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09.08.2012

13:30 Uhr

Peugeot-Citroen (PSA)

Produktionsstopp für Elektroautos

Quelle:MID

Wegen geringer Nachfrage nach den PSA-Elektroautos Citroen C-Zero und Peugeot iOn stehen nun vorübergehend die Bänder still, wie das Branchenblatt „Automotive News Europe“ mitteilt.

E-Auto Peugeot iOn Pressefoto

E-Auto Peugeot iOn

Rennes/FrankreichWegen geringer Nachfrage nach den PSA-Elektroautos Citroen C-Zero und Peugeot iOn stehen nun vorübergehend die Bänder still, wie das Branchenblatt „Automotive News Europe“ mitteilt. Die Fahrzeuge werden bei Mitsubishi im japanischen Mizushima gebaut und sind baugleich mit dem Mitsubishi i-MiEV. Für den i-MiEV hatte der Hersteller unlängst erst den Preis wegen günstigerer Batteriekosten um 5.000 Euro reduziert.

PSA hat gemäß dem Marktforschungsunternehmen Jato Dynamics in den ersten sechs Monaten 2012 gerade einmal 935 C-Zero und 852 iOn in Europa abgesetzt. Wann die Produktion wieder anrollen soll, ist noch ungewiss.

Derweil hatte Renault über seinen Elektro-Kabinenroller unlängst mitgeteilt, allein innerhalb der ersten zwei Monate seit Marktstart seien 1.000 Fahrzeuge verkauft worden. Renault teilte aber nicht mit, wie hoch dabei der Anteil von Firmen- und Privatkunden war. Der Twizy kostet 7.960 Euro, dazu kommt eine monatliche Pauschale für die Batteriemiete zwischen 50 und 72 Euro.

Es also wohl unübersehbar, dass staatliche Förderung einer der wichtigsten Faktoren zur Entwicklung der Märkte für Batterie-betriebene Elektrofahrzeuge bleibt. Doch die Verbraucher müssten lernen, solche Fahrzeuge auch zu mögen, so lautet ein Fazit der Studie „Battery Electric Vehicles (BEV) – Market Analysis, Competitive Landscape and Forecast to 2020“ des britischen Marktforschungsunternehmens GlobalData.

Aktuell kommen nach dieser Studie Elektrofahrzeuge nur als Zweitwagen in Betracht, weil die Reichweite begrenzt, das Transportvolumen zu gering und die Auswahl zu schmal sei. Daher sei die staatliche Förderung solcher Fahrzeuge aktuell der wichtigste Markttreiber, und dies werde bis zu einer einsetzenden Verbrauchernachfrage auch weiterhin so bleiben.

Unterstützung durch finanzielle Hilfen und andere Anreize seien weiterhin nötig, um Aufmerksamkeit für diese Fahrzeuggattung zu schaffen. Erst wenn überhöhte Preise, fehlende Bekanntheit und schwache Infrastrukturen beseitigt seien, könnte die Verbrauchernachfrage das Marktgeschehen bestimmen. Mit dem Einsetzen einer solchen Marktlage sei nicht vor Ende des Jahrzehnts zu rechnen, so die britischen Forscher.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

09.08.2012, 14:21 Uhr

Nicht Vernunft, sondern Markt!
Es wäre vernünftig, mit der Elektroautoproduktion gar nicht erst zu beginnen, bevor die Randbedingungen geklärt sind, sprich:
Preis dieser Ware, Kaufverhalten, Umweltbelastung ff.
Nun entscheidet der Markt - und es stellt sich das heraus, was ebenso vorher hätte analysiert werden können.
Fazit ist, dass E-Autos zu teuer sind und umweltverschmutzend (weil das Mehrfache an Energie genaus schmutzig, nur woanders verballert wird).
Der Artikel sagt es: E-Autos sind teure Spielzeuge, höchstens als Zweitauto für die Ehefrauen sehr Reicher vorstellbar (Mittelverdiener können sich das nicht leisten).

Warum erst jetzt diese Erkenntnis? Ist Peugeot stark genug, solche Fehlentscheidungen zu verkraften? Offenbar nicht, das zeigt deren Bilanz. Die europäische Wirtschaft baut sich selbst ab.

Bengel01

09.08.2012, 17:33 Uhr

Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu, alles was sich zum Thema E-Auto bislang abgespielt hat, war/ist nahezu ausschließlich ideologisch getrieben.

Weitblick

09.08.2012, 21:39 Uhr

Nun ... alle Exemplare basieren auf dem MITSUBISHI I-MIEV. Dieses Auto ist grottenhäßlich; sein Partnermodell der I-MIEV SPORT, dagegen durchaus "hübsch" und sportlich:
http://www.youtube.com/watch?v=NJapWcLOqVo

Es ist und bleibt ein Rätsel, warum der I-Miev nicht in der attraktiveren Bauform an den Start ging. Das ist der Kardinalfehler der Elektromobilität, die E-Mobile aufgrund der höhere Kosten "zu sparsam im Außen- und Innendesign" zu bauen und stattdessen "Behelfsdesigngurken" auf den Markt zu bringen.

SONY machte den Fehler mit der PLAYSTATION III nicht; zum Erscheinungszeitpunkt vor vielen (!) Jahren war der Player bereits mit einem Blueray-Laufwerk ausgerüst. Ein Novum ... ein klassisches "Nur"-Abspielgerät war wesentlich teurer; hier war Abspielen und Spielcomputer in einem Gerät. Würde das auf das Auto übertragen .... ... ... ... .

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