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11.03.2013

12:40 Uhr

Pannenstatistik

Elektronik-Pannen bremsen Lastwagen

Quelle:MID

Lastwagen und Lastzüge bleiben immer häufiger wegen Schäden an der Elektrik oder Elektronik liegen. Doch auch die Motorschäden nehmen zu.

ADAC TruckService im Einsatz. PR

ADAC TruckService im Einsatz.

LaichingenLastwagen und Lastzüge bleiben immer häufiger wegen Schäden an der Elektrik oder Elektronik liegen. Laut der Lkw-Pannenstatistik des ADAC TruckService waren im Jahr 2012 Elektronik-Defekte die häufigste Pannenursache. Gleichzeitig verzeichneten die ADAC-Fachleute ein überdurchschnittliches Ansteigen von Motorschäden im Jahresvergleich. Für das Elektrik- und Elektronikversagen sind meistens Probleme mit Batterie, Lichtmaschine oder dem Beleuchtungssystem verantwortlich.

Tipps für ein langes Auto-Leben

Öl regelmäßig wechseln

Autobauer geben vor, wie oft das Öl des eigenen Fahrzeugs gewechselt werden muss. Auch welche Sorte und Viskosität die richtige ist, findet man in den Hersteller-Informationen. An diese Vorgaben sollten sich Fahrzeugbesitzer dringend halten, denn Motoröl schmiert nicht nur - auch Metallpartikel und Verbrennungsrückstände lagern sich mit der Zeit darin ab.

Inspektionen nach Wartungsplan

Bei Inspektionen sollten die Wartungspläne des Herstellers genau eingehalten werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle möglichen Schwachstellen überprüft und gegebenenfalls auch gefunden werden können. Außerdem wichtig: Der Zahnriemen des Autos sollte regelmäßig ausgetauscht werden.

Langsam "Warmfahren"

Auf den ersten Kilometern sollten Autofahrer den Motor mit relativ niedriger Drehzahl warmfahren. Der Grund: Der Motor besteht aus verschiedenen Materialien, die sich nach dem Kaltstart unterschiedlich schnell erwärmen und demzufolge auch ausdehnen. Zu schnelles Aufs-Gas-Drücken könnte also dazu führen, dass der Kolben nicht mehr in den Zylinder passt und klemmt. Hinzu kommt, dass auch das Öl nach dem Start noch kalt und zähflüssig ist - es braucht also eine gewisse Zeit, um zu den Schmierstellen gepumpt zu werden.

Motor abkühlen lassen

Turbomotoren können sich sehr stark erhitzen. Damit das Öl nicht an der Achse des Turbinenrades verkohlt und die Ölkanäle verstopft, sind Fahrer gut beraten, wenn sie den Motor ein paar Minuten im Leerlauf abkühlen lassen.

Kurzstrecken und Kaltstarts vermeiden

Beim Kaltstart eines Verbrennungsmotors wird das Kühlwasser und Öl nicht vorgewärmt. Auch im Schmierölkreislauf kann vorher kein Druck aufgebaut werden. Die hohen Temperaturunterschiede belasten den Motor. Unnötige Kaltstarts und Kurzstrecken sollten aus diesen Gründen vermieden werden.

Drehzahlen im Auge behalten

Wird ein kaltes Triebwerk zu hoch gedreht, führt das zu Verschleißerscheinungen. Wer permanent mit voller Leistung fährt, wird auch trotz behutsamen "Warmfahrens" und regelmäßigem Ölwechsel mit mehr Abnutzungserscheinungen rechnen müssen. Aus diesem Grund sind Drehzahlen im mittleren Bereich zu empfehlen.

Durchlüftung

Auch wenn das Merkmal "Garagenwagen" bei Gebrauchtwagenkäufern gern gesehen ist, trocknen nasse Fahrzeuge aufgrund der mangelnden Belüftung in Garagen meist langsamer - vor allem in den Zwischenräumen. Besser aufgehoben sind Autos in einem Carport.

Reinigung

Die Schmutz- und Rostnester eines Autos liegen meist im Verborgenem. Deswegen sollte bei einer Reinigung wirklich gründlich vorgegangen werden. Dabei sollten vor allem die Tür- und Haubenkanten, die Radläufe und der Unterboden nicht vergessen werden.

Hohlraumkonservierung

Wer seinem Fahrzeug ein langes Leben bescheren möchte, sollte Hohlräume und den Unterboden vor Rost schützen. Am besten geht das mit Wachs oder Fett.

"Reifenschonend" fahren

Wer ständig über Bordsteine und durch Schlaglöcher brettert, setzt nicht nur den Reifen seines Autos ordentlich zu, sondern auch eine Achse wird das auf Dauer kaum unbeschadet aushalten können. Deswegen ist bei solchen Hindernissen Vorsicht gefragt.

Die häufigsten Ursachen für Motordefekte sind Anlasser, Keilriemen oder Schäden an Schläuchen. Neue Rekordwerte erreichte 2012 die Anzahl der Pannenursachen. 2009 verteilten sich die drei größten Pannenarten noch auf 50 unterschiedliche Auslöser. Im vergangenen Jahr lag die Ursachenmenge bereits bei rund 60 Defektursachen. Der ADAC TruckService führt dies auf den Einsatz von immer komplexeren Einzelkomponenten zurück. Der Lkw-Hilfsdienst des Autoclubs verzeichnete für 2012 insgesamt rund 105.000 Einsätze.

Wissenswertes über Motoröl

Wozu benötigt ein Verbrennungsmotor Öl?

Öl ist der Schmierstoff des Motors. Es sorgt für einen leichten Lauf und ein reibungsarmes Zusammenspiel der beweglichen Teile im Motor. Das Motoröl dient auch zur Feinabdichtung zwischen Kolben, Kolbenringen und Zylinderlaufflächen. Und es hat einen kühlenden Effekt: Es senkt die Temperatur von Teilen, an die das Kühlmittel nicht herankommt - zum Beispiel die Kolben. Öl sorgt außerdem dafür, dass Motorteile von Verbrennungsrückständen gereinigt werden.

Wie viel Öl verbraucht ein Auto?

Laut den Erfahrungswerten der Sachverständigenorganisation KÜS beträgt der Ölverlust zwischen 0,5 und 1 Liter auf 1.000 Kilometer. Wie hoch er genau ist, hängt unter anderem von der Dichtigkeit der Kolbenringe, der Zylinderzahl und dem Hubraum ab. Ein Bugatti Veyron mit 16 Brennkammern wird mehr Öl benötigen als ein Dreizylinder im Peugeot 208.

Wie wird der Ölstand überprüft?

Bei modernen Autos wird der Ölstand automatisch überwacht. Dennoch sollte der Stand nach einer Faustformel des AvD bei jeder zweiten Betankung manuell überprüft werden. Dabei wird der Wagen auf einer geraden Fläche abgestellt. Dann den Messstab herausziehen, abwischen, wieder vollständig einschieben und erneut herausziehen. Anhand der Markierungen am Messstab kann der Ölstand abgelesen werden.

Wann ist ein Ölwechsel an der Reihe - und warum?

Die Intervalle für den Ölwechsel gibt der Hersteller vor. Aufgrund voranschreitender Technik bei Motoren und Ölen werden sie immer größer. Dennoch unterliegt Motoröl grundsätzlich dem Verschleiß: Verbrennungsrückstände wie Ruß oder Schwefeloxide und der Motorabrieb können es zum Beispiel verunreinigen. Auch kann es zu einer Verdünnung kommen - zum Beispiel durch unverbranntes Benzin bei häufigen Kaltstarts von Ottomotoren. Im schlimmsten Fall entstehen dadurch Antriebsschäden.

Sollte der Ölfilter beim Ölwechsel gleich mit erneuert werden?

Nahezu synchron zum Öl verschmutzt auch der Ölfilter, da er Verschmutzungen des Schmierstoffs auffängt. Experten empfehlen deshalb, den Filter zeitgleich mit dem Öl auszutauschen.

Welches Öl sollte verwendet werden?

Unterschiedliche Motorkonzepte stellen grundsätzlich individuelle Anforderungen an das Motoröl, so der ADAC. Informationen zur vorgeschriebenen Ölsorte finden sich in der Betriebsanleitung des Fahrzeuges. Alternativ geben Fachwerkstätten Auskunft. Bei der Auswahl des Motoröls sollte man sich auch zur Sicherung der Garantieansprüche immer an die Herstellervorgaben halten und dann erst am Preis orientieren.

Worin liegt der Unterschied zwischen Ein- und Mehrbereichsöl?

Öl ist bei Kälte dick und bei Hitze dünn. Auch bei den veralteten Einbereichsölen für Fahrzeugmotoren ist das so, sie sind also nur für bestimmte Umgebungstemperaturen geeignet. Deshalb stand früher im Herbst und Frühjahr der obligatorische Ölwechsel an. Sogenannte Mehrbereichsöle behalten ihre Schmiereigenschaft in der Regel unabhängig von der Außentemperatur.

Was sind Leichtlauföle und warum lässt sich durch sie Sprit sparen?

Leichtlauföle verringern im Vergleich zu herkömmlichen Mehrbereichsölen durch verbesserte Fließeigenschaften nochmals die Reibung im Motor. Laut ADAC sinkt der Spritverbrauch durch die Verwendung von Leichtlaufölen im Kurzstreckenverkehr um vier bis sechs, bei Überlandfahrten bis zu vier, auf der Autobahn um bis zu zwei Prozent.

Was ist von Ölzusätzen aus dem Zubehörhandel zu halten?

Modernen Motorölen werden schon bei der Herstellung spezielle Additive zugefügt - etwa, um die Viskosität möglichst unabhängig von der Umgebungstemperatur zu machen. Universelle Zusätze, wie es sie im Zubehörhandel gibt, können dieses Gleichgewicht stören und im Extremfall zu Motorschäden führen. Autohersteller lehnen solche Ölzusätze deshalb strikt ab. Kann bei einem Schaden der Zusammenhang mit Zusätzen bewiesen werden, übernehmen Autobauer keine Haftung. Garantien und Gewährleistungen gelten dann nicht mehr.

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