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18.01.2011

07:00 Uhr

Rekord-Elektroauto

Umstrittenes „lekker-Mobil“ ist verbrannt

Das im vergangenen Jahr durch eine Weltrekordfahrt bekanntgewordene Elektroauto der Berliner Firma DBM Energy ist aus bisher ungeklärten Gründen verbrannt. Wie der ADAC und das Portal Cleanthinking.de übereinstimmend berichten, wurde der umgebaute Audi A2 durch ein Feuer in einer Berliner Lagerhalle zerstört.

Das sogenannte "lekker-Mobil" hatte im Oktober 2010 eine Rekordfahrt von rund 600 Kilometern absolviert, ohne die Batterien nachzuladen. Quelle: dpa

Das sogenannte "lekker-Mobil" hatte im Oktober 2010 eine Rekordfahrt von rund 600 Kilometern absolviert, ohne die Batterien nachzuladen.

HB/dpa BERLIN/MÜNCHEN. Am 26. Oktober war der zum Elektromobil umgebaute Audi A2 nach einer Rekordfahrt von Bundeswirtschaftsminister Brüderle begeistert empfangen worden. Er sprach von einem Durchbruch für die Elektromobilität. Das Projekt wurde von DBM gemeinsam mit dem Energieanbieter lekker Energie durchgeführt und war vom Wirtschaftsministerium mit 275.000 Euro finanziell gefördert worden.

Zuletzt hatte aber unter anderen der ADAC Zweifel angemeldet, ob bei der Rekordfahrt über 600 Kilometer von München nach Berlin ohne Aufladen der Batterie alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Nun hat DBM bestätigt, dass der Wagen verbrannt ist und weiter mitgeteilt, dass sich zum Zeitpunkt des Brandes nur eine nicht brennbare Ersatzbatterie in dem Auto befunden habe. "Die Batterien waren nach Angabe von DBM Energy aber nicht der Auslöser für den Brand", heißt es bei Cleanthinking.de. Der Brand soll sich schon im Dezember ereignet haben.

An der Sicherheit des von DBM verwendeten Batteriesystems hatte es anlässlich der Testfahrt erhebliche Zweifel gegegen. Die beteiligten Techniker beschrieben es als Batterie mit metallischem Lithium. Lithiummetall ist sehr leicht entzündlich, kann zu Explosionen und zu kaum beherrschbaren Metallbränden führen. Deswegen wird in der Batterietechnologie nur mit Lithiumionen gearbeitet. Auch DBM Energy hatte im Vorfeld der Rekordfahrt bereits Erfahrungen mit außer Kontrolle geratenen Batterien mit metallischem Lithium gesammelt.

Die DBM-Homepage besteht derzeit nur aus einer längeren Mitteilung und einem Impressum. Dort heißt es: "Wir haben uns entschlossen, den Jahreswechsel und das erste Quartal 2011 dazu zu nutzen, uns für eine erfolgreiche Zukunft grundsätzlich professionell neu aufzustellen und arbeiten unter Hochdruck an dem Auf- und Ausbau einer schlagkräftigen Struktur."

Laut ADAC ermitteln nun die Berliner Polizei sowie mehrere von Versicherungen bestellte Gutachter in dem Fall, darunter ein Spezialist für Batteriebrände.

Kommentare (4)

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Lächerlich?

18.01.2011, 18:43 Uhr

Das riecht schon und klingt ziemlich unglaubwürdig, um nicht zu sagen lächerlich.

Alf

22.01.2011, 20:58 Uhr

Die Lobby der Autoindustrie ist am Werk!
Einsteiger sind nicht erwuenscht und werden mittels Presse ausgeschaltet!

p0w

31.03.2011, 15:41 Uhr

Kolibri Akku besteht den Test der BAM und der Dekra
https://pressw0rds.wordpress.com/

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