Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.03.2013

11:41 Uhr

Porsche 911 Coupé 2.0

Zeitreise ins Jahr 1964

Quelle:MID

Der klassischste aller Sportwagen feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Ein schöner Anlass, mit einem Coupé der ersten Stunde auf Zeitreise zu gehen.

Kaum zu glauben, dass der 911 2.0 bereits 50 Jahre auf seinem zeitlosen Buckel hat. MID

Kaum zu glauben, dass der 911 2.0 bereits 50 Jahre auf seinem zeitlosen Buckel hat.

StuttgartDer Bundeskanzler hieß Konrad Adenauer, der Konflikt zwischen den Supermächten USA und UdSSR firmierte unter dem Euphemismus "Kalter Krieg", der schwarze US-Bürgerrechtler Martin Luther bekannte: "I have a dream!" und sein Präsident John F. Kennedy: "Ich bin einer Berliner!". 1963 war ohne jeden Zweifel ein bemerkenswertes Jahr. In der Bundesrepublik brummte das Wirtschaftswunder und bereits Millionen ihrer Bürger waren finanziell in der Lage, sich für 4.200 Mark mit einem Standard-Käfer zu leisten. Zum Fest der Automobilindustrie in Frankfurt zündete Porsche im Herbst während der Internationalen Automobilausstellung eine Bombe. Der gerade einmal 15 Jahre aktive Sportwagenhersteller Porsche präsentierte als Nachfolger für das einzige, bislang produzierte Modell 356 den 911.

50 Jahre nach der Premiere des Sportwagens rollt das Porsche Museum eines der ersten Exemplare in leuchtendem Blau zur Ausfahrt aus seinen heiligen Hallen. 150 Kilometer rund um seine Heimat im Norden Stuttgarts mit einem Abstecher auf die Erprobungsbahn im Porsche-Entwicklungszentrum Weissach stehen auf dem Programm. Bei dieser Zeitreise ist eindeutig der Weg das Ziel.

Den 4,16 Meter langen Zweisitzer hatte der 1963 erst 28 Jahre alte Ferdinand Alexander Porsche gezeichnet, Sohn von Firmenpatriarch Ferry Porsche. Die klaren runden Linien mit der flach zur Heckstoßstange abfallenden Dachlinie und den ausgeprägten vorderen Kotflügeln, die in den beiden Rundscheinwerfern münden, sind seitdem unsterblich. Die Form besticht noch heute und fasziniert nachhaltig. Zumal das schmale Auto mit seinen zierlichen Chromverzierungen so puristisch wirkt.

Der erste 911 folgt dem aktuellen Modell auf den Spuren durch seine schwäbische Heimat. MID

Der erste 911 folgt dem aktuellen Modell auf den Spuren durch seine schwäbische Heimat.

Der Innenraum bietet stilistisch ebenfalls Bekanntes: den links sitzenden Zündschlüssel und die fünf zentralen Rundinstrumente. Nichts könnte fünf Jahrzehnte technische Entwicklung jedoch deutlicher illustrieren als das erste Platznehmen. Sportsitze? Mitnichten. Die mit schwarzem Leder bespannten Sitzgelegenheiten bieten weder Seitenführung noch Unterstützung des Rückens. Verstellung ist nur in Längsrichtung möglich. Das dünne Riesenrad zum Lenken ragt knapp und starr aus dem hölzernen Armaturenträger. Ergonomie? – Nein Danke.

Die technische Revolution brachte 1963 der Antrieb. Porsche hatte für den 911 einen Sechszylinder-Boxer entwickelt, der aus zwei Litern Hubraum 96 kW/130 PS bei noch heute atemberaubenden 6 100 U/min entwickelt. Das Fünfgang-Schaltgetriebe ist extrem knorrig und gewöhnungsbedürftig, weil der erste Gang links unten liegt und sich beim Einlegen das rechte Knie auf Urlaubsreise wünscht.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

JonasR

12.03.2013, 16:43 Uhr

Der 911 ist ein schoenes Reisecoupe, aber kein Sportwagen und ganz sicher nicht der beste der Welt. Dafuer hat er einfach zuviel Fett auf den Rippen und ist zu gross geworden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×