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01.02.2008

12:21 Uhr

Selbstbewusstsein getankt

Maserati will Porsche jagen

VonMartin-W. Buchenau

Der italienische Sportwagenhersteller Maserati will den deutschen Konkurrenten Porsche attackieren. „Wir denken über eine dritte Baureihe nach“, sagte Maserati-Vizechef Raffaele Fusilli gestern. Eine Entscheidung werde noch in diesem Quartal fallen. Die Stoßrichtung steht allerdings schon fest.

Mit Ferrari-V8 an Bord: Quattroporte Sport GTS von Maserati. Quelle: dpa

Mit Ferrari-V8 an Bord: Quattroporte Sport GTS von Maserati.

STUTTGART. „Wenn, dann werden wir die Palette nach unten abrunden und ein Modell in der Preisklasse um die 80 000 Euro im Porsche-Segment platzieren.“ Dieselmodelle oder Geländewagen kämen für die Edelmarke nicht in Frage. Maserati hat bislang den viertürigen „Quattroporte“ und das Coupé „Gran Turismo“ im Programm.

Damit wird der Kampf im Sportwagensegment für Porsche härter. Denn auch Aston Martin macht Porsche immer mehr Konkurrenz. Noch vor Porsche bringt Aston Martin einen viertürigen Sportwagen – den „Rapide“ – auf den Markt.

Sowohl die britische als auch die italienische Marke erfreut sich nach den jüngsten Leserbefragung der Fachzeitschrift „Auto Motor und Sport“ wachsender Beliebtheit. Der Maserati Quattroporte gewann bei der Wahl die Importwertung in der Luxusklasse, Aston Martin siegte bei den Sportwagen. Maserati kann dabei für sich beanspruchen, die Nische der viertürigen Sportwagen begründet zu haben. Porsche will dieses Segment mit seiner vierten Baureihe Panamera 2009 einnehmen. Und die Deutschen planen gewöhnlich bei eigenen Baureihen mit einer Stückzahl von 20 000 Fahrzeugen.

Setzen sie ihre Planung durch, trifft das auch die viel kleinere Fiat-Tochter, selbst wenn der Porsche-Viertürer deutlich unter dem 120 000 Euro teuren Quattroporte positioniert werden dürfte. Experten rechnen deshalb fest damit, dass die Italiener sich demnächst für den Gegenangriff mit einem kleineren Modell entscheiden werden.

Maserati hat zuletzt Selbstbewusstsein getankt. Nach mehreren Verlustjahren kehrten die Italiener mit einem Gewinn von 24 Mill. Euro 2007 in die schwarzen Zahlen zurück. Im vergangenen Jahr stieg der Absatz um ein Drittel auf 7 500 Fahrzeuge. Auch der Umsatz legte um ein Drittel auf knapp 700 Mill. Euro zu. „In diesem Jahr wollen wir 8 500 Autos verkaufen“, sagte der Maserati-Vizechef. Bis 2011 sollen es 12 000 Fahrzeuge werden. In Deutschland wollen die Italiener den Vertrieb um die Hälfte aufstocken.

Das Händlernetz soll von 26 auf 30 ausgebaut werden. „Deutschland ist unser viertgrößter Markt, aber der härteste Sportwagen-Markt der Welt“, sagt Deutschlandchef Peter Hermges, eine Ex-Porsche-Manager. Nach einer Steigerung um 13 Prozent auf 515 Fahrzeuge im Vorjahr wollen die Italiener in diesem Jahr hierzulande 700 Autos verkaufen.

„Wir beobachten die Konkurrenz aus dem Ausland genau“, sagt ein Porsche-Sprecher. Die Stückzahlen setzen die Zuffenhausener allerdings noch nicht in Aufregung: Porsche verkaufte 2007 mehr als 63 000 Sportwagen. Maserati, Ferrari und Aston Martin gehören zwar technisch zur Konkurrenz, von den Stückzahlen orientiert sich Porsche aber an den Sportwagenmodellen von Mercedes und BMW.

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