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08.09.2012

10:06 Uhr

Pariser Autosalon

Mercedes B-Klasse mit Erdgas

Quelle:MID

Mercedes bietet den B 200 als Erdgasversion an. Die 156 PS starke B-Klasse wird ihre Premiere auf dem Pariser Autosalon in diesem Monat feiern. Anfang des nächsten Jahres kommt die neue B-Klasse-Version zum Händler.

Mercedes bietet die B-Klasse ab Anfang 2013 auch als umweltfreundliche Erdgasversion an. Pressefoto

Mercedes bietet die B-Klasse ab Anfang 2013 auch als umweltfreundliche Erdgasversion an.

StuttgartMit einer neuen Version wertet Mercedes seine B-Klasse auf. Auf dem Pariser Autosalon (29. September bis 14. Oktober) präsentieren die Stuttgarter das Familienauto als B 200 Natural Gas Drive, was nichts anderes bedeutet, als Erdgasantrieb. Die 156 PS starke Umweltvariante der B-Klasse ist zum Anfang des nächsten Jahres erhältlich.

Als erstes Modell der neuen B-Klasse wird der B 200 mit Vierzylindern, zwei Liter Hubraum und 156 PS dazu genutzt, dank Erdgasantrieb besonders umweltfreundlich und sparsam unterwegs zu sein. Dank seiner speziellen Bodenkonstruktion, unter der Rückbank gibt es einen doppelten Boden, bietet die B-Klasse eine ideale Möglichkeit, die Tanks für die insgesamt 125 Kilogramm Erdgas unterzubringen.

Auto-Antriebe

Verbrennungsmotor

Billiges Öl in den USA und der Beginn der Massenmotorisierung durch Ford haben dem „Verbrenner“ zum Durchbruch verholfen. In verschiedenen Varianten treibt er heute beinahe alles an, was fährt. Ob Ottomotor oder Dieselmotor, beide Aggregate werden vor allem mit fossilen Brennstoffen, also Produkten aus Erdöl betrieben. Doch die Technik lässt je nach Modifikation auch anderen Treibstoff zu, etwa Alkohol, Biodiesel, Gase oder gar Frittenfett. So kann der Verbrenner auch ein alternativer Antrieb sein.

Autogas und Erdgas

Der Antrieb mit Autogas funktioniert nach einer technischen Umrüstung in fast allen Benzinmotoren. Die kostet je nach Modell einige tausend Euro. Der günstigere Preis für das Gas spart zwar Geld, die Investition rechnet sich meist aber nur für Vielfahrer. Autogas (LPG) ist allerdings nicht an allen Tankstellen zu haben, zudem schmälert der Zusatztank meist den Platz im Kofferraum. Ist der Gastank leer, fährt der Motor mit Benzin weiter.

Eine andere Möglichkeit ist Erdgas, das ebenfalls in einem herkömmlichen Ottomotor verbrannt wird. Autos mit Erdgas-Antrieb finden sich häufiger in größeren Flotten oder auch in Bussen. Auch hier ist das Tankstellennetz noch nicht flächendeckend. Ein redaktionelles Special zu diesem Thema finden Sie hier.

Hybrid

Autos mit Hybrid-Antrieb haben beides an Bord: einen Verbrennungs- und einen Elektromotor. Dabei gibt es mehrere Varianten wie sogenannte „milde“, „volle“ und Plug-in-Hybriden. In der „milden“ Variante wird die Batterie etwa mit der Bremsenergie aufgeladen und greift dem Verbrennungsmotor unter die Arme. Ein Vollhybrid kann auch rein elektrisch fahren, die Batterie wird während der Fahrt mit dem Benziner geladen, auch wird Energie beim Bremsen erzeugt. Der Plug-in-Hybrid schließlich kann an der Steckdose geladen werden, was seine Reichweite beim elektrischen Fahrbetrieb verlängert. Mehr zum Thema Hybrid und Elektro-Auto lesen Sie hier.

Elektromotor

Reine Elektroautos sind zurzeit noch echte Raritäten auf den Straßen der Welt, obwohl sie in den Anfangsjahren des Automobils schon einmal breiter vertreten waren als Verbrennungsmotoren. Sie werden von Batterien gespeist und kommen ganz ohne fossile Energieträger aus - wenn man davon absieht, dass der Strom oft aus Kohle, Gas oder Atomkraft gewonnen wird. Viele Hersteller forschen derzeit an E-Autos und verfolgen dabei etliche verschiedene Ansätze. So werden etwa herkömmliche Fahrzeuge umgebaut oder ganz neue Konzepte speziell für den Stromantrieb entwickelt.

Dabei hat der Antrieb eine lange Geschichte und ist alles andere als eine neue Idee. Bereits in der Frühzeit der Automobilgeschichte gab es „Stromer“, bei kleinen Lieferwagen erhielt sich der Antrieb. Billiges Öl und wachsender Bedienkomfort verhalfen dem Verbrenner aber zum Durchbruch. Nun erlebt die E-Technik eine Wiedergeburt. Das größte Problem dabei ist die Speichertechnik, sprich die Batterien. Mehr zum Thema Hybrid und Elektro-Auto lesen Sie hier.

Brennstoffzelle

Für Ingenieure ist sie die Krönung des Antriebs - lautlos, leistungsstark und aus dem Auspuff strömt nur Wasserdampf. Die Brennstoffzelle treibt bereits U-Boote an, auch Versuchsautos gibt es längst. Dennoch ist Technik noch lange nicht für den Massenmarkt bereit. Ungeklärt ist etwa die Frage, wie der Wasserstoff energieeffizient und umweltschonend gewonnen werden kann. Auch technisch gibt es noch viel zu klären, vom Ausbau des nötigen Tankstellennetzes einmal ganz zu schweigen. Trotzdem halten viele Experten die Brennstoffzelle für den Königsweg und das batteriegetriebene E-Auto für nicht viel mehr als einen Zwischenschritt in der Entwicklung der Mobilität der Zukunft.

Durch diese Platzierung bleibt der gesamte Kofferraum mit einem Volumen von 595 Liter erhalten. Das Erdgas wird in insgesamt drei unterschiedlichen Behältern aufbewahrt, ein großer und zwei kleine. Dazu kommt noch ein Benzintank mit zwölf Litern Inhalt, der bei Erdgasmangel im Notfall automatisch dazugeschaltet wird und den Motor von Gas- auf Benzin-Betrieb umstellt. Dieser Vorgang funktioniert automatisch. Der Pilot kann keine manuelle Umschaltung vornehmen. Dies geschieht aus steuerlichen Gründen, denn nur so kann der Mercedes B 200 Natural Gas Drive auch als reines Erdgasfahrzeug eingestuft werden. Als Verbrauch gibt Mercedes 4,2 kg pro 100 Kilometer an, was einer CO2-Emission von 115 Gramm je 100 Kilometer entspricht. Mit vollen Tanks ergibt sich somit eine Reichweite von rund 500 Kilometern.

Angeboten wird die Erdgas-B-Klasse sowohl mit einem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe oder einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Im Bestfall beschleunigt der Fronttriebler in 9,2 Sekunden auf 100 km/h und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Im Innenraum haben die Mercedes-Verantwortlichen die Funktion des Reiserechner-Menüs im Kombiinstrument erweitert. Es zeigt den jeweiligen Betriebsmodus an. Zusätzlich wird der Fahrer im Benzinbetrieb genau über die vorhandene Benzinmenge und die Restreichweite informiert. Äußerlich sorgt ein neuer Stoßfänger mit LED-Tagfahrlicht für eine Unterscheidung zu den übrigen Modellen der B-Klasse.

Kommentare (2)

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08.09.2012, 22:59 Uhr

Hallo, waren Liter wohl gemeint.
"insgesamt 125 Kilogramm Erdgas unterzubringen"

Jutta

09.09.2012, 14:38 Uhr

Nein, bei Gas spricht man von Kilogramm. Da es sich bei Erdgas um einen gasförmigen Kraftstoff handelt, darf komprimiertes Erdgas (CNG) nach dem Eichgesetz nicht nach Litern oder Kilowattstunden, sondern nur in Gewichtmengen (Kg) verkauft werden.

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