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11.05.2012

11:21 Uhr

Ratgeber Autokauf

Der günstigste Weg zum neuen Auto

Quelle:dpa

Ein neues Auto steht bei vielen ganz oben auf der Wunschliste. Welcher Weg dorthin ist der kostengünstigste? Kauf- und Finanzierungsvarianten gibt es zuhauf, da ist Kalkulieren mit kühlem Kopf gefragt.

Viele Privatkunden nutzen Finanzierungsangebote. Die besseren Preise gibt es allerdings für Barzahler. dpa

Viele Privatkunden nutzen Finanzierungsangebote. Die besseren Preise gibt es allerdings für Barzahler.

MünchenImmer mehr Menschen leisten sich ein neues Auto. 3,17 Millionen Neuzulassungen registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 2011 - ein Plus von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und die Kauflust scheint auch künftig ungebrochen: Laut der Sachverständigenorganisation KÜS planen 16 Prozent der Bundesbürger 2012 einen PKW-Kauf, bei der Hälfte soll es ein Neuwagen sein.

Einer repräsentativen GfK-Umfrage zufolge nutzen 41 Prozent der privaten Kunden beim Neuwagenkauf ein Finanzierungsangebot. Am beliebtesten ist demnach der klassische Ratenkredit, gefolgt von der Drei-Wege-Finanzierung und dem Leasing. Beim Ratenkredit wird - bis auf eine Anzahlung - die gesamte Kaufsumme über gleichbleibende monatliche Raten getilgt.

Bei der Drei-Wege-Finanzierung zahlt der Kunde eine Summe X an und entscheidet zumeist nach drei Jahren Ratenzahlung, ob er den Wagen mit einer Schlussrate ganz ablöst, weiter finanziert oder zurückgibt. Beim Leasing wird das Auto nur gemietet und muss anschließend zurückgegeben werden.

Der günstigste Weg zum neuen Auto sind Finanzierungsvarianten nach Einschätzung von Andreas Halupczok vom TÜV Süd aber nicht. «Die Barzahlung ist nach wie vor der Zahlungsweg, bei dem der Händler dem Kunden den besten Preis machen kann», sagt der Experte. Nur: Die volle Summe auf den Tisch legen wollen oder können längst nicht alle.

Was bei Auto-Re-Importen zu beachten ist

Warum Re-Import?

Weils billiger ist. Bis zu 30 Prozent sparen Neuwagenkäufer, wenn sie das Fahrzeug über einen freien Händler als Re-Import bestellen. Möglich ist dies, weil die Hersteller in den Ländern der Europäischen Union eine flexible Preispolitik betreiben.

Vorteile

Durch einen Re-Import kann beispielsweise der Nettopreis eines Fahrzeugs aus deutscher Produktion in Italien mehrere tausend Euro unter dem Verkaufspreis beim Vertragshändler hierzulande liegen. Außerdem sind andere Paket-Zusammenstellungen bzw. Ausstattungs-Zusammenstellungen in unterschiedlichen Ländern üblich, die für den Käufer von Vorteil sein können. Kunden sollten sich vom Anbieter alle Details lückenlos dokumentieren zu lassen.

Gibt's Unterschiede?

Ja. Es kann zum Teil sogar an wichtiger Ausstattung mangeln, erklärt der TÜV Nord. Re-Importe sind oft landestypisch ausgestattet, deshalb können zum Beispiel Sicherheitssysteme wie Airbags oder ESP fehlen. Danach sollten Kunden auf jeden Fall beim Händler fragen. Müssen diese entsprechend der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) nachgerüstet werden, wirds teuer. In Streitfällen darf der Re-Import-Käufer außerdem keine besondere Kulanz in der deutschen Markenhändler-Werkstatt oder beim Hersteller erwarten.

Papiere

Alle Fahrzeugpapiere und die Rechnung müssen im Original vorliegen, denn Kopien werden von den deutschen Zulassungsbehörden und bei der Hauptuntersuchung nicht akzeptiert. Beim Entgegennehmen des Fahrzeugs muss der Händler dem Kunden diese Original-Papiere übergeben. Außerdem ist der europäische Händler dazu verpflichtet, das "Certificate of Conformity" (COC) auszuhändigen.


Garantie

Mit Blick auf die Garantie haben Re-Import-Käufer gegenüber dem Hersteller die gleichen Rechte wie bei einem in Deutschland gekauften Fahrzeug - sofern der Händler das Wartungsheft gestempelt und mit dem Auslieferungsdatum versehen hat.

Lediglich bei Ladenhütern sollten Kunden vorsichtig sein, denn in manchen Ländern läuft die Garantiezeit ab der Auslieferung an den Zwischenhändler, nicht erst ab der Zulassung wie in Deutschland; ein Minus für Autos, die lange auf dem Hof gestanden haben. 

Abgasnorm & Allgemeines

Außerdem ist bei Re-Importen auf die im Ausland vergebene Abgasnorm zu achten. Manchmal werden die Pkw nach Angaben des Internet-Portals "AutoTopdeal" schlechter eingestuft, als dies in Deutschland der Fall wäre. Das kann steuerliche Nachteile bringen. 
Und generell sollten Kunden natürlich auf die Seriosität des Händlers achten, niemals Vorkasse leisten und alle Dokumente genau prüfen. Dann kann mancher Autokäufer mit einem Re-Import ein guten Fang machen, ohne böse Überraschungen dabei zu erleben.

Also kommen Banken ins Spiel. Der Händler kann laut Halupczok dann bei den Abschlägen nicht mehr so großzügig sein: «Denn die Bank will natürlich entsprechend mitverdienen.» Dennoch gebe es speziell bei Automarken mit konzerneigenen Banken sehr gute Möglichkeiten, zu günstigen Konditionen an einen Neuwagen zu kommen. Kleinere Hersteller und Importeure hingegen könnten Angebote wie eine 0,9-Prozent-Finanzierung meist nicht bieten.

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Etwas mehr Spielraum beim Verhandeln ergibt sich, wenn Zusatzprodukte wie Versicherungen oder Service-Pakete mitgekauft werden. Dann sind höhere Rabatte drin, weil sich für den Händler die Kalkulationsbasis ändert. Zum Beispiel Restschuldversicherungen sind für die Autobranche inzwischen eine wichtige Einnahmequelle. Sie springt ein, wenn eine Finanzierung nicht mehr bedient werden kann.

Doch über Sinn und Unsinn von Zusatzangeboten und Service-Paketen kann gestritten werden, wie auch Thomas Pitschi vom ADAC findet. Auch wenn etwaige Werkstattbesuche und Inspektionen durch eine monatliche Rate abgedeckt würden, lohne es sich nachzurechnen.

«Die Garantie deckt vieles ohnehin ab und die meisten Mängel treten erst nach ein paar Jahren auf», sagt Pitschi. Bevor der Kunde verlockende Angebote annehme, sei es besser, sich zunächst über die grundlegenden Betriebskosten Gedanken zu machen. Wer diese errechnet habe, wisse auch genau, wie viel Geld für eine Finanzierungsrate übrig ist.

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