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16.05.2013

07:29 Uhr

Präsentation der S-Klasse

Wenn der Livestream streikt

Doppeltes Donnerwetter für Mercedes: Bei der Präsentation der S-Klasse geht ein Gewitter nieder – und im Internet poltern enttäuschte Fans, weil sie die Show nicht live verfolgen können. Es gab technische Probleme.

Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Bühne in Hamburg neben der neuen S-Klasse. Auf dem Airbus-Rollfeld stehen derweil andere Modelle im Gewitterregen. dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Bühne in Hamburg neben der neuen S-Klasse. Auf dem Airbus-Rollfeld stehen derweil andere Modelle im Gewitterregen.

DüsseldorfDie Spannung vor der Präsentation des neuen Flaggschiffs des Daimler-Konzerns, der neuen Generation der Mercedes S-Klasse, war professionell aufgebaut. Häppchenweise veröffentlichte Daimler in den Wochen und Monaten zuvor so manches Detail – vom Innenraum bis zur Bereifung.

Kurz vor der großen Präsentation in Hamburg am Mittwochabend folgten dann ein erstes Bild des Wagens, wie er in eine Frachtmaschine für den Flug zur Präsentation geladen wird. Und immer wieder verwies das Unternehmen auf die Live-Übertragung, die um 19.15 Uhr alle diejenigen beglücken sollte, die nicht zum Kreis der über 700 Gäste im Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder gehörten.

Doch als die Show startete, bereitete der Mercedes-Marketingtruppe nicht nur ein Gewitter Kopfzerbrechen, das über der Auslieferungshalle des Flugzeugbauers niederging. Auch im Internet erhob sich ein Donnergrollen – und zwar das enttäuschter Fans. Sie konnten nicht die Bilder sehen, auf die sie sich zehntausendfach gefreut hatten - unter anderem auch den Auftritt der Soulsängerin Alicia Keys und die Hamburger Symphoniker.

Teure Extras der neuen S-Klasse

Auffälligkeiten bei Extras und Preisen

Verkaufsprospekt und Preisliste der neuen S-Klasse lagen dem Internet schon vor, als der Hersteller das Modell noch gar nicht präsentiert hatte. Wir haben mal einige besonders interessante Punkte herausgepickt ...

Ohne Schlüssel

Sonderausstattung Keyless Go: Zugangs- und Fahrberechtigungssystem, besteht aus Kofferraumdeckelfernschließung, Servoschließen für Kofferraumdeckel, Hands-Free Access, Griffmuldenbeleuchtung: 1.737,40 Euro.

Fahrwerk

MAGIC BODY CONTROL: vorausschauendes Fahrwerk, das die aktive Federung des Fahrwerks mit kontinuierlich einstellbaren Dämpfern und ROAD SURFACE SCAN kombiniert: 5.057,50 Euro.

Darkroom

Sonnenschutz-Paket: elektrischer Sonnenrollo für die Heckscheibe und Sonnenrollos in den Fondtüren: 1.178,10 Euro.

Anhängerkupplung

Anhängevorrichtung mit ESP Anhängerstabilisierung und elektrischer Entriegelung: 1.356 Euro.

Guter Klang

Burmester High-End 3D-Surround-Soundsystem: mit 24 Lautsprechern, 24 Verstärkerkanälen und insgesamt 1.540 Watt Systemleistung: 7.497 Euro.

Nappaleder

Polsterung Leder Nappa: bestehend aus Sitzen, Armauflagen in Türen und Mittelarmlehne in Leder Nappa mit Kontrastziernähten, Instrumententafel-Oberteil in Ledernachbildung ARTICO, Sitzgrafik im Pfeifen-Design, Innenhimmel Stoff und Fußmatten Velours: 4.641 Euro

Aschenbecher und Cupholder

Doppelcupholder vorne und Aschenbechereinsätze inklusive Deckel mit Zigarettenanzünder in den Ablagefächern vorne und hinten: jeweils 89,25 Euro.

Teure Sicherheit

Fahrassistenz-Paket Plus: inklusive DISTRONIC PLUS mit Lenk-Assistent und Stop & Go Pilot, PRE-SAFE Bremse, BAS PLUS mit Kreuzungs-Assistent, Aktivem Totwinkel-Assistenten, Aktivem Spurhalte-Assistenten und PRE-SAFE PLUS: 2.677,50 Euro.
Nachtsicht-Assistent Plus: mit Personenerkennung inklusive Frontscheibe wärme- und geräuschdämmend und Infrarot reflektierend: 2.6180 Euro.
Park-Paket: inklusive Aktivem Park-Assistenten mit PARKTRONIC und Rückfahrkamera: 1.344,60 Euro.
360°-Kamera: 1.023,40 Euro.

Es werde Licht

LED Intelligent Light System: Variable Lichtverteilung für Landstraße und Autobahn, aktive Kurvenlichtfunktion, Abbiegelichtfunktion, erweitertes Nebellicht und adaptiver Fernlicht-Assistent Plus: 1.773,10 Euro.

Nach oben offen

Panorama-Schiebedach: mit Komfort- und automatischer Regenschließung, elektrischem Sonnenrollo, Einklemmschutz sowie PRE-SAFE-Schließfunktion: 1.666 Euro.

Beduftung

Überraschend preiswert mutet der Parfümzerstäuber im Handschuhfach an: 416,50 Euro kostet das System AIR BALANCE, das von der Klimaanlage losgelöst die Möglichkeit bietet, den Innenraum mit vier verschiedenen Düfte anzureichern.

Infotainment

TV-Tuner für digitalen Fernsehempfang mit Unterstützung u.a. von Mehrkanalton, EPG (Elektronische Programmzeitschrift) und Videotext: 1.285 Euro.

Business-Telefonie im Fond: Bedienhörer mit Touchscreen (8,9 cm/3,5" Display mit TFT-Technologie) in der Fondarmlehne bzw. Mittelkonsole in einer Aufnahmeschale: 1.130 Euro

Tablet-Ablage

Klapptische im Fond: mechanisch, ausklappbar und in der Business-Konsole des First-Class Fond (1.368,50 Euro zusätzlich) versenkbar: 2.142 Euro.

Große Räder

20" Leichtmetallräder im 5-Speichen-Design, VA 245/40 R 20 auf 8,5 J x 20 ET36,5 und HA 275/35 R 20 auf 9,5 J x 20 ET44: 3.689 Euro.

Garantieverlängerung

Das Mercedes-Benz Garantie-Paket schließt an die 2-jährige Neufahrzeug-Garantie an und schützt vor unvorhersehbaren Reparaturkosten. Es kostet für 24 Monate genau 1.035 Euro

Egal ob in Spanien, Großbritannien oder Frankfurt (Oder) – hunderte von Auto-Enthusiasten beschwerten sich in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook über gescheiterte Versuche, Daimler-Chef Dieter Zetsche und das neueste Pferd in seinem Stall live zu begutachten.

Die Verprellten machten ihrem Ärger Luft und spotteten, ob denn zumindest der Wagen besser sei als die Internetübertragung? Daimler hielt zwar den Kontakt zu den Fans – auch wenn da schon fast die Hälfte der Show vorbei war – und verwies auf alternative Seiten, wo die Bilder laufen sollten. Doch auch das funktionierte bei vielen Mercedes-Liebhabern nicht.

Für den Konzern ist das ein Beleg für den Erfolg der Übertragung. Der Ansturm sei einfach sehr groß gewesen. Mehrere zehntausend Zugriffe habe man gleichzeitig verzeichnet, der Server sei teilweise mit über 1500 Prozent der eigentlichen Last gelaufen und habe „irgendwann einfach dicht gemacht“, so Michael Huh, Leiter der audiovisuellen Kommunikation beim Unternehmen zu Handelsblatt Online.

Zusätzliche Zugriffe seien dann abgeblockt worden. Die Übertragung sei aber auch von mehr als 300 Nachrichtenseiten und Auto-Portalen live in die Berichterstattung eingebunden worden, und dort habe es seinen Informationen zufolge keine Probleme beim Abruf gegeben.

Wer draußen bleiben musste, hatte keine andere Wahl, als auf die Bilder des in der Langversion 5,24 Meter messenden Fahrzeugs zu warten (hier geht's zur Bildergalerie). Und diese besänftigten dann zumindest viele Mercedes-Liebhaber. „Einfach nur geil“, schrieb einer.

Von

mdo

Kommentare (2)

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JJJ

16.05.2013, 10:09 Uhr

Haben all die Leih- und Werkvertragsarbeiter nicht schnell genug in die Pedale getreten? ;-)

Account gelöscht!

16.05.2013, 10:28 Uhr

Wundert mich überhaupt nicht. Vom Kommunikation versteht Mercedes nichts. Oder (wahrscheinlicher) es ist ihnen egal. Was die mit Dolmetschern machen ist auch hanebüchen, aber was erwartet man vom einem Konzern, das nach den Kauf von Chrysler "einfach" alles auf Englisch machen wollte? Peinlich, und sie merken es nicht Mal. Sie verbuches es lieber als Erfolg: Der Ansturm war so groß, dass nichts geklappt hat. Hahaha...

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