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11.08.2016

12:06 Uhr

Rheinbrücke bei Leverkusen

Der mühsame Kampf der Brückenretter

Wenn ältere Brücken bröckeln, heißt das für Autofahrer: Tempo runter, Staus, Umwege. Nun muss mit der Rheinbrücke bei Leverkusen wieder eine Konstruktion komplett gesperrt werden. Wie kann es zu solchen Ausfällen kommen?

Das Bauwerk zählt zu den Problembrücken der Republik. Für Lastwagen ab 3,5 Tonnen ist die gut 50 Jahre alte Rheinbrücke bereits seit 2014 tabu. dpa

Rheinbrücke bei Leverkusen

Das Bauwerk zählt zu den Problembrücken der Republik. Für Lastwagen ab 3,5 Tonnen ist die gut 50 Jahre alte Rheinbrücke bereits seit 2014 tabu.

BerlinEs ist ein ständiger Kampf gegen Risse, strapazierte Fahrbahndecken und marode Pfeiler. Um altersschwache Straßenbrücken am Leben zu halten, greifen Experten schon an vielen neuralgischen Punkten zu Not-Operationen. Doch manchmal hilft nur noch eins: Vollsperrung.

So kommt es jetzt für dreieinhalb Tage bis Montagfrüh an der Rheinquerung der Autobahn 1 bei Leverkusen – einer der berühmt-berüchtigten Problembrücken der Republik. Die wichtigsten Fragen zum Sanierungsprojekt.

Warum ist die Lage an der Leverkusener Brücke so akut?

Die größten Sorgen bereitet den Ingenieuren ein 40 Zentimeter langer Riss, der kürzlich an einer Seilverankerung entdeckt wurde. Um den Schaden zu beheben und möglichst viele andere gleich noch mit, sollen acht Teams mit Schweißgeräten zu Rund-um-die-Uhr-Einsätzen anrücken.

„Einen guten Zeitpunkt für eine Vollsperrung einer der wichtigsten Verkehrsadern in NRW gibt es nicht“, erläutert Minister Michael Groschek (SPD) mit Blick auf das Reisewochenende in den Sommerferien. Weniger los als sonst sei nun aber immerhin. Und Erschütterungen vor allem durch Laster würden den Schweißnähten nun einmal nicht guttun.

Wie ist der Zustand der Brücken überhaupt?

Die Vollsperrung ist nicht die erste Einschränkung. Für Lastwagen ab 3,5 Tonnen ist die gut 50 Jahre alte Rheinbrücke bereits seit 2014 tabu.

Überhaupt nagt der Zahn der Zeit an vielen der 39.000 Fernstraßen-Brücken. Ein kritischer Fall ist etwa die 44 Jahre alte Rader Hochbrücke der A 7 über den Nord-Ostsee-Kanal in Schleswig-Holstein. Dort sollen vier Blitzer dafür sorgen, dass sich Lkw zum Schonen der Konstruktion an Tempo 60 plus Überholverbot halten.

An den Autobahnen gilt mittlerweile für 14 Prozent der Bauwerksflächen: Zustand ungenügend, Erneuerung vordringlich. Bei den Bundesstraßen sind es zehn Prozent, wie aus dem gerade beschlossenen Bundesverkehrswegeplan bis 2030 hervorgeht.

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