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02.12.2014

13:29 Uhr

Polo mit 34 Prozent Nachlass

VW-Händler heizen die Rabattschlacht an

VonFrank G. Heide

Verramschen VW-Händler den Polo? 34 Prozent Preisnachlass auf den Kompaktwagen, mit denen in Zeitungsanzeigen geworben wird, erscheinen rekordverdächtig. Und werfen die Frage auf, was Listenpreise noch wert sind.

Der Anteil des Privatkunden am deutschen Neuwagenmarkt sinkt. Ausdruck der Marktsättigung sind auch permanente Rabattaktionen und hohe Eigenzulassungsquoten von Herstellern und Händlern. PR

Der Anteil des Privatkunden am deutschen Neuwagenmarkt sinkt. Ausdruck der Marktsättigung sind auch permanente Rabattaktionen und hohe Eigenzulassungsquoten von Herstellern und Händlern.

DüsseldorfDie Rabatte auf dem deutschen Automarkt haben im November, getrieben vom marktbestimmenden Volkswagen-Konzern, das höchste Niveau seit mehr als fünf Jahren erreicht. So das Fazit der monatlichen Auswertung des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Das Institut beobachtet seit Jahren die Preis- und Rabattentwicklung auf dem deutschen Automarkt und wertet diese mit wissenschaftlichen Methoden aus.

Privatkunden kauften immer mehr Tageszulassungen, stellt Institutsleiter Professor Ferdinand Dudenhöffer fest, und reguläre Neuwagenkäufe verlören weiter an Marktanteil. „Die hohen Rabatte“, stellt der Autoexperte fest, „sind ein Zeichen dafür, dass auch in den kommenden Monaten mit schwacher Autokonjunktur in Deutschland gerechnet werden muss.“


Ein besonderer Preiskampf findet derzeit im Ruhrgebiet unter VW-Händlern statt: Große Händlergruppen übertreffen sich mit „Jahresendspurtpreisen“ für VW-Modelle, Last-Night-Shopping Angeboten und weiteren Schnäppchen, die in großformatigen Zeitungsanzeigen offeriert werden.

Die breit beworbenen Rabatte bewegen sich in der Spitze etwa beim VW Polo bis zu 5.240 Euro oder 34 Prozent Rabatt auf den VW-Listenpreis oder beim Golf bis zu 4.345 Euro oder 24 Prozent Rabatt.

Diese Beispiele und die Angebote verschiedener großer Internetvermittler von Neuwagen zeigen aber auch, dass der Rabattwettbewerb kein Phänomen der Massenhersteller und Importmarken ist, sondern auch Premiumhersteller munter mitmischen.

Einige Beispiele von Audio und BMW: Die Coupé-Variante des A5 ist als Sondermodell „Sport Edition“ serienmäßig mit dem S-Line Exterieur-Paket, Sportsitzen, Xenon-Scheinwerfern, 20 Zoll Leichtmetallrädern, Metallic-Lackierung, Privacy-Verglasung, Multifunktionslenkrad und Alcantara-Sitzbezügen ausgestattet. Der Grundpreis beträgt 37.250 Euro, der Preisvorteil liegt bei 6.905 Euro.

Tipps für den Autokauf im Internet

Internethandel brummt

Immer mehr Autokäufer nutzen das Internet: Besonders wenn ein Gebrauchtwagen angeschafft werden soll, wird das Internet nicht selten direkt als Verkaufsplattform genutzt, sei es von privaten Anbietern oder professionellen Händlern. Die große Zahl angebotener Wagen und die Möglichkeit, sich Ausstattung und Modell des Gebrauchten zusammen zu stellen, sind Hauptvorzüge von Autobörsen wie mobile.de, autoscout24.de oder meinauto.de.

„Das Interesse von Käufern, sich im Internet über Autos zu informieren, nimmt Jahr für Jahr zu“, sagt Martin Endlein, Sprecher des Marktforschungsunternehmens Deutsche Automobil Treuhand (DAT). 1998 nutzten erst drei Prozent das Internet als Informationsquelle vor dem Autokauf, mittlerweile sind es fast 75 Prozent der Gebrauchtwagen- und 68 Prozent der Neuwagenkäufer.

International suchen, regional testen

Trotz der vielen Möglichkeiten sollten sich Internetkäufer nicht dazu verleiten lassen, die beim Gebrauchtwagenkauf üblichen Vorsichtsmaßnahmen über Bord zu werfen. „Man darf auf keinen Fall die Katze im Sack kaufen“, mahnt Jürgen Grieving, Sprecher des ADAC in München. Vor dem Vertragsabschluss sei es auch bei Internetkäufen unerlässlich, den Wagen in Augenschein zu nehmen und Probe zu fahren.
Damit das besser möglich ist, sollten die Angebote bei der Suche regional eingegrenzt werden. Die meisten Autobörsen bieten diese Möglichkeit an. Vor Ort sollten dann zunächst die Angebotsdaten des Autos auf ihre Richtigkeit überprüft werden.

TÜV-Bericht und Dekra-Gutachten

Beim Kauf von online angebotenen Wagen sollten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden wie auf dem beim Offline-Gebrauchtwagenmarkt. So sollte der Käufer vor dem Kauf auf ein Expertengutachten von TÜV oder Dekra bestehen. Bei einem Verkäufer, der diesen Wunsch ablehnt, ist Vorsichtig geboten.

Hinweise auf den Zustand des Wunschobjekts gibt bereits die Zahl der Vorbesitzer an, wobei in der Regel Leasingrückläufer oder Jahreswagen nur einen Vorbesitzer aufweisen. Der Kilometerstand seit der letzten Inspektion kann Hinweise geben, ob am Tacho manipuliert worden ist. Und auch wenn kein Wartungs-Checkheft vorliegt, ist Vorsicht angebracht.

Scheckheft und Gewähr

Zu prüfen ist vor allem, ob das Fahrzeug unfallfrei ist und wie lückenlos das Scheckheft mit den Serviceeintragungen geführt wurde. Garantiezusagen gibt es nur von gewerblichen Händlern und nicht von Privatpersonen. Jeder gewerbliche Anbieter muss für alle Fahrzeuge eine einjährige Gewähr einräumen, zudem gilt bei einem Fernabsatz eine 14-tägige Widerrufsfrist.

Leasing-Rückläufer

Beim Gebrauchtwagenkauf können Privatkunden inzwischen direkt auf sogenannte Leasing-Rückläufer zurückgreifen. Waren diese Fahrzeuge nach dem Ablauf von Leasing-Verträgen - wenn überhaupt - lange Zeit nur über Kfz-Händler vor Ort zu haben, sind sie inzwischen auch über das Internet zu bekommen. Direkthändler preisen diese Autos als besonders gepflegte Fahrzeuge an - doch einen kleinen monetären Haken gibt es. Einen finanziellen Vorteil, den Leasing-Rückläufer bringen, bestätigt etwa der TÜV Süd.
Durchweg Schnäppchen sind diese Fahrzeuge aber nicht: Sie werden oft schon ein Jahr nach Erstzulassung mit bis zu 40 Prozent Preisnachlass gegenüber dem ehemaligen Neupreis angeboten, haben aber auf der anderen Seite eine vergleichsweise hohe Laufleistung - bis zu 30.000 Kilometer sind keine Seltenheit.

Viele Betrüger

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes freier Kfz-Händler, Ansgar Klein, warnte im Nachrichtenmagazin „Focus“, etwa 20 Prozent der in den großen Online-Portalen angeboten Fahrzeuge seien von Betrügern eingestellt. Das Netz biete den Gaunern die Möglichkeit, zigtausende Interessenten im Schutz der Anonymität zu kontaktieren, sagte Klein. Nach einer Schätzung der Kriminalpolizei München verursachten Online-Betrüger binnen zwei Jahren einen Schaden in Höhe von 15 Millionen Euro.

Verkäufer aufgepasst

Auf der Seite www.sicherer-autokauf.de gibt es viele Tipps für Verkäufer. So ist etwa Vorsicht bei Bargeldtransfers aus dem Ausland geboten. Auch auf so genannte Vermittlungsgeschäfte gegen Gebühr sollten sich Händler nicht einlassen.

Sachmängelhaftung
Unseriöse Vertragszusätze
Betrüger erkennen
Listen für Check und Probefahrt
Gute Vergleichsmöglichkeiten

Die meisten Autohersteller bieten auf ihren Internetseiten neben Informationen über neue Modelle auch Suchmaschinen für Gebrauchte an. „Ein Auto ist ein erklärungsbedürftiges, emotionales Objekt“, sagt Christoph Hohmann von Renault Nissan in Brühl. Darum setze man bei Neuwagen ausschließlich auf den Vertrieb über Händler.
„Das Internet bietet gute Möglichkeiten, verschiedene Autos zu vergleichen“, meint Tim Bosenick, Geschäftsführer der Beratungsfirma Sirvaluse Consulting in Hamburg, die Autohersteller beim Gestalten ihrer Internetseiten unterstützt. Die Informationen der meisten Autobörsen sind seiner Meinung nach verlässlich: „Moderne Konfiguratoren beinhalten eine Baubarkeitsprüfung.“ Über Datenbanken der Autohersteller werde abgeglichen, ob die angebotenen Modelle mit den vom Hersteller gebauten Wagen übereinstimmen.

Rabatte als Vorteil

Die Autofahrer in Deutschland bemängelten der Capgemini-Studie zufolge vor allem, dass es beim Internet-Kauf keine Möglichkeiten für eine Testfahrt gebe und Produkt- und Preisinformationen oft unvollständig seien. Das überzeugendste Argument für einen Online-Kauf ist am ehesten noch der Preis: 46 Prozent der Befragten gaben erwartete Rabatte als wichtigsten Vorteil an.

Alternativ ist das A5 Coupé auch als „Sport Edition Plus“ zum Preis von 38.050 Euro erhältlich. Diese Variante bietet zusätzliche Design Elemente und die Einparkhilfe Plus. Der Preisvorteil fällt mit 5.585 niedriger aus.

Offenbar muss den größeren Modellen nachgeholfen werden, denn die VW-Tochter aus Ingolstadt wurde zuletzt immer mehr zum Premium-Kompaktwagenbauer. Jeder dritte verkaufte Audi kommt mittlerweile aus der Kompaktklasse, Umsatztreiber sind der kompakte SUV Q3 und die verschiedenen Varianten des A3.

Beim deutschen Rabattreigen lockt BMW-Interessenten der 1er-Reihe erneut mit einem besonders attraktiv kalkulierten Leasing-Angebot für den 114i „DTM Sport Edition“. Der Listenpreis des Modells beträgt 25.600 Euro.

Bei einer Laufzeit von drei Jahren und einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 km ist eine monatliche Leasingrate von 255 Euro zu entrichten, die bereits alle anfallenden Wartungsarbeiten abdeckt. Das Center Automotive Research hat bei diesem Angebot einen Kundenvorteil von gut 20 Prozent errechnet.

Kommentare (7)

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Herr Josef Schmidt

02.12.2014, 13:37 Uhr

Sind das die Autos die in Russland nicht mehr verkauft werden konnten ?

Herr Josef Schmidt

02.12.2014, 13:41 Uhr

Sind das die Autos die in Russland nicht mehr verkauft werden konnten ?

Account gelöscht!

02.12.2014, 15:20 Uhr

Tolles BMW Angebot: 255 Euro im Monat bei 10T km. Ein Angebot das in sich nichts aussagt; außer: wer braucht einen 1er bei 10Tkm/ Jahr? Na gut: bei der lahmen Maschine will man sicherlich auch nicht mehr fahren ^

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