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22.08.2013

16:28 Uhr

Statistik

Erneut weniger Verkehrstote

Fahrzeugtechnik, Verkehrsinfrastruktur, Fahrverhalten – und das Wetter: Auf deutschen Straßen sind wieder weniger Menschen getötet und verletzt worden. Fachleute sehen aber keinen Grund zur Entwarnung.

Kreuz an einer Landstraße bei Marburg: Erneut steigt die Zahl der Verkehrstoten. dpa

Kreuz an einer Landstraße bei Marburg: Erneut steigt die Zahl der Verkehrstoten.

WiesbadenAuf den Straßen in Deutschland sind nach dem Tiefstand 2012 auch im ersten Halbjahr 2013 wieder weniger Menschen gestorben und verletzt worden. 1454 Verkehrsteilnehmer kamen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bei Unfällen ums Leben. Das waren 239 oder 14,1 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2012, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Mit 3600 Verkehrstoten war 2012 der tiefste Stand erreicht worden.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sprach von einem erfreulichen Signal. „Der Verkehr auf unseren Straßen ist sicherer geworden - und trotzdem dürfen wir uns darauf nicht ausruhen.“ Nötig seien etwa weiterhin Aufklärungskampagnen wie „Runter vom Gas“, sagte Ramsauer der Nachrichtenagentur dpa.

Verhalten bei einem Unfall

Erste Maßnahmen

Kraftfahrer als Ersthelfer an einer Unfallstelle sind oft verunsichert und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Prinzipiell gilt laut dem ADAC vor allem die Eigensicherung. Beim Erblicken eines Unfalls heißt das, sofort Warnblinkanlage einschalten und in sicherem Abstand zur Unfallstelle auf dem Standstreifen anhalten. Dann muss die Warnweste angezogen werden. Der nächste Schritt: vorsichtig aussteigen und möglichst hinter der Leitplanke herlaufen und sein Warndreieck mindestens 100 Meter – auf der Autobahn 150 Meter – vor der Unfallstelle aufstellen.

Notruf

Über die Nummer 112 ist ein Notruf abzusetzen. Wichtig ist es, die wichtigen Informationen weiter zu geben: Wo hat sich der Unfall ereignet? Was ist passiert? Wie viele Personen sind beteiligt? Welche Verletzungen gibt es? Vor dem Auflegen die Rückfragen der Notrufzentrale abwarten.

Erste Hilfe

Wer geschult ist, prüft zuerst die lebenswichtigen Funktionen des Unfallopfers. Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung muss der Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht werden. Atmet das Unfallopfer nur noch unregelmäßig oder gar nicht, ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen. Starke Blutungen gilt es, mit einem Druckverband zu stillen, und gegebenenfalls unter Schock stehende Personen sind zu betreuen. Wer nicht geschult ist und sich keine Sofortmaßnahmen am Unfallort zutraut, bleibt bei den Unfallopfern, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Rettungsgasse

Bei einem Stau nach einem Unfall sind die Kraftfahrer verpflichtet, eine Rettungsgasse zu bilden. Das heißt, alle Autos auf der linken Fahrspur halten sich möglichst links, alle anderen fahren nach rechts. Denn für ankommende Rettungsfahrzeuge ist der Standstreifen als Rettungsweg nicht geeignet, da er oft nicht durchgehend ausgebaut ist oder von liegengebliebenen Fahrzeugen blockiert wird.

Schaulustige

Gaffen statt zu helfen, ist nicht nur rücksichtslos und gefährlich, sondern kann auch teure Konsequenzen haben. Das Bußgeld reicht von 40 Euro bis zu 5 000 Euro, wenn Einsatzkräfte behindert werden.

Als Grund für den Rückgang nennen Fachleute ein Bündel von Gründen: Fahrzeugtechnik, Verkehrsinfrastruktur, Fahrverhalten und die Witterung. Rein rechnerisch sterben dennoch jeden Tag etwa acht Menschen im Straßenverkehr. Die Experten warnen daher vor unangemessener Euphorie: „Man sollte nicht vergessen, welche dramatischen Schicksale hinter diesen Zahlen stecken“, sagt die Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), Ute Hammer. Halbjahreszahlen seien wegen der Witterung nur sehr begrenzt aussagefähig, betont Unfallforscher Siegfried Brockmann.

Rund 167.700 Verkehrsteilnehmer wurden im ersten Halbjahr 2013 verletzt, das waren sogar 8,8 Prozent weniger als von Januar bis Juni des Vorjahres. Die Zahl der Unfälle ging auch erneut zurück, aber nur um 1,5 Prozent. Insgesamt knallte es etwa 1,15 Millionen Mal. Der geringe Rückgang bei den Unfällen zeige, dass es trotz des positiven Trends keine Entwarnung geben dürfe, mahnt die Sprecherin des Verkehrsclub Deutschlands (VCD), Anja Smetanin. Das Sicherheitsgefühl sei regional auch sehr unterschiedlich.

Kommentare (1)

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22.08.2013, 22:29 Uhr

Ein Unfall-Datenschreiber der die letzte Zeit vor einem Unfall dokumentiert führt erfahrungsgemäß sehr wirksam zu umsichtiger Fahrweise.

Da wären dann alle Verbote (Handy, anschnallen, Geschwindigkeit ...) überflüssig und es gäbe noch weniger Verkehrstote und auch sehr viel weniger Verletzte im Verkehr. Und die Polizei könnte sich viele Geschwindigkeitskontrollen ersparen.

Vielleicht könnte dann die Polizei sogar anstatt Bürger zu kontrollieren, diese besser vor Kriminalität beschützen. Denn das Geld was man für die Polizeibeamten und die Geräte zur Geschwindigkeitskontrollen spart, kann dann zum Schutz der Bürger eingesetzt werden.

Nebenbei: die Zahl der Suicidopfer und die Zahl der tödlichen Unfälle im Haushalt liegt wesentlich höher als die der Verkehrstoten!

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