Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.09.2013

16:06 Uhr

Saab, Lancia, Jaguar

Die lebenden Toten der Automobilwelt

VonHeiko Haupt
Quelle:Spotpress

Saab ist Vergangenheit, Lancia macht es auch nicht mehr lange und Jaguar wird ausgerechnet in Indien zu Grabe getragen. Abgesänge auf Marken hat es häufig gegeben – doch viele der Totgesagten kehren unerwartet zurück.

Bei Saab werden wieder Autos gebaut NEVS

Bei Saab werden wieder Autos gebaut.

DüsseldorfSeptember 2013 war eine Sensation, und doch ging sie völlig im Trubel der gerade stattfindenden IAA unter: In Trollhättan hatte man ein neues Auto gebaut, ein einziges zwar nur, aber selbst damit hätte niemand mehr gerechnet. Der Ort Trollhättan war traditionell die Heimat der schwedischen Automarke Saab, doch die segnete nach langem Siechtum im Dezember 2011 scheinbar endgültig das Zeitliche.

Nun aber war genau dort ein nagelneues Auto entstanden, und zwar eines mit dem Saab-Markenemblem. Bei dem Einzelstück wird es nicht bleiben: Der 2002 eingeführte Saab 9-3 soll wieder gebaut werden, außerdem soll es mit dessen Bleckkleid ab 2014 ein neues Elektrofahrzeug geben.

Hinter dem Überraschungscoup steckt National Electric Vehicle Sweden (NEVS), ein Unternehmen mit chinesischer Beteiligung, das die Reste der Marke Saab verwaltet und zu neuem Leben erwecken will. Im Mittelpunkt der Pläne steht dabei die kommende Elektro-Version des 9-3, die vor allem auf dem chinesischen Markt Erfolge feiern soll – auch weil man den mehr als zehn Jahre alten Saab dort gar nicht kennt, sondern ihn als echte Neuheit wahrnimmt.

Allerdings teilt längst nicht jeder Experte die Euphorie, mit der sich NEVS an die Wiederbelebung macht. So wünscht Automobilforscher Ferdinand Dudenhöffer von der Universität der Duisburg-Essen den Machern des Projekts „viel Spaß“ bei ihrem Vorhaben. Dass sich das Unternehmen auf wirtschaftlich stabile Beine stellen lässt, daran hegt der Fachmann starke Zweifel.

„Saab wird tot bleiben“, lautet daher sein Résumé. Andreas Bremer vom IfA-Institut für Automobil-Marktforschung sieht es ähnlich: „Das wird die Marke Saab nicht retten.“ Vor allem am Erfolg der China-Pläne zweifelt Bremer stark – denn auch dort ist der Trend zum E-Auto merklich ins Stocken geraten.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Automobilexperte

30.09.2013, 17:30 Uhr

Seat gilt schon längst nicht mehr als Problemkind. Die Marke feiert seit Jahren Absatzzuwächse auf dem deutschen Markt von 20-30% verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Unglaublich, wie die die Marke rausgeritten haben.

Account gelöscht!

01.10.2013, 04:34 Uhr

Kand Rover und Jaguar sind megacool. Tolle Autos mittlerweile...

GuteChancen

01.10.2013, 04:53 Uhr

SEAT wird von VW gestützt und PSA vom franz. Staat. Beide werden es schaffen und nicht den Markentod sterben.

Langfristig werden aber Werke der tatsächlichen Nachfrage angepasst und das kostet. Der Druck auf den Kessel der EU Autowerke bleibt hoch. Sieht man Analogien im Motorrad- und Motorrollerbereich, so wird zum Tag x VW ganze Kleinwagenserien aus chinesischen Werken importieren, um eigene Billigangriffe begegnen zu können.

PSA bereinigt sich mit GM-Kooperationen und schließt/verkleinert eigene Werke. GM setzt andererseits weiter den EU-Markt weiter mit Chevrolet-Importen unter Druck.

Druck kann nur mit Innovation, exzellenter Qualität und hochwertiger Markenpositionierung begegnet werden.
Das kommt nicht über Nacht, sondern muss mit langem Atem gepflegt werden. SEAT und PSA haben aber gute Chancen, es zu schaffen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×