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12.05.2015

10:45 Uhr

Sekretär statt Schutzengel

Autohersteller erweitern E-Call

Quelle:dpa

Für Neuwagen wird mit der Einführung des Rettungssystems E-Call ein Notrufknopf obligatorisch. Einige Hersteller platzieren direkt daneben weitere Angebote auf Abruf. Allerdings gibt es diese Services nicht umsonst.

Bei Opel gibt es ab Sommer neben dem roten Notrufknopf einen blauen OnStar-Knopf für Servicedienste. PR

Per Knopfdruck Hilfe

Bei Opel gibt es ab Sommer neben dem roten Notrufknopf einen blauen OnStar-Knopf für Servicedienste.

DetroitJody Allister ist eine Labertasche und wird auch noch dafür bezahlt. Sie sitzt für General Motors mit über 600 Kollegen in Detroit in einem Callcenter und gibt Autofahrern Hilfestellung. Wo der nächste Supermarkt ist, in welchem Hotel es noch freie Zimmer gibt, sogar wo man am 24. Dezember nach 20.00 Uhr noch ein Weihnachtsgeschenk kaufen kann: Wer den blauen OnStar-Knopf am Innenspiegel seines GM-Modells drückt, der bekommt Antwort - und hat Sekunden später schon ein neues Ziel im Navigationssystem hinterlegt.

Diese Hilfe wird offenbar oft eingefordert: Zweimal pro Sekunde gibt es einen Kontakt. Weltweit sind sechs Millionen Teilnehmer bei dem Service registriert und lösen im Monat im Schnitt fünf Millionen Calls aus, teilt GM mit: Allein vier Millionen Mal geht es dabei um Zielführung und 139.000 Mal lassen sich Besitzer über das Callcenter den Wagen entriegeln, weil sie den Schlüssel darin vergessen haben.

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Bei Opel kommt der Dienst jetzt nach Europa. „Im Grunde nehmen wir damit die Vorgaben zum eCall vorweg”, sagt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Er meint die EU-Entscheidung, nach der ab 2017 jedes Auto automatisch einen Notruf absetzen muss, wenn der Fahrer einen SOS-Knopf drückt oder die Elektronik einen Unfall erkennt. Dann werden die Position und Zahl der Insassen übertragen und Retter alarmiert.

Eine Reihe von Herstellern bietet schon jetzt solche Systeme an. So haben Citroën und Peugeot bislang rund 1,7 Millionen Fahrzeuge mit „Connect Assistance” oder „eTouch” ausgestattet. Wer auf den Knopf drückt, landet in einem Call-Center, das Hilfsmaßnahmen koordiniert, sagt Citroën-Sprecher Stephan Lützenkirchen.

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Opel hat es aber nicht dabei belassen: Weil das Auto ohnehin die ganze Technik an Bord haben muss und der Hersteller das Callcenter braucht, bieten die Hessen gleich das ganze OnStar-Spektrum an. Was in den USA Gang und Gäbe ist, gibt es in Europa sonst nur bei BMW und Mini. Andere Hersteller stellen ähnlich Dienste aber in Aussicht.

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