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13.02.2015

13:38 Uhr

Sitzprobe im Opel Karl

Platz ist in der kleinsten Hütte

VonBenjamin Bessinger
Quelle:Spotpress

Beim Adam war ihnen die Form wichtiger als die Funktion. Wenn Opel jetzt den Karl nachschiebt, dann ist es genau anders herum. Deshalb kann man in dem Knirps von 3,68 Metern überraschend gut sitzen.

Für alle, für die ein Kleinwagen vor allem preiswert und praktisch sein muss, reicht Opel für 9.500 Euro aufwärts den Karl nach. Opel

Ab 9.500 Euro aufwärts

Für alle, für die ein Kleinwagen vor allem preiswert und praktisch sein muss, reicht Opel den Karl nach.

Kleine Autos sind im Augenblick groß im Kommen. Neben den SUV werden deshalb in den nächsten Jahren vor allem die Minis ordentlich zulegen, sagt Martin Golka: „Wir rechnen mit europaweit bald vier Millionen Zulassungen in diesem Segment“, liest der Leiter für das europäische Kleinwagenmarketing bei Opel aus dem Kaffeesatz der Marktforschung und will seinem Arbeitgeber von diesem Kuchen ein großes Stück abschneiden. Dafür haben sich die Hessen entsprechend gerüstet und unterhalb des neuen Corsa gründlich an der Basis gearbeitet.

Wo der Corsa zwar nicht beim Format, aber zumindest bei der Ausstattung den Aufstieg probt und so alle Wünsche erfüllen kann, fahren die Hessen bei den ganz kleinen Autos mit einer Doppelstrategie: Für die modebewussten gibt es seit einem Jahr für mindestens 11.750 Euro den Adam, der in europäischen Großstädten längst so hip ist wie ein Fiat 500. Und für alle, für die ein Kleinwagen vor allem preiswert und praktisch sein muss, reichen sie jetzt für 9.500 Euro aufwärts den Karl nach.

Der ist nicht nur 2.250 Euro billiger als der Adam, sondern bietet obendrein mehr Auto: Obwohl zwei Zentimeter kürzer, hat er immer fünf statt wie sein fescher Vetter stets nur drei Türen, die Rückbank taugt nicht nur als Garderobe und Taschenablage und der Kofferraum ist zehn Prozent größer.

„Beim Adam haben wir für das Design und den Auftritt schon ein paar Kompromisse bei Praktikabilität und Variabilität gemacht“, räumt Designer Carsten Aengenheyster ein. „Beim Karl war es genau anders herum.“ Der ist von innen nach außen entwickelt worden und bietet für einen Kleinwagen deshalb überraschend viel Platz. Trotzdem wirkt sein Design allerdings nicht wie eine lästige Pflichtübung und lange nicht so langweilig wie beim Agila, den er ersetzen muss.

Das Lenkrad kennt man von Corsa & Co und in der Mittelkonsole steckt der große Touchscreen mit dem Intelilink-System aus dem Adam.  Opel

Mit Intelilink-System

Das Lenkrad kennt man von Corsa & Co und in der Mittelkonsole steckt der große Touchscreen aus dem Adam.

So unterschiedlich Karl und Adam konzipiert sind, so verschieden ist auch die Konstruktion. Denn der Adam ist technisch ein kleiner Bruder des Corsa, nutzt viele gemeinsame Komponenten und wird auch zusammen mit dem Corsa in Eisenach gebaut.

Der Karl dagegen wurde zwar, so beharren die Hessen, maßgeblich in Rüsselsheim gezeichnet und entwickelt, ist aber ein Modell aus der GM-Familie, wird auch als Nachfolger des Chevrolet Spark angeboten und läuft in Korea vom Band.

Trotzdem sieht er nicht nur aus wie ein echter Opel, sondern fühlt sich auch so an. Denn zu Designmerkmalen wie den Scheinwerfern oder dem Blitz in den Blechfalzen auf der Flanke gibt es Interieur mit vielen vertrauten Elementen: Das Lenkrad kennt man von Corsa & Co und in der Mittelkonsole steckt der große Touchscreen mit dem Intelilink-System aus dem Adam. Darunter gibt es zwei große Drehregler für die Klimaanlage, in die jetzt sogar anders als beim Adam Digitaldisplays eingelassen wurden.

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