Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.05.2013

18:05 Uhr

Probleme beim Beifahrer-Airbag

Daimler ruft neue A-Klasse in die Werkstätten

Hoffnungsträger auf Abwegen: Bei Daimlers neue A-Klasse gibt es Probleme mit dem Beifahrer-Airbag. Bei einem Unfall öffnet er sich unter Umständen nicht korrekt. Allein in Deutschland sind Tausende Fahrzeuge betroffen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche steigt ein: Das Kompaktmodell muss zurück in die Werkstatt. dapd

Daimler-Chef Dieter Zetsche steigt ein: Das Kompaktmodell muss zurück in die Werkstatt.

StuttgartAusgerechnet die A-Klasse: Nach dem Rückruf des Transporters Citan muss Daimler nun auch seinen großen Hoffnungsträger wegen Sicherheitsbedenken zurück in die Werkstatt beordern. Grund sind Probleme mit dem Beifahrer-Airbag. Wegen möglicher Sicherheitsmängel seien mehr als 6000 Fahrzeuge des seit vergangenem Herbst verkauften Kompaktmodells in die Werkstätten beordert worden, teilte Daimler am Dienstag in Stuttgart mit.

Bei einem Unfall öffne sich der Beifahrer-Airbags wegen Produktionsfehlern unter Umständen nicht korrekt. Die Perforation für den Beifahrer-Airbag sei fehlerhaft verarbeitet, so dass sich der Luftsack bei einem Unfall nicht richtig entfalten könnte. Kunden seien aber noch nicht zu Schaden gekommen, betonte ein Daimler-Sprecher. „Der Airbag wird sich auf jeden Fall entfalten“, sagte er. Offen sei allerdings, wie.

Daimler bestätigte damit einen Bericht der Branchenzeitschrift „Auto Motor Sport“. In Deutschland sind rund 6000 Fahrzeuge von dem Rückruf betroffen sowie eine nicht genannte Zahl in weiteren europäischen Ländern. Alle Modelle, die von Juni bis Dezember 2012 produziert wurden, müssen zurück in die Werkstatt, sagte der Sprecher.

Welche Autostandorte die beste Qualität produzieren

Quelle

In der Studie „European Automotive Survey 2013“ haben die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young 300 europäische Unternehmen der Automotive-Branche befragt, wie sie die Produktqualität der Automobilstandorte bewerten.

Platz 18

Türkei
Nirgendwo wird die Produktqualität schlechter bewertet als in der Türkei. Nur zwei Prozent der befragten Unternehmen halten die Türken für sehr wettbewerbsfähig, 17 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 17

Ungarn
Mit Daimler und Audi haben zwei deutsche Hersteller große Werke in Ungarn. In punkto Produktqualität hat das osteuropäische Land enormen Nachholbedarf. Ein Prozent halten die Ungarn in diesem Feld für sehr wettbewerbsfähig, 20 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 16

Indien
Auf Indiens Automarkt regieren die Billigmodelle. Darunter leidet auch die Bewertung der Produktqualität. Vier Prozent bewerten den Standort als sehr wettbewerbsfähig, 22 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 15

Polen
Der Nachbar ist ein wichtiger Produktionsstandort für deutsche Autokonzerne, doch die Produktqualität wird nicht sonderlich hoch bewertet. Drei Prozent halten die Polen für sehr wettbewerbsfähig, 23 Prozent für wettbewerbsfähig.

Platz 14

Russland
Die große Wachstumshoffnung in Europa, doch in punkto Produktqualität besteht Nachholbedarf. Drei Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 23 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 13

Slowakei
Die Heimat von VW-Tochter Skoda schneidet in der Bewertung der Produktqualität ebenfalls eher schlecht ab. Drei Prozent halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 24 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 12

China
Als Absatzmarkt ist China für die Hersteller immens wichtig, in der Produktion gibt es offensichtlich noch Probleme. Nur fünf Prozent halten China in punkto Produktqualität für sehr wettbewerbsfähig, 27 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 11

Spanien
Auch in Spanien werden derzeit die Autoproduktionen wieder hochgefahren. Sechs Prozent halten das Land in punkto Produktqualität für sehr wettbewerbsfähig, 28 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 10

Brasilien
Einen großen Sprung im Ranking macht das südamerikanische Land (+13 Prozentpunkte). Zuletzt haben mehrere Autokonzerne in Brasilien investiert. Die Produktqualität bewerten sieben Prozent als sehr wettbewerbsfähig, 29 als eher wettbewerbsfähig.

Platz 9

Tschechien
Unter Osteuropas Ländern belegen die Tschechen in punkto Produktqualität einen Spitzenplatz, insgesamt reicht das aber nur fürs Mittelfeld. Vier Prozent halten Tschechien für sehr wettbewerbsfähig, 31 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 8

Italien
Auch wenn die Autoindustrie des Landes leidet, an der Produktqualität in der Heimat von Fiat und Ferrari kommen nur wenige Zweifel aus. Sechs Prozent aller befragten Unternehmen halten das Land in diesem Punkt für sehr wettbewerbsfähig, 34 halten Italien für eher wettbewerbsfähig.

Platz 7

Frankreich
Auch wenn der Mittelfeldplatz anderes vermuten lässt: Auch in punkto Produktqualität sind die Franzosen der große Verlierer des Rankings. Satte 15 Prozentpunkte hat der Standort seit 2011 eingebüßt. Mittlerweile halten nur noch zehn Prozent aller befragten Unternehmen halten das Land für sehr wettbewerbsfähig, 34 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 6

England
Das Vereinigte Königreich war einst eine stolze Autonation. In punkto Produktqualität halten die Briten immerhin den Anschluss an die Spitzengruppe. 13 Prozent bewerten die Heimat von Mini und Rolls Royce als sehr wettbewerbsfähig, 35 Prozent als eher wettbewerbsfähig.

Platz 5

USA
Volkswagen feiert in Amerika immer neue Wachstumsrekorde, auch in punkto Produktqualität hat das Land zugelegt. 13 Prozent halten den Standort USA für sehr wettbewerbsfähig, 47 für eher wettbewerbsfähig.

Platz 4

Südkorea
Hyundai und Kia sorgen auf dem europäischen Automarkt für Wirbel. Das liegt auch an der Produktionsqualität der südkoreanischen Konzerne. Der Standort gewinnt im Qualitätsranking satte 22 Prozentpunkte – mehr als jedes andere Land. Für 19 Prozent aller befragten Unternehmen ist das Land sehr wettbewerbsfähig, für 42 Prozent eher wettbewerbsfähig.

Platz 3

Schweden
Auch in der Produktqualität belegt die Heimat von Volvo einen Spitzenplatz. 14 Prozentpunkte haben die Skandinavier im vergangenen Jahr hinzugewonnen. 19 Prozent aller befragten Unternehmen halten Schweden für sehr wettbewerbsfähig, 43 Prozent für eher wettbewerbsfähig.

Platz 2

Japan
Die japanische Autoindustrie hat sich erholt und greift nun wieder nach der Weltspitze – auch in punkto Produktqualität. 28 Prozent bewerten Japan als sehr wettbewerbsfähig, 44 als eher wettbewerbsfähig. Das sind satte 18 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Platz 1

Deutschland
Geht es nach der Einschätzung der europäischen Automotive-Unternehmen ist kein Land in Europa qualitativ hochwertiger als Deutschland. Satte 51 Prozent halten den Standort für sehr wettbewerbsfähig in punkto Produktqualität, 37 bewerten die Deutschen als eher wettbewerbsfähig

Die Mercedes A-Klasse ist einer der Hoffnungsträger von Daimler: Mit dem sportlichen Kompaktmodell wollen die Stuttgarter im unteren Preissegment Terrain gutmachen, das an die Konkurrenten BMW und Audi verloren ging. Daimler will bis 2020 an ihnen vorbeigezogen sein.

Auch beim gemeinsam mit Renault entwickelten Lieferwagen Citan hatte Mercedes-Benz zuletzt Probleme mit unzuverlässigen Fenster-Airbags. Daher hatten die Schwaben Anfang Mai rund 3500 Autos in die Werkstätten gerufen. Der neue, auch für Familien gedachte Kastenwagen hatte bei einem Crashtest Ende April nur drei von fünf möglichen Sternen erhalten.

Konkurrent BMW rief kurze Zeit später rund 220.000 Fahrzeuge der 3er-Reihe wegen möglicher Probleme mit Beifahrer-Airbags in die Werkstätten. Die fehlerhaften Luftkissen stammen vom japanischen Zulieferer Takata, der auch rund 3,4 Millionen Autos der japanischen Marken Toyota, Honda und Mazda ausgerüstet hatte. Fahrzeuge von Daimler und Europas größtem Autobauer Volkswagen waren von dieser Rückrufaktion nicht betroffen.

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ExMercedesKunde

28.05.2013, 17:44 Uhr

Hoffnungsträger? Wie kann man ein Auto bauen bei dem man sich ab 1,84m Körpergröße den Kopf einziehen muss. So eine Hasenkiste habe ich vorher noch nicht gesehen. Da ist im Smart mehr Platz.

Sorry Mercedes . Setzen Sechs.

Vicario

28.05.2013, 17:52 Uhr

Wie sagte doch der Großkotz von Mrcedes :

Man kann kein besseres Auto bauen, man kann nur andere Autos bauen........??!!

Und was lehrt uns dieser Fall : man kann auch bessere Autos bauen....bei denen das Airbag funktioniert ( Leben rettet ), und bei denen man den Kopf nicht einziehen muß ?

Jagt den Zetsche fort.....dann könnt ihr auch wieder bessere Autos bauen !

Account gelöscht!

28.05.2013, 18:18 Uhr

Aus meiner Sicht versucht Daimler kostenintensiv ein vergangenes Image einzuholen, welches es auf dem neuen Weltmarkt nicht mehr haben kann. Apple und Daimler haben aus meiner Sicht viele Gemeinsamkeiten, wenn auch auf unterschiedlichen Positionen auf der Timeline. Aber die laeuft...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×