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09.09.2013

11:42 Uhr

Preiskampf bei E-Autos

Opel Ampera wird 16,5 Prozent billiger

Die Preisschlacht um die Autokäufer macht auch vor den alternativen Antrieben nicht halt, bei denen die Interessenten besonders zögerlich sind. Nach anderen Herstellern und kurz vor der IAA zieht Opel nun nach.

Der Opel Ampera. Handelsblatt Online hat ihn 2012 ausführlich getestet. Sebastian Schaal

Der Opel Ampera. Handelsblatt Online hat ihn 2012 ausführlich getestet.

Frankfurt/DüsseldorfIm Kampf um die bislang noch wenigen Käufer von Elektroautos in Europa drückt Opel den Ampera deutlich günstiger in den Markt. „Ab sofort gibt es den Innovationsträger Opel Ampera in Deutschland bereits ab 38.300 Euro. Das sind 7.600 Euro weniger als bisher bei identischer Ausstattung“, teilte die Adam Opel AG am Montag in Rüsselsheim mit. Der Hersteller versteht die Preissenkung als „wichtigen Anschub für diese noch immer zu wenig verbreitete, umweltfreundliche Art der Mobilität“.

Der Rüsselsheimer Hersteller bezeichnet seinen bis zu 161 km/h schnellen Ampera zwar als Elektroauto. Das seit 2011 produzierte Auto kommt mit seinem Elektromotor auch 40 bis 80 Kilometer weit, je nach Fahrweise. Danach schaltet sich aber - wie bei den Hybrid-Modellen anderer Hersteller - ein kleiner Verbrennungsmotor dazu als sogenannter Range Extender, der ledigleich die Akkus nachlädt, was Reichweiten von bis zu 500 Kilometern ermöglicht. Das Fahrzeug kostete bislang mindestens 45.900 Euro. Unter den knapp 3,1 Millionen Pkw, die im vergangenen Jahr in Deutschland neu zugelassen wurden, waren nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes 828 Ampera.

Hintergrund der aktuellen Preissenkung dürfte auch sein, dass BMW und Branchenriese VW auf der Weltleitmesse IAA eigene Elektroautos präsentieren. So startet der i3 noch in diesem Jahr bei rund 35.000 Euro, Volkwagens E-Up soll circa 27.000 und ist damit rund doppelt so teuer wie die Basis-Variante mit Verbrennungsmotor. Das Auto soll 130 Kilometer Reichweite haben. Auch der Verkaufsschlager des Konzerns, der Golf, rollt demnächst unter Strom über die Straßen mit einer Reichweite von bis zu 190 Kilometern. Zu den Händlern könnte der e-Golf Anfang 2014 kommen. Der Verkaufspreis ist noch nicht bekannt.

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Bis Ende 2014 sollen insgesamt 16 neue Elektro-Modelle aus deutscher Produktion bei den Händlern stehen. Im Vorfeld der IAA kritisierte VDA-Präsident  Matthias Wissmann in diesem Zusammenhang die "rasante Zunahme der Energiepreise" scharf. Sie seien "die größte Sorge" der Fahrzeugindustrie. Wissmann: "Anders als viele Branchen bekommt die Automobilindustrie ja keinen Rabatt auf die immensen Stromkosten". Daher müsse die nächste Bundesregierung "die explodierenden Kosten der Umlage beim Erneuerbare-Energien-Gesetz in vernünftige Grenzen" zurückführen, verlangte Wissmann.

Auch andere Elektroautohersteller hatten ihre Preise unlängst nach unten angepasst. So senkte Nissan für die zweite Generation seines Leaf den Basispreis um 3.000 auf nun mehr mindestens 29.690 Euro (inkl. Batterie).

Ab November verkauft BMW sein erstes Elektroauto, das in großer Stückzahl gefertigt wird. Beim i3 handelt es sich um einen Kompaktwagen in Golf-Größe mit bis zu 160 Kilometern Reichweite und einem Kaufpreis ab 34.950 Euro. Ab 39.450 Euro will BMW eine Version des Autos mit zusätzlichem Benzinmotor verkaufen, der - falls nötig - Strom für den Akku erzeugt und dadurch die Reichweite auf um 300 Kilometer verlängert.
Unter der Kernmarke Mercedes-Benz verkauft Daimler bislang noch keinen Elektro-Pkw in großer Serie. 2014 soll die stromgetriebene B-Klasse auf den Markt kommen. Die Reichweite soll bei 200 Kilometern liegen, die Höchstgeschwindigkeit bei 160 Stundenkilometern.

Mit seiner Kleinwagenmarke Smart verkauft Daimler seit vergangenem Jahr Elektroautos. Die Flitzer kosten ab 23.680 Euro, wenn die Batterie mitgekauft und nicht über ein Mietmodell finanziert wird. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 125 Stundenkilometern, die Reichweite bei 145 Kilometern.
Schon 2009 präsentierte die Volkswagen-Tochter unter dem Namen e-tron einen stromgetriebenen Sportwagen. In den Verkauf ging das Modell jedoch nie. Derzeit gibt es bei Audi keine Pläne für reine Elektroautos.
Ford will in diesen Tagen mit seinem Modell Focus Electric durchstarten. Das Fahrzeug hat ein Maximaltempo von 137 Stundenkilometern und kommt bis zu 162 Kilometer weit. Der in Saarlouis produzierte Wagen ist ab knapp 40.000 Euro erhältlich.

Kommentare (7)

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09.09.2013, 12:39 Uhr

Opel, die haben nichts verstanden.

Der neue Cascada 180 kg schwerer als die Konkurrenz, dafür aber einiges billiger - schön wenn man weiß woher das kommt: Billigbau.

Ein neuer Chef, der woanders zweimal ausrangiert wurde.

Ein Aushängeschild Ampera, das bislang wenige 100 mal für externe Kunden gebaut wurde. Der Projektleiterdes Ampera arbeitet übrigens mittlerweile bei BMW.

Opel, die gehen unter. Jede Wette

Haustechniker

09.09.2013, 14:29 Uhr

Dann vergleichen Sie den Cascada doch auch mit den Autos, die ähnlich viel Platz bieten, A%; BMW Cabrio, E- Klasse.
Und zum Vorwurf des Billigen, schaun sie sich ruhig mal die Produkte aus Wolfsburg und Stuttgart an. Hier fliegen die Getriebe reihenweise weg, dort rosten die Nobelkarossen schon im Katalog.
Die AMS hat gerade einen 100tKM Test mit einem Astra veröffentlicht, ohne Mängel, das ist der letzte Test von einer ganzen Serie von sehr guten Tests.
Aber fahren sie ruhig weiter die qualitativ schlechten Autos, ich fahre gerne Opel.

Pendler

09.09.2013, 14:41 Uhr

Das ist immer noch viel zu teuer.
Einen von der Größe her vergleichbaren "Golf-Klasse" PKW bekomme ich als Diesel beim Händler für 14.000€ (z.B. Hyundai i30) oder für wenig mehr bin ich auch schon beim Ford Focus und Opel Astra dabei. Alles was in dieser Klasse darüberhinaus geht ist wirklich nur noch Luxus - wenn man mehr will OK aber man muss nicht, da die genannten Fahrzeuge schon gute Technik und einen geringen Verbrauch bieten.
Wenn ich jetzt für 3-4.000,-€ Aufpreis ein Elektroauto bekommen könnte wäre das in Ordnung, aber warum sollte ich 38.000€ (Listenpreis) für einen Ampera bezahlen, der mir weder bessere Technik, noch Image oder Luxus bietet. Darüberhinaus ist die Reichweite für Langstreckenfahrer wie mich (ca. 180km pro Tag) einfach zu gering.
Macht Dieselhybrids bezahlbar, bringt ein paar günstige Hybridkleinwagen für Kurzstrecken raus (siehe Toyota Yaris) - dann klappt das auch! Es wundert mich wirklich dass es im Ausland phantastische Automobile wie Tesla oder Fisker gibt, die jedes deutsches Sportcoupe ersetzen könnten. Die Hybrids kommen von den Japanern und wir haben im Prinzip nichts zu bieten.
Nicht zu vergessen sind die Stromkosten, die in Deutschland auch immer happiger ausfallen. So ist das eine Totgeburt.

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