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19.02.2014

10:34 Uhr

Pkw-Markt China

Aufstieg der Schnäppchen-Shopper

Quelle:Spotpress

Chinas Autokäufer werden immer mächtiger. Weil das Angebot an Modellen explodiert, müssen die Fahrzeughersteller um jeden einzelnen Kunden kämpfen. Oft mit Rabatten und Sonderaktionen.

"Elysee" heißt diese vom Joint-Venture Peugeot-Citroën Automobile Limited (DPCA) in Wuhan gefertigte Limousine für den chinesischen Automarkt, die 2013 vorgestellt wurde. AFP

"Elysee" heißt diese vom Joint-Venture Peugeot-Citroën Automobile Limited (DPCA) in Wuhan gefertigte Limousine für den chinesischen Automarkt, die 2013 vorgestellt wurde.

Der unerfahrene, auto-hungrige chinesische Neuwagenkäufer ist Vergangenheit. Stattdessen hat sich im Land der Mitte eine besonders clevere Art Kunde herausgebildet: der Schnäppchen-Shopper. So fasst das Marktforschungsunternehmen TNS die Ergebnisse seiner aktuellen Studie zusammen.

Rund 80 Prozent der Chinesen haben ihr Auto zuletzt im Rahmen von Sonderangeboten oder Spezialaktionen gekauft, in der Regel also mit irgendeiner Form von Rabatt. 2012 waren es nur 43 Prozent. Auf Marken und Modelle achten sie dabei nur wenig: 90 Prozent der Autokäufer wechseln zwischen dem Beginn ihrer Suche und dem endgültigen Kauf ihre ursprünglichen Präferenzen hinsichtlich des Wunschautos mindestens einmal.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Kurzfristig umgestimmt werden sie dabei vor allem der Werbung, sowohl in klassischer Form als auch über soziale Medien. Generell nehmen Internet, Facebook und Co. eine wichtige Rolle ein. Rund 51 Prozent der Chinesen geben an, sich von negativen Kommentaren in Online-Foren vom Kauf eines bestimmten Fahrzeugs abhalten zu lassen.

Dass Chinas Autokäufer immer mehr zu fröhlichen Opportunisten werden, denen die im Westen vorherrschende Markenloyalität wenig bedeutet, hat vor allem mit dem rasant wachsenden Angebot zu tun. Die Zahl der verfügbaren Automarken ist in den vergangenen zehn Jahren um 400 Prozent gewachsen.

Aktuell haben die Käufer die Wahl zwischen 460 unterschiedlichen Modellen; in den nächsten fünf Jahren werden 155 weitere dazukommen. Die Auswahl ist also gigantisch. Der Druck auf die Hersteller, sich in dem unübersichtlichen Markt zu positionieren, ebenfalls. Die Schnäppchen-Shopper dürfte es freuen, wird doch das Rabattniveau eher weiter steigen als sinken.

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