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17.12.2012

11:54 Uhr

Pfeffer für den Absatz

Cayenne erobert Pole-Position bei Porsche

Nach der Krise in den 1990er Jahren hat sich Porsche neu erfinden müssen. Mit dem Cayenne wagte man sich ins Segment geländegängiger Dickschiffe. Der Vorstoß wurde zum Erfolg, und zum Beweis, dass man zu VW passt.

Zehn Jahre nach seiner Einführung hat sich die Porsche-Baureihe Cayenne zum heimlichen Star der Stuttgarter Sportwagenschmiede entwickelt. dpa

Zehn Jahre nach seiner Einführung hat sich die Porsche-Baureihe Cayenne zum heimlichen Star der Stuttgarter Sportwagenschmiede entwickelt.

StuttgartZehn Jahre nach ihrer Einführung bestimmt die Porsche-Baureihe Cayenne immer stärker die Absatzstatistiken der Stuttgarter Sportwagenschmiede. Knapp 429.000 Mal verkaufte Porsche die Geländelimousine seit deren Start im Dezember 2002, wie die VW-Tochter auf dpa-Anfrage mitteilte. In der Bilanz des laufenden Jahres (elf Monate) liefert der Cayenne 53 Prozent des Porsche-Absatzes, Tendenz steigend.

Der Einstieg ins Segment der geländegängigen Mehrzweckfahrzeuge markiert bei Porsche auch eine Zäsur. Mit dem Klassiker 911 und dem Mitte der 1990er Jahre gestarteten Boxster stand die Marke lange Zeit für Luxusflitzer - schnittig, aber eben auch eng und ohne viel Platz.

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Mit dem Cayenne S Diesel demonstriert Porsche, dass sich Effizienz und Sportlichkeit nicht ausschließen. Der V8-Turbodiesel ermöglicht Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau, kommt aber mit 8,3 Liter Diesel aus.

Dann, im Zuge des Firmenumbaus nach der Beinahe-Pleite in den 1990er Jahren, läutete der Cayenne eine neue Ära ein. Die in der Regel wohlhabende Porsche-Klientel bekam in Zuffenhausen plötzlich auch ein Angebot, in das das Golf- und Skigepäck der Familie passte oder das Pferdeanhänger und Boote zog. Und die Bodenfreiheit freute nicht nur Jäger oder Offroad-Fans - Geländelimousinen (SUV) mit erhöhtem Sitz und guter Rundumsicht sollten ganz generell ein Trend werden, wie die Zulassungsstatistiken in Deutschland zeigen.

Die Geländelimousine ist zudem eine Geschichte über den Erfolg von Kooperationen mit Volkswagen. Der Cayenne wird anfänglich wie der VW-Touareg im VW-Werk Bratislava (Slowakei) gebaut. Im Porsche-Werk Leipzig erfolgt die Komplettierung. Der Wert der Gleichteile beider Fahrzeuge liegt Expertenschätzungen zufolge bei rund drei Vierteln. Mit dem kleinen Cayenne-Bruder Macan, der in gut einem Jahr auf den Markt kommen wird, will Porsche den SUV-Erfolg wiederholen.

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Die kostensparende Gleichteilestrategie mit VW, wo Porsche seit diesem Sommer komplett unter dem Konzerndach angesiedelt ist, wird dabei fortgeführt, auch mit Hilfe der VW-Tochter Audi und deren „Q“ genannten SUV-Reihe. „Der Gleichteileanteil zwischen Macan und Audi Q5 dürfte über 75 Prozent liegen“, sagte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. So lässt sich gut sparen - je mehr Volumen gemeinsam entsteht, desto höher sind die Spareffekte - und am Ende auch die Margen.

Bisher setzte Porsche in diesem Jahr 68.435 Cayenne ab, das sind gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum 23 Prozent Plus. Im jüngsten Vergleich der Monate November kam der Cayenne sogar auf 50 Prozent Absatzzuwachs.


Von

dpa

Kommentare (4)

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darkstar242

18.12.2012, 16:41 Uhr

Jaja, das waren noch Zeiten, als Porsche ein SPORTWAGEN-Hersteller war. Die waren zwar auch eher hochpreisig, aber nicht primär als Protzmodelle für russischen oder asiatischen Geldadel gedacht.
Ausserdem werden auch in diesem Artikel gerne die Erfolgsmodelle 924/944 ignoriert. Diese Baureihe war damals sehr erfolgreich und hat Porsche das Leben gerettet. Und in die hat auch das Golfgepäck gepasst (nicht, dass ich sowas hätte). Und in eben diesen Modellen gab es auch schon damals die Gleichteilestrategie. Also, nix neues also. Nur, dass eben auch der 924/944 ein Sportwagen war (heute wirkt so ein Modell neben einem Golf noch zierlich!) und kein Blechpanzer wie der Cayenne oder der Panamera!

guido.wirtz

18.12.2012, 21:04 Uhr

In der Tat wird es interessant zu sehen sein, wann Porsche seinen Nimbus als Sportwagenschmiede verlieren wird. In den neueren Exportmärkten Russland und China ist Porsche bereits heute "nur noch" Luxusautohersteller. Schade.
"Fährt 'nen Porsche", sorgte früher für klare Verhältnisse, heute für die Frage: "einen aus der Nutzfahrzeugabteilung oder noch 'nen richtigen?"

Account gelöscht!

18.12.2012, 21:22 Uhr

Porsche ... Porsche .... Porsche ... da war doch mal was!? .... ach ja! Das ist doch der ehemalige Sportwagenhersteller, der mal mit Ferrari in einem Atemzug genannt werden konnte, dann aber leider zu einem SUV-Hersteller wurde und dann unter VW zur Unkenntlichkeit verwässert wurde. Danke Herr Piech! :-(

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