunt", "Glam" mehr "chic und elegant", "Slam" stehe "für die sportliche Richtung".

Und diese drei "Lebenswelten" bilden die Basis für unzählige optische Möglichkeiten zur Personalisierung eines Adam. Kunden können aus einer breiten Palette an Außenlackierungen wählen und sie mit drei Dachfarben kombinieren. Sie haben zudem die Wahl zwischen unterschiedlichen Innenfarben, Dekoren und Dachhimmel-Ausführungen, darunter ein extravaganter "Sternenhimmel" mit LEDs.

Design-Chef Mark Adams ist sich sicher, dass der Lifestyle-Flitzer so viele Kombinationsmöglichkeiten zur Individualisierung bietet, dass es "ziemlich unwahrscheinlich (ist), dass man zwei identische Exemplare zu Gesicht bekommt."

Mit dem Firmengründer Adam Opel hat der Name des VW-Up- und Fiat-500-Konkurrenten unterhalb des Corsa übrigens angeblich nichts zu tun. Dem internationalen Trend entsprechend, mit alten Namen jung aufzutreten, wird er englisch „Ädem“ ausgesprochen. Zunächst lautete der Projektnamen für den Zwerg „Junior", dann kursierte der Namen „Allegra“.

Kleiner Flitzer mit vielen Extras: Opel positioniert den Adam gegen Lifestyle-Modelle wie den Mini oder Fiat 500. Pressefoto

Kleiner Flitzer mit vielen Extras: Opel positioniert den Adam gegen Lifestyle-Modelle wie den Mini oder Fiat 500.

Kommentare (6)

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12.07.2012, 13:12 Uhr

Wenn jetzt noch die Kaufkraft in Deutschland gestärkt, statt geschwächt wird - könnte der kleine Flitzer durchaus Erfolg haben.

Sven

12.07.2012, 13:46 Uhr

Das Grundproblem ist und bleibt doch: es ist nicht "en vogue" einen Opel zu fahren. Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich niemanden der bisherigen Opelfahrer die sich wieder einen Opel gekauft hatten. Opel ist einfach keine begehrenswerte Marke, und wer "billig aber schön" möchte kauft sich gleich einen Kia o.ä.

Account gelöscht!

12.07.2012, 14:47 Uhr

Adam? Wenn das Adam ist, möchte ich Eva erst gar nicht kennen lernen.
Zum Glück muss sich Adam Opel das Drama nicht mit anschauen.

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