Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.08.2013

14:37 Uhr

Studie

Modellvielfalt irritiert Autokäufer

Führt ein Überangebot von Autos zum Tunnelblick des Käufers? Die Beratungsgesellschaft PwC geht in einer Studie der Frage nach, welche Folgen die Modellflut hat, mit der die Hersteller die Käufer offenbar überfordern.

Besucher auf einer Automobil-Ausstellung: Wenn zu viele verschiedene Modelle in zu schneller Folge auf den Markt drängen, verliert der Käufer den Überblick und blendet Teile des Angebots aus. dpa

Besucher auf einer Automobil-Ausstellung: Wenn zu viele verschiedene Modelle in zu schneller Folge auf den Markt drängen, verliert der Käufer den Überblick und blendet Teile des Angebots aus.

DüsseldorfDie deutschen Autobauer bringen immer mehr verschiedene Modelle auf den Markt - und überfordern damit nach einer Umfrage zunehmend ihre Kundschaft. Demnach sind 54 Prozent der potenziellen Kunden in Deutschland der Ansicht, dass die große Auswahl die Kaufentscheidung schwerer mache, teilte die Beratungsgesellschaft PwC am Mittwoch in Frankfurt mit.

Ein Viertel der Befragten, die in den kommenden zwölf Monaten ein Auto kaufen wollen, nehme die Ausweitung des Angebots noch nicht einmal wahr.

Aktuell drängen sich nach der Analyse über 300 Modellreihen auf dem hartumkämpften europäischen Markt - Varianten wie Kombi, Coupé oder Cabriolet nicht mitgezählt. Weil diese stetige Vergrößerung der Produktpalette die deutschen Autokäufer zu überfordern drohe, hätten inzwischen viele einen Tunnelblick auf den Markt, sagte PwC-Partner und Auto-Experte Felix Kuhnert: „Sie wissen sehr genau, was für einen Pkw sie benötigen beziehungsweise sich leisten können und blenden das übrige Angebot aus.“

Andererseits: Die Hersteller haben in einem hart umkämpften und schwieriger werdenden Markt bislang von der Diversifizierungsstrategie mit vielen verschiedenen neuen Modellen bislang profitieren können. Wie die PwC-Analyse auch zeigt, rollten vor fünf Jahren aus den europäischen Werken erst 68 Modellreihen, aktuell sind es fast 100 und 2019 werden es voraussichtlich über 120 sein.

Gleichzeitig konnten die deutschen Automobilhersteller zwischen 2007 und 2012 ihren Marktanteil  in Europa um sechs auf 36,5 Prozentpunkte ausbauen, trotz eines seit fünf Jahren schrumpfenden Marktes. "Lange ist die Strategie der deutschen Autobauer aufgegangen, durch zusätzliche Modellreihen immer neue Segmente zu erschließen und Marktanteile zu erobern. Allerdings werden wir einen Punkt erreichen, an dem sich kleine und kleinste Nischen nur noch mit extremer Kostendisziplin füllen lassen. Je geringer der Aufwand für Neuentwicklungen ist und je mehr  Gleichteile verwendet werden können, desto besser“, kommentiert Kuhnert.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kritiker

23.08.2013, 07:24 Uhr

Da ist wohl etwas dran! Kaufinteressenten werden zugemüllt mit Varianten und Modellen, die kaum einer braucht. Wenn man allerdings gezielt z.B. nach Euro-6-Modellen sucht, wird die Luft schnell dünn!
Auch Elektro-Autos sucht man weitgehend vergebens. Da gibt es wohl nur einen Hersteller, der halbwegs seine Hausaufgaben gemacht hat: Renault mit dem ZOE.
Die Kunden sind nicht so blöd, wie die Industrie glaubt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×