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03.01.2007

11:15 Uhr

Rückruf von 130 000 Fahrzeugen

Neue Qualitätsmängel bei Mercedes

Kaum hat Konzernchef Dieter Zetsche versichert, dass Mercedes seine Qualitätsprobleme überwunden habe, da leistet sich der Stuttgarter Automobilhersteller den nächsten peinlichen Fehler. Die Folge: Nach dem Pannenjahr 2005, in dem Mercedes mehrere große Rückrufe hatte, müssen einige Modelle erneut in die Werkstatt.

Bereits im Jahr 2005 hatte Mercedes mehrere große Rückrufe, die dem Image der Luxusmarke heftigen Schaden zufügten.

Bereits im Jahr 2005 hatte Mercedes mehrere große Rückrufe, die dem Image der Luxusmarke heftigen Schaden zufügten.

mwb STUTTGART. Daimler-Chrysler ruft einen gesamten Jahresabsatz der Mercedes-Benz A- und B-Klasse sowie der C-Klasse Kombi-Version wegen einer möglicherweise auftretenden Fehlfunktion des Scheibenwischers zurück. „Dabei wird ein Schalter für den Scheibenwischer vorsorglich ausgetauscht“, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Automobilherstellers. Die möglicherweise mangelhafte Isolierung des Schalters könne dafür sorgen, dass sowohl der Front- als auch der Heckwischer ausfalle.

Ein Konzernsprecher verwies darauf, dass es sich nicht um einen sicherheitsrelevantes Teil handele und die Kunden nur vorsorglich in die Werkstätten gebeten würden. Die Qualitätssicherungsabteilung habe den möglichen vorzeitigen Verschleiß des von einem Zulieferer stammenden Teils festgestellt. „Die Fahrzeuge haben kein Sicherheitsproblem“, versicherte der Sprecher.

Für Mercedes ist der peinliche Fehler dennoch ein herber Rückschlag. Hatte doch Konzernchef Dieter Zetsche zuletzt versichert, dass Mercedes seine Qualitätsprobleme überwunden habe. Im Jahr 2005 hatte Mercedes mehrere große Rückrufe, die dem Image der Luxusmarke heftigen Schaden zufügten. Die Qualitätsprobleme zählten letztlich zu den Gründen, weshalb der Konkurrent BMW in den letzten Jahren Mercedes beim Absatz überrundete. Nur mit großen Anstrengungen konnte Zetsche im vergangenen Jahr wieder zu den Bayern aufschließen. Deshalb treffen derartige neue Qualitätsmängel empfindlich.

Wie viele Fahrzeuge jetzt in die Werkstätten zurückgerufen werden müssen, konnte ein Konzernsprecher noch nicht sagen. Betroffen seien die zwischen Mai 2005 und Mai 2006 produzierten Modelle. Der Großteil davon wurde in Österreich und Deutschland verkauft. Insgesamt dürften nach Brancheninformationen rund 130 000 Fahrzeuge in Deutschland betroffen sein. Dies entspricht ungefähr der Zahl der hier zu Lande in diesem Zeitraum zugelassenen Fahrzeuge. Der Rückruf beginnt in Österreich. Deutsche Kunden werden demnächst Post aus Stuttgart bekommen.

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