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06.03.2014

09:36 Uhr

Qoros aus China

„Fast ein bisschen teutonisch“

VonLukas Bay

Wie erfindet man eine Automarke auf dem Papier? Beim Qoros versucht der deutsche Designer Gert-Volker Hildebrand sein Meisterstück. In Genf präsentieren die Chinesen ihr zweites Modell – einen Golf-Herausforderer.

Der Qoros 3 Hatch auf dem Genfer Autosalon. In den nächsten drei Jahren will das chinesische Unternehmen einen Kombi, einen Crossover und einen SUV ohne Allradantrieb auf den Markt bringen. ap

Der Qoros 3 Hatch auf dem Genfer Autosalon. In den nächsten drei Jahren will das chinesische Unternehmen einen Kombi, einen Crossover und einen SUV ohne Allradantrieb auf den Markt bringen.

Genf„Wirkt das zu arrogant?“, fragt Gert Volker Hildebrand, lehnt sich an die rubinrote Tür des Qoros 3 Hatch und lächelt in die Kameras der Fotografen. Der deutsche Chefdesigner des jungen chinesischen Herstellers will bei seinem Auftritt in Genf keinesfalls zu großspurig auftreten.

Dabei gehört sein Arbeitgeber zu den heimlichen Stars des ersten europäischen Branchentreffens des Jahres ohne je ein Auto in Europa verkauft zu haben. Der Angreifer aus China, ist der erste, der ernstgenommen werden will.

Hildebrand und sein Chef Volker Steinwascher haben in Genf eine Mission: Sie wollen der Autowelt beweisen, dass die neue Marke aus China keine Eintagsfliege ist. Der Stand ist größer als beim ersten Auftritt im Jahr 2013 und hat eine neue Hauptattraktion: den Qoros 3 Hatch.

Ein kompakter Golf-Gegner, der wie schon das Stufenheck-Modell, qualitativ in einer Liga mit den großen Herstellern spielen soll. Auch das Design des zweiten Modells der Chinesen stammt aus der Feder von Gert-Volker Hildebrand. Seit 2011 leitet er die Designabteilung des chinesischen Autobauers. 

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Hildebrand ist ein alter Recke in der Autobranche – nach seinem Karrierestart bei Opel verantwortete er bei VW das Design des Golf III, dann war er maßgeblicher Designer bei der Wiedergeburt von Mini im Jahr 2001. Nun will der 60-Jährige eine eigene Ikone schaffen: Qoros soll sein Meisterstück werden.

2,5 Milliarden Euro haben das israelische Industriekonglomerat Israel Corporation und der chinesische Autohersteller Chery seit dem Jahr 2007 bereitgestellt, um Qoros auf der Taufe zu heben. Wie erfindet man einen Autokonzern auf dem weißen Blatt Papier?

„Wir haben uns angeschaut, für wen wir dieses Auto bauen: Wie leben die Chinesen? Wie arbeiten Sie? Wie sieht ihre familiäre Situation aus?“, sagt Hildebrand. Das Ziel sei ein chinesisches Auto gewesen, das den Chinesen die Qualität der Importfahrzeuge garantiert. Ein Auto, das den Weg der Marke vorgibt. Ein zeitloser Klassiker.

Er zeichnet konservativ. „Modische Gimmicks altern schnell“, sagt er. Beim 911 von Porsche gebe es schließlich auch keine regionale Differenzierung. Zeitloses Design sei ohnehin immer eine Frage der Funktionalität. „Damit kommt man aber vielleicht nicht auf die Titelseiten“, sagt er.

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Am Ende entsteht mit dem Qoros 3 Sedan ein Auto, das sich von der Konkurrenz nicht durch ausgefallene Details, sondern durch seine Proportionen unterscheidet. Im Segment hat der Qoros den längsten Radstand und die breiteste Spur. Kurze Überhänge, ein coupéhafter Überbau und ein maximal großer Einstieg zeichnen seine Autos aus. Seine Ideen stimmt Hildebrand mit den Qoros-Ingenieuren um den ehemaligen BMW-M-Technologiechef Klaus Schmidt ab.

Dabei ist Qoros nach chinesischen Maßstäben keinesfalls billig. Die Stufenheck-Limousine kostet umgerechnet zwischen 14.200 und 22.100 Euro je nach Ausstattungsvariante, der Preis für das Kompaktmodell steht noch nicht fest.

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