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03.01.2006

14:26 Uhr

Städte mit City-Maut

Hintergrund: Bezahlen für die Fahrt ins Zentrum

Was die Deutschen bisher nur diskutierten, haben eine Reihe von Städten im Ausland längst eingeführt: die City-Maut. Die bekanntesten Beispiele:

Bergen
Als erste in Europa ging in den 80er Jahren die norwegische Küstenstadt ihren Autofahrern ans Portemonnaie. Denn wegen der Felsen und Berge ist der Straßenbau in Norwegen extrem teuer. Es folgten die Hauptstadt Oslo und Trondheim, die drittgrößte Stadt des Landes. Hier wurde die City-Maut mit dem Jahreswechsel nach 15 Jahren wie lange geplant wieder abgeschafft. Ziel war auch hier Geld für den Straßenausbau einzunehmen. In Bergen dagegen hat der Stadtrat die zunächst beschlossene Beschränkung auf 15 Maut-Jahre wieder aufgehoben.

London
Seit Februar 2003 muss acht Pfund (rund elf Euro) zahlen, wer von Montag bis Freitag zwischen 7.00 Uhr und 18.30 Uhr ins Zentrum fahren will. Der Verkehr ging wie angestrebt um etwa 15 Prozent zurück. Der Erlös, der in den öffentlichen Nahverkehr fließen soll, hinkt aber den Erwartungen noch hinterher. Von Frühjahr 2007 an soll die Gebührenzone ausgeweitet werden.

Rom
Im historischen Zentrum gilt ein komplettes Fahrverbot für Privatleute. Nur Taxis, Busse, Lieferanten und Besitzer einer Einfahrgenehmigung (360 Euro im Jahr) dürfen hinein. Das Verbot gilt während der Woche tagsüber, freitags und samstags auch nachts. Sonntags gilt freie Fahrt. Auch Bologna hat seine Altstadt gesperrt.

San Diego
Die kalifornische Stadt San Diego richtete 1996 auf einer Stadtautobahn eine Extra-Spur ein. Ist der Fahrer allein, muss er dort je nach Verkehrsdichte und Uhrzeit zwischen 50 Cent und 4 Dollar (3,75 Euro) bezahlen. Mit Beifahrern ist die Fahrt unentgeltlich. Bezahlt wird elektronisch über einem Sender im Auto. Die Maut bringt der Stadt jährlich rund zwei Million Dollar ein, der größte Teil fließt in den öffentlichen Nahverkehr.

Seoul
Südkoreas Hauptstadt führte die Maut 1996 in zwei Tunneln ein, die den Norden und den Süden der Stadt verbinden. Zwischen 7.00 und 9.00 Uhr werden für Privatwagen mit weniger als zwei Insassen umgerechnet 1,70 Euro fällig. Laut einer Studie nahm der Verkehr um rund ein Achtel ab und kam schneller voran. Deutlich mehr Menschen passieren nun die Tunnel, denn in jedem Auto sitzen jetzt mehr Leute.

Singapur
Im Kampf gegen den Stau hatte Singapur schon 1965 eine Maut eingeführt. Seit 1998 wird die Gebühr von einer aufladbaren Geldkarte hinter der Windschutzscheibe abgebucht. Die Preise variieren nach Fahrzeug, Strecke und Tageszeit; für Personenwagen umgerechnet zwischen rund 25 Cent und 1,80 Euro. Am teuersten wird es in der Stoßzeit zwischen 8.30 und 9.00 Uhr.

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