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28.06.2011

09:30 Uhr

Segway

Stehen to go

Quelle:Zeit Online

Vom Auto bleiben nur Lenksäule und zwei Räder: Segways sind die Antithese zum Pkw. Sie könnten zur Alltagsikone des Nachhaltigkeits-Lifestyle werden, meint Thomas Groß.

Segway-Stadtführung in Hannover: Die einachsigen Elektro-Roller werden in immer mehr Städten zur touristischen Attraktion. Quelle: dpa

Segway-Stadtführung in Hannover: Die einachsigen Elektro-Roller werden in immer mehr Städten zur touristischen Attraktion.

Hamburg/BerlinWege, sich durch die Stadt zu bewegen, gibt es viele, mit den wenigsten allerdings kann man seine Mitmenschen noch überraschen. Sollten Sie also beim Blick aus dem Seitenfenster den Eindruck gewinnen, gerade von einem enorm beschleunigenden Fußgänger überholt zu werden, so muss es sich dabei entweder um einen fliegenden Teppich handeln oder einen Segway.

Technisch gesehen, ist darunter die rollende Antithese zum herkömmlichen Automobil zu verstehen – vom ganzen Blech bleiben bloß die Lenksäule und ein Räderpaar –, ästhetisch bietet der Segway die einmalige Chance, rasches Vorankommen mit den Erfordernissen gesteigerter Coolness zu verbinden.

Segwayfahren ist sozusagen Stehen to go: Man präsentiert sich der Öffentlichkeit in voller physischer Schönheit, ohne den Eindruck des Statuarischen durch schweißtreibendes Strampeln zu trüben, eine gewisse Mind-Body-Balance natürlich vorausgesetzt: Vornüberbeugen heißt Gas geben, zurücklehnen bremst, den Rest besorgt ein eingebauter Chip, der 1.000-mal pro Sekunde die Körperhaltung analysiert.

Polizeibeamte in Saarbrücken testeten bereits 2006 die "Elektronische Mobilitätshilfe" im Streifendienst. Quelle: dpa

Polizeibeamte in Saarbrücken testeten bereits 2006 die "Elektronische Mobilitätshilfe" im Streifendienst.

Einsatzmöglichkeiten bieten sich im Tourismus, der dieser rund zehn Jahre alten Technologie gerade einen massiven lebensweltlichen Durchbruch beschert – in der Hauptstadt ist man vor Segways nirgends mehr sicher –, doch auch die Polizei testet derzeit Risiken und Chancen in der Verbrechensbekämpfung.

Wir finden das vorbildlich, denn der Segway sichert mit seinem Elektromotor Mobilität, ohne der Umwelt zu schaden, er ist eine andere Art von Sports Utility Vehicle (SUV) und besitzt überdies eine futuristische Eleganz, wie wir sie zuletzt in Jacques-Tati-Filmen gesehen haben. Trendsprachlich formuliert: Der Segway hat das Zeug, zur ersten Alltagsikone des sogenannten Lifestyle of Health and Sustainability aufzusteigen.

Gerüchte besagen, Brad Pitt werde demnächst vom Tesla Roadster auf einen Segway umsteigen, ein Bond mit Segway-Verfolgungsjagden scheint eine reine Frage der Zeit. Vollumfänglich wollen wir das aber erst glauben, wenn Claudia Roth damit zur Arbeit gecruist kommt.

Kommentare (6)

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Steinweg

28.06.2011, 10:33 Uhr

gerade bei Regeh und Schnee ideal

poolliter

28.06.2011, 10:40 Uhr

Als jemand mit zu viel Bauch bleib ich lieber beim Pedelec.
Wenn ich damit neben einem Cabrio stehe interessiert sich niemand mehr für das Cabrio aber viele für mein Gefährt.
Wünsche dem Segways trotzdem viel Erfolg. Den "hunderte-PS-2-Tonnen-Gefährten wird´s bald gehen wie den Dinosauriern.

Mollemopp

28.06.2011, 12:52 Uhr

"...Den "hunderte-PS-2-Tonnen-Gefährten wird´s bald gehen wie den Dinosauriern."

Ganz bestimmt. Hab mich neulich noch auf der Autobahn von Hamburg nach Brandenburg plötzlich nicht mehr für mein eigenes Cabrio interessiert, weil mich ständig Pedelecs überholt haben. Bald gibt es auch keine LKWs und Lieferwagen mehr. Die Waren werden bald nur noch vom Fahrrad-Courier von A nach B gebracht. Meine pflegebedürftigen Eltern habe ich auch schonmal darauf vorbereitet, dass ich sie leider nicht mehr durch die Gegend kutschieren kann. Sollen die doch sehen, wie sie zum Arzt kommen. Selbst schuld, dass sie alt sind. Sollen sie sich mal ein Pedelec kaufen. Typisches Grünen-Denken. Strom kommt aus der Steckdose und Autos braucht kein Mensch. Deutschland, wo sind deine Dichter und Denker geblieben? Wieso leben hier nur noch Menschen ohne Gehirne?

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