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03.11.2014

09:35 Uhr

Schnee und Eis

Mit dem Auto zum Nordkap

VonMichael Kirchberger
Quelle:Spotpress

Kunden mit ein wenig Abenteuerlust im Blut lockt Audi im Winter zum Nordkap. Der 3-Tage-Trip mit spikebereiften Autos über eisgepanzerte Straßen ist auch für geübte Autofahrer eine Herausforderung.

Mit dem Auto zum Nordkap - Vier Räder mit Spikes Audi

Die eiserne Weltkugel am nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes ist das Ziel der Reise.

Der vergangene Winter war seinen Namen nicht wert. Wer auf Nummer Sicher gehen, Eis und Schnee nicht missen will, sollte dorthin ziehen, wo die eisige Kälte Mensch und Natur noch fest im Griff hat. Das lässt sich trefflich im Norden des Kontinents erleben, wenn Autohersteller wie Audi dem engagierten Autofahrer während der kalten Jahreszeit ein besonderes Erlebnis bieten wollen.

Von der finnischen Grenze bis hinauf ans Nordkap soll die Reise gehen, gut 1700 Kilometer hin und zurück. Mit spikebereiften Autos über geschlossene Schneedecke und eisgepanzerte Straßen. In nur drei Tagen. Das Programm sieht nicht nur sportlich aus, es ist auch für geübte Autofahrer eine Herausforderung.

„Wir haben im Jahr rund 17.000 Teilnehmer bei unseren Veranstaltungen“, sagt Markus Fiechtl-Kerschner, der mit 18 weiteren Kollegen die Fahrprogramme bei Audi leitet. Und wer weiß, dass andere Marken wie Mercedes-Benz, BMW, Jaguar, VW und Landrover ebenfalls umfangreiche und meist früh ausgebuchte Erlebnisreisen im Auto anbietet, erkennt, dass der der Markt für den kontrollierten Fahrspaß groß ist.

Eis-Drift-Trainings werden offeriert, Wüstentouren, die üblichen Fahrsicherheits-Lehrgänge und eben eine Winterfahrt zum Nordkap. Immerhin 3.500 Euro haben die zehn Männer für die geführte Tour zur nördlichen Spitze Europas bezahlt. Die Erwartungen sind hoch.

Die Fahrt beginnt im nordfinnischen Kittila, von hier stammt der beachtenswerte Autor Arto Paasilinna, doch auch der käme trotz vieler verschrobener Gedanken in seinen Romanen kaum auf die Idee einer Winterfahrt an den skandinavischen Nordzipfel. Im nahegelegenen Skigebiet Muonio wird die Flotte in den Garagen der Pistenraupen gewartet, neben dem Tor liegt ein Stapel geborstener Frontschürzen und kündet von Ausrutschern vorheriger Kunden. Es ist warm, nur minus sieben Grad zeigt das Thermometer.

Mit einem Blick über die Schulter mahnt Markus Fiechtl-Kerschner die Teilnehmer, Abstand zu halten. Er zeigt auf den Kunststoffhaufen. Und das Tempolimit zu beachten. In Finnland gelten seit 1. April 100 km/h als Höchstgeschwindigkeit, in Norwegen sind generell 80 km/h erlaubt, auf manchen Straßen darf 90 gefahren werden. Die Strafen sind empfindlich und basieren auf dem Jahresgehalt des Verkehrssünders, selbst Geringverdiener sind schnell mit 1.000 Euro dabei.

Die Spikes trommeln auf den Asphalt und singen ein Lied vom eisigen Norden. Eigentümliches Gefühl, mit bis zu 150 Stahlnägeln in jedem Reifen unterwegs zu sein. Die Pneus stammen von der skandinavischen Marke Lappi, bei uns weitgehend unbekannt. In Deutschland sind Spike-Reifen seit 1975 verboten, um den Fahrbahnbelag zu schonen, nur für das sogenannte kleine deutsche Eck an der bayrischen Grenze gilt eine Ausnahme. Aber auf der festgefahrenen Schneedecke oder gar den vereisten Stellen leisten sie hervorragende Arbeit.

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