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09.08.2011

10:01 Uhr

Porsche-Vorstand Hatz

"Der Hybrid würde Sportwagen zu schwer machen"

VonFranz Rother
Quelle:WirtschaftsWoche

Wolfgang Hatz war in den Neunzigern bei Porsche am Bau des Formel-1-Motors beteiligt. Seit Jahresbeginn ist der Ingenieur Entwicklungsvorstand. Sein großes Thema ist Effizienz.

Porsche 918 RSR: Rennlabor mit leistungsstarkem Hybrid-Antrieb und Schwungrad-Speicher. Quelle: obs

Porsche 918 RSR: Rennlabor mit leistungsstarkem Hybrid-Antrieb und Schwungrad-Speicher.

Herr Hatz, Hybridautos wie der neue Panamera Hybrid haben zwei Motoren an Bord. Sie sind schwer, teuer – und fahren nur kurze Strecken elektrisch. Weshalb setzt Porsche auf die Technik?

Wolfgang Hatz: Der Hybridantrieb ist für uns ein wichtiger Baustein. Gerade in den USA, Japan und China verlangen die Kunden entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge.

Der Motorenpapst: Wolfgang Hatz, 51, leitet seit Anfang 2011 das Vorstandsressort Forschung & Entwicklung bei Porsche und parallel dazu die Motorenentwicklung bei VW. Quelle: porsche

Der Motorenpapst: Wolfgang Hatz, 51, leitet seit Anfang 2011 das Vorstandsressort Forschung & Entwicklung bei Porsche und parallel dazu die Motorenentwicklung bei VW.

Rechnet sich das für Porsche?

Betriebswirtschaftlich führt der Hybridantrieb sicher nicht zu Jubelstürmen. Für die soziale Akzeptanz aber ist er ein wichtiger Baustein. Er hilft Unternehmen auch, ihren Flottenverbrauch zu senken. Deshalb baut Porsche sein Angebot in dieser Richtung weiter aus. Interessant ist, dass wir mit dem Cayenne Hybrid in dem Marktsegment bereits führend sind.

Wenn es allein um den Verbrauch geht, schneidet ein Auto mit Dieselmotor immer noch besser ab als ein Hybrid.

Das stimmt. Deshalb sind in Europa bei großen Autos auch 50 Prozent der Neuzulassungen Dieselautos.

Der Panamera Hybrid kostet etwa 26.000 Euro mehr als die Dieselvariante. Werden sich die Preise angleichen?

Das wird schwierig – selbst bei allen Volumen- und Skaleneffekten und bei einer Intensivierung des Wettbewerbs. Denn der Markt drängt auf größere elektrische Reichweiten. Das bedeutet, dass der Energiespeicher im Auto wachsen muss, und das kostet Geld.

Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring beteiligte sich Porsche mit einem Hybridauto, das einen Teil seiner Antriebsenergie aus einem Schwungrad schöpfte, das die Energie mithilfe rotierender Gewichte speichert. Eignet sich die Technik auch für Alltagsautos?

Eher nicht, aber ich will es auch nicht ausschließen: Es hängt vom Einsatzzweck des Fahrzeugs ab. In einem Kleinwagen wird es einen Schwungradspeicher sicher nicht geben. Aber in einem Supersportwagen ...

... an dem Porsche arbeitet...

... könnte ich es mir vorstellen. Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs ist für alle Autohersteller ein Thema. Aber es führt nicht nur ein Weg dahin. Manche Autos werden ihre Energie aus Batterien beziehen, andere vielleicht aus einem Schwungradspeicher, wieder andere werden den Fahrstrom mit einem kleinen Verbrennungsmotor erzeugen.

Ist der neue Elfer für einen Hybridantrieb vorbereitet?

Kurzfristig wird es dort keinen Hybridantrieb geben, damit würde das Auto zu schwer. Aber es wäre fahrlässig, bei einem neuen Auto eine solche Antriebsform auszuschließen. Erst recht, wenn das Wissen im Unternehmen vorhanden ist.

Kommentare (1)

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10.08.2011, 00:08 Uhr

Was spricht dafür, den Strom zum Fahren im Auto mit einem kleineren Verbrennungsmotor (Range Extender) selbst zu erzwugen? Viel. Weil ein Range Extender mit der immer gleichen optimalen Drehzahl betrieben werden kann ist er sehr effizient zu betreiben - so um die 40% Wirkungsgrad und mehr.

Gas geben beeinflußt dann nicht mehr die Drehzahl des Verbrennungsmotors, was jeden Motor ineffizienter macht. Das emotional so schöne brum brum senkt nämlich den Wirkungsgrad auf ca. 20 %. Das ist nur etwas besser als eine Dampfmaschine.

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