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31.01.2006

09:44 Uhr

Potentielle Autokäufer vergrämt

Rückrufaktionen kratzen am Mercedes-Image

Ausgerechnet die Nobelmarke Mercedes wird von potenziellen Autokäufern in Deutschland am häufigsten mit Rückrufaktionen in Verbindung gebracht. Das ergab eine Studie der Marktforschungsagentur Puls.

hof HB FRANKFURT. Die Studie zeigt auch, dass der Schaden von Rückrufaktionen deutlich größer als erwartet ist: Rund die Hälfte aller potenziellen Neuwagenkäufer gaben an, dass solche Aktionen ihr Vertrauen in eine Marke schädigen. „Die Automobilhersteller unterschätzen häufig die negativen Wirkungen“ kommentiert Puls-Geschäftsführer Konrad Weßner das Resultat.

Fast ein Viertel der Befragten nannten bei der Frage nach Rückrufaktionen spontan die Autos mit dem Stern. Kein Wunder: Mercedes hatte im Frühjahr 2005 weltweit 1,3 Millionen PKWs in die Werkstätten gerufen, um unter die Serie von Qualitätsproblemen einen Schlussstrich zu ziehen. Dies scheint die Autokäufer aber erst einmal verunsichert zu haben, so die Ergebnisse der Befragung.

Auch unter dem neuen Mercedes-Chef Dieter Zetsche genießt die Verbesserung der Qualität höchste Priorität. Bislang scheint bei potenziellen Autokäufern aber noch die Skepsis gegenüber der Marke zu überwiegen. Denn erschreckend für Mercedes dürfte vor allem sein, dass die Marke deutlich stärker als alle Konkurrenten mit Rückrufen in Verbindung gebracht wird. Während fast ein Viertel der Befragten die Marke mit dem Stern nennt, folgt weit dahinter VW mit nur fünf Prozent auf Rang zwei.

Als Ursache für immer neue Rückrufrekorde sehen die Befragten nicht etwa die wachsende Aufmerksamkeit der Autobauer für ihre Kunden, sondern vor allem Zeit- und Kostendruck sowie den damit verbundenen Personalabbau bei Autofirmen und Zulieferern. Doch die „Autokäufer werden es auf Dauer nicht hinnehmen, als Versuchskaninchen herhalten zu müssen“, warnt Weßner.

Der Eindruck der Befragten deckt sich zumindest bei Mercedes auch mit der Statistik. Denn die Marke musste nach der Berechnung von „Auto Motor Sport“ im vergangenen Jahr in Deutschland mit 350 000 mehr Autos in die Werkstätten rufen als irgendein Konkurrent. Gefolgt wurde Daimler von Peugeot mit 65 000 und Ford mit 61 500 Autos.

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