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03.01.2007

10:57 Uhr

Radarfallen-Jubiläum

Die „Gebühreneinzugsmaschine“ wird 50

Unter Polizisten heißt sie „Gebühreneinzugsmaschine“: Vor 50 Jahren wurde erstmals in Deutschland ein Radargerät eingesetzt, das Raser überführen sollte. Wer als erster Verkehrssünder in die Radarfalle fuhr, ist leider nicht überliefert - da ist der Datenschutz vor.

Heute im Polizeimuseum in Salzkotten: Radarfalle aus den 50-er Jahren. Foto: dpa dpa

Heute im Polizeimuseum in Salzkotten: Radarfalle aus den 50-er Jahren. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Nach dem ersten Feldversuch des nordrhein- westfälischen Innenministeriums am 21. Januar 1957 in Düsseldorf trat die Radarfalle ihren bundesweiten Siegeszug an.

Mit Blitzlicht konnten nun sogar in der Nacht Temposünder erwischt werden - die Zeitungen feierten die neue „Wunderwaffe“ der Polizei, die ihrerseits davon begeistert war, „statistisch gesehen jeden Autofahrer alle zehn Tage kontrollieren zu können“. Inzwischen sind die Geräte als fest montierte „Starenkästen“ oder als mobile Einheiten zu tausenden über das Land verteilt - und versetzen mit ihrem Blitz Autofahrer immer wieder in ohnmächtige Wut.

„Die ersten Geräte waren so groß und von weitem sichtbar, da konnte man von „Falle“ noch nicht wirklich sprechen“, sagt Felix Hoffmann, Leiter des Deutschen Polizeimuseums im westfälischen Salzkotten, schmunzelnd. Er hat ein Gerät der ersten Stunden in seinem Fundus.

Nicht nur zahllose Tempoverstöße, sondern auch Seitensprünge und Kapitalverbrechen haben die „Blitzer“ in ihrer 50-jährigen Geschichte aufgedeckt. Dafür sind die Geräte immer wieder dem Hass der Täter ausgesetzt: Radarfallen wurden beschossen, angezündet, abgesägt, mit Farbe besprüht - und schnell durch neue Geräte ersetzt. Nachhaltigeren Erfolg hatte der Kampf auf dem Rechtsweg. Mehrfach erzwangen Rechtsanwälte den Abbau der Anlagen dort, wo sie offensichtlich mehr der klammen Staatskasse als der Unfallverhütung dienen sollten.

Auch kuriose Fälle wurden aktenkundig wie vor Jahren im Ruhrgebiet, wo ein Sperrmüllsammler ein mobiles Radargerät mit einer Stereoanlage verwechselte und zum Entsetzen der Polizisten mitten im Einsatz verschleppte.

Inzwischen haben die Gegner der Radargeräte, die sich vom Staat trotz aller Unfallgefahr nicht bremsen lassen, aufgerüstet: Nicht nur Warnungen vor den „Blitzern“ in Radio oder Internet, auch eigene Warngeräte für das Auto und reflektierende Folien für das Nummernschild sollen - meist illegal - vor Bußgeld, Punkten in Flensburg und Führerscheinentzug bewahren. Die Polizei kontert seit einigen Jahren mit modernen und kleinen Lasergeräten, die die Radartechnik in Genauigkeit übertrumpfen.

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