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08.06.2012

07:33 Uhr

Sonntags gewinnen, Montags verkaufen

Toyota Mittelklasse profitiert vom NASCAR-Engagement

Quelle:MID

NASCAR-Rennen sind so amerikanisch wie Baseball und Football. Und wer als japanischer Hersteller dabei kräftig mitmischt, verkauft auch im Alltag mehr Autos. So wie Toyota mit dem Camry.

Seit 2007 nimmt Toyota als amerikanischer Hersteller beim "Sprint Cup" der NASCAR-Rennserie teil. Die Silhouette des Rennautos muss exakt dem der Serienlimousine entsprechen. MID

Seit 2007 nimmt Toyota als amerikanischer Hersteller beim "Sprint Cup" der NASCAR-Rennserie teil. Die Silhouette des Rennautos muss exakt dem der Serienlimousine entsprechen.

Salisbury/USAAls Sport sind NASCAR-Rennen so amerikanisch wie Baseball oder American Football. Die Geschichte reicht bis in die Tage der Prohibition zurück. Zwischen 1919 und 1933 herrschte in den Vereinigten Staaten ein striktes Alkoholverbot, das auf politischen Druck der damals verbreiteten Enthaltungsbewegung eine gesetzliche Grundlage erhalten hatte. Von der staatlich erzwungenen Enthaltsamkeit profitierten nicht nur Schwarzbrenner, Schmuggler und das gesamte organisierte Verbrechen, auch die Autobranche erhielt während der Prohibition frische Impulse.

Es galt, einen rasch wachsenden Bedarf an potenten Fahrzeugen zu decken, die auf Schmuggeltouren des Selbstgebrannten ("Moonshiner") den Nachstellungen der Polizei dank leistungsgesteigerter Motoren und begabter Fahrer die Rücklichter zeigen konnten. Natürlich lag schnell die Frage in der Luft: "Wer ist der Schnellste?"

In den letzten 15 Jahren war der Toyota Camry 14mal der meistverkaufte Pkw in den Vereinigten Staaten. PR

In den letzten 15 Jahren war der Toyota Camry 14mal der meistverkaufte Pkw in den Vereinigten Staaten.

Um die Antwort zu finden, organisierte ein gewisser Bill Frances Jr. zum ersten Mal 1938 auf einem abgesperrten Kurs am Strand von Daytona Beach ein Rennen für derart aufgemotzte "Stock Cars" und belohnte den Sieger mit einem Kistchen Zigarren und natürlich einem guten Fläschchen. Bill Frances, der bei diesem Wettbewerb den fünften Platz errang, erkannte die finanziellen Möglichkeiten, die in einer kompletten Rennserie mit solchen Fahrzeugen steckten. Der Zweite Weltkrieg verhinderte die geplante Organisation.

Am 17. Dezember 1947 traf sich Bill Frances deshalb mit Vertretern der beiden wichtigsten Rennorganisatoren des Ostens und des mittleren Westens in einer Bar. Nach einer nicht verbrieften Zahl von Drinks war die NASCAR gegründet. Das erste offizielle Rennen des Sprint Cup fand am 19. Juni 1949 auf dem "Charlotte Speedway" in Charlotte, North Carolina, statt.

NASCAR (National Association for Stock Car Auto Racing) bildet seitdem den grüßten amerikanischen Motorsportverband. "Stock Car" bedeutet übersetzt "Serienfahrzeug". Landesweit finden jedes Jahr mehr als 2.000 Rennen statt, die nach Ligen organisiert sind, wie im Fußball. Die Topserie, sozusagen die Bundesliga, bildet der "Sprint Cup".

Auch wenn das Serienmodell nicht über einen V8 verfügt, für die Rennfahrzeuge sind acht Zylinder und 5,7 Liter Hubraum Pflicht. PR

Auch wenn das Serienmodell nicht über einen V8 verfügt, für die Rennfahrzeuge sind acht Zylinder und 5,7 Liter Hubraum Pflicht.

Das Reglement sah von Beginn an seriennahe Fahrzeuge als Teilnehmer vor. Damit war der "Sprint-Cup" für Massenhersteller wie Chrysler, Chevrolet, Buick, Ford, Oldsmobile, Dodge oder Pontiac attraktiv, weil sich eine breite Zielgruppe mit diesen Autos identifizieren konnte. Es prägte sich das geflügelte Wort der Autohändler: "Win on Sunday, sell on Monday" ("Gewinne am Sonntag und verkaufe am Montag").

Diesen Gesetzmäßigkeiten der Rennserie und des Marktes unterwirft sich auch Toyota ohne Wenn und Aber. Die Japaner sind in den USA längst als einheimischer Hersteller angekommen und akzeptiert. Deshalb ist es für Toyota gleichermaßen Ehre und Pflicht, ihren Bestseller Camry im "Sprint Cup" an den Start zu bringen.

Bei einem NASCAR-Rennauto spannt sich eine dünne Karosserie-Haut über einen massiven Gitterrohrahmen, der den Fahrern maximalen Schutz bietet. PR

Bei einem NASCAR-Rennauto spannt sich eine dünne Karosserie-Haut über einen massiven Gitterrohrahmen, der den Fahrern maximalen Schutz bietet.

Die einzelnen Veranstaltungen des "Sprint Cup" sind mehr als bloße Autorennen. Die Verantwortlichen arrangieren die Rennwochenenden als Ereignis für die ganze Familie. Um die Identifikation von Fahrern und Autos zu erleichtern, verfügen die Autos über eine unverwechselbare Lackierung in den Sponsorfarben. Kooperationen zwischen Sponsoren mit Fahreren oder Teams bestehen teilweise seit Jahrzehnten. Damit ist gewährleistet, dass die Begeisterung für NASCAR auch bei den Fans den Sprung von Generation zu Generation schafft.

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