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16.09.2011

14:01 Uhr

PS-Träume auf der IAA

Niemand braucht sie - jeder will sie

VonSebastian Schaal

Sie sind die Traumwagen der Automesse, und sie werden nicht von den Massenherstellern gebaut. Ein Überblick über die Kleinserien-Hersteller und Edel-Tuner, deren Exoten die Messe erst zum Publikumsmagneten machen.

Lamborghini stellt seinen exotischen Sportwagen auf Messen gerne einige exotische Schönheiten an die Seite. dpa

Lamborghini stellt seinen exotischen Sportwagen auf Messen gerne einige exotische Schönheiten an die Seite.

FrankfurtWie sehr die Autohersteller aber allen Visionen zum trotz ihr Bodenhaftung wahren (müssen), sieht man auf der IAA spätestens mit dem Beginn der Publikumstage: Kaum sind Journalisten und Fachbesucher abgereist, werden viele Stände noch einmal ungebaut.

Dann rücken DesignstudienÖkoautos und allzu mutig gezeichnete Concept Cars plötzlich etwas in den Hintergrund, auf den Showbühnen drehen sich die Serienneuheiten, und jeder Quadratmeter Standfläche wird genutzt. Die Pressesprecherin einer Importmarke sagt: "Dann sieht es hier aus wie auf einem großen Parkplatz."

Die Exoten aber zeigen das was sie haben, voller Stolz. Ihre Produktpalette hört aber auch teilweise beim zweiten Modell schon wieder auf. Zum Beispiel Artega. Mit gerade einmal drei Vorführwagen hat deutsche Sportwagenabuer einen der unauffälligeren Stände auf der IAA. Wo andere mit Models und großer Show auf sich aufmerksam machen wollen, versucht der Hersteller aus dem nordrhein-westfälischen Delbrück sachlich zu überzeugen. Obwohl der GT erst im Mai 2010 auf den Markt gekommen ist, steht auf der IAA bereits eine überarbeitete Version. Neben einigen Aufbesserungen im Innenraum (neue Multimedia-Angebote und Leder-Ausstattungen) sind jetzt auch Motorhaube, Dach und Kofferraumdeckel aus Karbon.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat Artega in Frankfurt den SE ("Sport Electric") vorgestellt. Der auf dem GT basierende Elektrowagen hat zwei Elektromotoren auf der Hinterachse, die eine Gesamtleistung von 380 PS entwickeln - 80 PS mehr als der Artega GT mit Verbrennungsmotor. Damit geht es in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h (Verbrenner: 4,8 Sekunden), die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 205 Stundenkilometern. Im Normverbrauch kommt der Elektro-Artega 280 Kilometer weit, der Hersteller selbst verspricht: "Bei normaler Fahrweise werden es immer noch komfortable 200 Kilometer sein." Als Einstiegspreis nennt Artega zwischen 160.000 und 180.000 Euro.

Ebenfalls ohne Verbrennungsmotor kommt das Concept_One von Rimac Automobili aus. Der erste elektrische Supersportwagen, wie die Kroaten ihr Concept_One nennen, beschleunigt in 2,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Bei einem Gewicht von 1.650 Kilo sind ganze 1.088 Elektro-PS nötig, um eine solche Beschleunigung zu erzielen. Das Gewicht klingt zwar gar nicht nach Supersportwagen, ist aber den großen Batterien geschuldet. Diese bringen das Concept_One mit einer Energie von 92 kWh (zum Vergleich: Die Batterie eines Opel Ampera hat nur 16 kWh) nach Herstellerangaben bis zu 600 km weit. Die Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h sollte dabei aber nicht zu oft erreicht werden.

Ähnlich schnell ist der Elektro-Flitzer von Altran. Das französische Beratungsunternehmen ist eigentlich nicht als Autobauer bekannt. Deswegen wird der "All Electric GT" auch in Zusammenarbeit mit dem spanischen Unternehmen Quimera entwickelt und gebaut. Der reinrassige Rennwagen ist nur für die Rennstrecke gedacht. Mit bis zu 700 PS schafft er es auf 300 km/h Spitzengeschwindigkeit. Altran bewirbt den "All Electric GT" zwar als schnellsten Elektrowagen der Welt, liegt aber zumindest auf dem Papier fünf Stundenkilometer hinter dem Rimac Concept_One. Bei dem Vollgas-Einsatz auf der Rennstrecke ist natürlich nicht an Reichweiten wie bei dem Rimac zu denken, obwohl der "All Electric GT" rund 700 Kilo Batterien mit sich herumschleppt. Laut Hersteller sollen bis zu 30-minütige Rennen möglich sein.

Fisker stellt dem Karma eine Kombivariante mit dem Namen "Surf" bei. Die Technik gleicht der Limousine: Zwei jeweils 204 PS starke Elektromotoren sorgen für den Vortrieb, als Range Extender dient ein Vierzylinder von BMW. So kommt der Karma Surf auf einen Normverbrauch von 2,4 Litern, was 57g CO2 pro Kilometer entspricht. Und trotzdem entspricht die Anmutung im Innenraum keinesfalls der eines kleinen Öko-Autos. Edle Materialien und eine gute Verarbeitung prägen das Ambiente im Innenraum.

Kommentare (1)

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Pendler

16.09.2011, 15:03 Uhr

Was wäre diese Welt ohne die netten Grilies auf dem Foto.
Ist doch klar, dass sie jeder mal kennenlernen möchte.

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