Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.08.2012

10:29 Uhr

Rabatte für Neuwagen

Der Preiskampf tobt

VonCarsten Herz

Die Auto-Rabatte in Deutschland sind so hoch wie nie zuvor. Grund ist die schwache Nachfrage nach Neuwagen. Nach Ansicht von Experten wird der Rabattkampf in den kommenden Monaten weiter zunehmen.

Der Honda Civic auf der Leipziger Automobilmesse AMI. Der Autohersteller bietet für sein Modell einen Preisabschlag von satten 30 Prozent. picture alliance / dpaPICTURE-ALLIANCE / DPA

Der Honda Civic auf der Leipziger Automobilmesse AMI. Der Autohersteller bietet für sein Modell einen Preisabschlag von satten 30 Prozent.

FrankfurtDie schwache Nachfrage nach Neuwagen in Deutschland und im übrigen Europa heizt die Rabattschlacht unter den Herstellern weiter an. Nach einer Studie des CAR-Centers der Universität Duisburg-Essen, die dem Handelsblatt vorab vorliegt, erreichte der Preiskampf auf dem deutschen Automarkt für den Monat August ein neues Rekordniveau.

Die durchschnittlichen Rabatte für die 30 beliebtesten Neuwagen im Privatkundenmarkt seien im Vergleich zum Juli mit durchschnittlich 18,9 Prozent zwar nahezu konstant geblieben. Im vergangenen August hatte die Ziffer aber noch bei 14,9 Prozent gelegen. Die höchsten Preisabschläge seien für den Honda Civic (30,0 Prozent), den Citroën Berlingo (27,3 Prozent) und den Chevrolet Aveo (26,5 Prozent) ermittelt worden. Aber auch die Mercedes S-Klasse lockte im Leasing mit deutlichen Preisvorteilen.

Normalerweise fahre die Branche in den Urlaubsmonaten ihre Verkaufsfördermaßnahmen zurück und lege neue Aktionen erst im September wieder auf. Doch in diesem Jahr sehe das Bild anders aus.

Die Experten gehen davon aus, dass sich der Rabattkampf um den Kunden in den kommenden Monaten noch zuspitzen wird. „Wichtige Indikatoren deuten darauf hin, dass der deutsche Automarkt vor einem heißen Rabatt-Herbst steht“, sagte der Leiter des Instituts, Ferdinand Dudenhöffer.

Die Krisenzeichen vom deutschen Automarkt mehren sich damit. Der lange Zeit robuste deutsche Markt war im vergangenen Monat bereits auf Talfahrt gegangen: Die Neuzulassungen schrumpften im Juli um knapp fünf Prozent auf knapp 248 000 Autos, wie das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg mitteilte. Weniger Neuwagen verkauften vor allem die deutschen Oberklasse-Hersteller BMW und Mercedes-Benz. Importmarken wie Kia und Hyundai sowie Renault und deren Tochter Dacia verkauften hingegen mehr.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte im Juli von einer steigenden Unsicherheit auch in Deutschland gesprochen. „Wir müssen davon ausgehen, dass der Gegenwind zunimmt“, hatte VDA-Präsident Matthias Wissmann gesagt.

Vor allem für die notleidenden Massenhersteller ist dies eine schlechte Nachricht. „Die Lage von Opel ist sehr ernst“, betonte der Opel-Betriebsrat kürzlich in einem Brief an die Mitarbeiter. Die Absatzkrise in Europa trifft den Hersteller aus Rüsselsheim ähnlich hart wie die Konkurrenten Ford, Peugeot-Citroën oder Fiat, da sie besonders stark von der Heimatregion abhängig sind. Opel, Ford und Bosch griffen bereits zu Kurzarbeit. Auf Entlastung vom Markt dürfen sie nicht hoffen. Das Fazit von Dudenhöffer: „Entspannung bei den Preisnachlässen ist nicht zu erkennen.“

 

 

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

29.08.2012, 08:02 Uhr

Dudi nu wieder. Wieder verkündet er Zeugs, was schon längst eingetreten ist. Das ist, wie wenn man zum Fenster rausguckt und sieht, daß es sonnig ist und dann bei der Wetterredaktion anruft und das sagt.

Ich bin jedenfalls sehr froh, mich aus der automobilen Aufrüstung ausgeklinkt zu haben und mit mit meinen top-gepflegten Youngtimern überglücklich. Im Unterhalt sind sie ähnlich oder gleich wie ein vergleichbares aktuelles Fahrzeug, aber dafür bei der Versicherung deutlich drunter und ab H-Kennzeichen konkurrenzlos billig. Der Hauptpunkt aber ist: Sie haben keinerlei Wertverlust - im Gegenteil. Der Punkt Wertverlust wird gemeinhin vergessen. Wer heute einen VW Passat für 30.000 kauft, darf froh sein, wenn er ihn (angesichts der Rabatte für Neuwagen) nach 3 Jahren für 15.000 wieder losbekommt. D.h. 5.000 Euro (oder 10.000 Mark) pro Jahr verbrannt, nur daß die Karre vor der Tür steht. Und da ist noch kein Reifen gekauft und keine Wartung gemacht - nichts.

hg67

30.08.2012, 11:09 Uhr

@guzzi_calli2:
genau so sieht es aus...der angeblich so wertstabile Smart (ich fuhr ihn 3 Jahre) wird vom Smart Händler erst gar nicht in Zahlung genommen (selbst erlebt - und damit ist die Wertstabilität nicht gegeben) und mein aktuelles Auto (Volvo XC90) 5,5 Jahre Jahre alt würde mein Händler mir 12000 in Zahlung nehmen, fahre die Kiste jetzt 5 Jahre (für 39500 gekauft) = 5500 Kosten / jahr...gekauft ausserdem als Halbjahres..damaliger Neupreis 52500..bezogen auf den Listenpreis = 8100Euro/Jahr...ich fahre die kiste jetzt bis der TÜV uns scheidet..

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×