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29.09.2013

14:51 Uhr

Studie

Neue Rabattrekorde auf dem Automarkt

ExklusivDie Listenpreise sind bei den Autoherstellern in den meisten Fällen Makulatur. Die Rabattschlacht auf dem deutschen Markt ist in vollem Gange. Dennoch kommt der Absatz nicht wirklich in Schwung – das hat mehrere Gründe.

Besonders hohe Rabatte gibt es etwas auf den Citroën DS5. AFP

Besonders hohe Rabatte gibt es etwas auf den Citroën DS5.

DüsseldorfRabatte bestimmen den rückläufigen deutschen Automarkt stärker denn je. „Es gibt keine Anzeichen für eine Trendwende, im Gegenteil“, sagte Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen, dem Handelsblatt (Montagausgabe).

Der Rabattindex des CAR kletterte mit 134 Punkten auf ein Allzeithoch. In den aktuellen CAR-Index, der dem Handelsblatt vorliegt, fließen verschiedene Komponenten ein. Danach stieg der Kundenvorteil aus aktuell 465 Sonderaktionen der Hersteller leicht auf 12,9 Prozent. Der durchschnittliche Händlernachlass auf die 30 beliebtesten Modelle sank leicht auf 20,1 Prozent – dafür zog der Anteil der auf Hersteller und Händler angemeldeten Autos um 4,4 Prozentpunkte auf 29,6 Prozent an.

Solche Eigenzulassungen und Rabatte sind problematische Verkaufshilfen, weil sie den Wiederverkaufswert eines Modells auf Dauer schmälern und die Gewinnspanne von Hersteller und Händler belasten. Die größte absolute Ersparnis unter den zehn größten Rabattaktionen können Kunden beim Citroën DS5 erzielen. Angesichts eines Kaufpreises von 30.490 Euro beträgt der Nachlass laut CAR 27,2 Prozent und damit 8.297 Euro. Mit 36,5 Prozent gibt Fiat den prozentual höchsten Rabatt auf das Modell Punto. Der Preisvorteil liegt bei 4.196 Euro.

Die Deutschen blieben angesichts der wirtschaftlichen Probleme in Europa und der Unsicherheit über die Zusammensetzung der künftigen Bundesregierung vorsichtig, so Dudenhöffer. Aus Sicht des Branchenkenners kommt ein strukturelles Problem dazu: „Die Autobauer haben noch immer keine Antwort auf die Kaufzurückhaltung der Jüngeren gefunden.“

Von

mcs

Kommentare (26)

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Rendite

29.09.2013, 16:23 Uhr

Kein Wunder, die Kaufpreise sind mittlerweile mehr als überzogen. Wer verbrennt schon gerne nach einem Jahr 40 % des Neuwagenpreises? Selbst die meisten Firmen sind mittlerweile nicht mehr dazu bereit.

AndreasM.

29.09.2013, 16:44 Uhr

Genau, wer soll das denn bezahlen, wenn er sich durch Minjobs hangelt, oder mit befristeten Arbeitsverträgen mehr schlecht als recht für sein Auskommen heute sorgen muß, ohne große Reserven bilden zu können. Selbst ein Neuwagen der Kompaktklasse ist ein Luxus. Die Mittelklassewagen werden doch zum größten Teil als Geschäftsfahrzeuge geleast.
Wo sind die Unternehmer vom Schlage eines Henry Fords, die Ihre Mitarbeiter so gut bezahlen, daß Sie seine Autos auch kaufen können. Zwar ist in Deutschland die Stammbelegschaft der Automobilisten durchaus privilegiert, aber die Entwicklung geht immer stärker dahin, prekäre Beschäftigungsverhältnisse auszubauen.Wir folgen Amerika in Sachen Einkommensspreizung.
Wo da die Kunden für die Neuwagen herkommen sollen ist tatsächlich eine sehr gute Frage.

Account gelöscht!

29.09.2013, 18:53 Uhr

Die Politik, einschließlich die EU, sägt am Ast, auf dem wir alle, dank einer noch breiten und groß aufgestellten Automobilindustrie sitzen.

Solange die Hürden für die Jüngeren mit ihren überwiegend mickrigen Einstiegsgehältern mickrig bleiben, fallen diese als Neuwagenkäufer aus.
Dazu sind die Kosten für den Erwerb der FE, die Anschaffungs- und insbesondere auch die Unterhaltskosten (besonders auch Versicherungseinstufung, Werkstattkosten usw.) viel zu hoch.

Der private Autobesitzer/Autofahrer wird über Gebühr finanziell belastet (vor allem durch mehrfache Steuern) und gegängelt (Erhöhung zahlreicher Strafgebühren, zunehmende Parkplatzbewirtschaftung in Wohnbereichen, Betriebs-, Umwelt- und Abgasplaketten). Zunehmend stellt sich auch die Frage, ob sich ein Auto noch rechnet, mit dem man wegen fehlender Parkplätze (auch berufsbedingt) nicht mehr in die Innenstädte fahren kann und zwangsläufig und zusätzlich den ÖPNV nutzen muss, was dann natürlich wiederum zusätzliche Kosten verursacht.

Die unklare Vorschriftenpolitik der EU (insbesondere hinsichtlich einer realistischen, langfristig ausgelegten Abgaspolitik)tut dann am Schluss ihr übriges, den in Frage kommenden Käufer eines Neuwagens zu verunsichern.

Es droht, früher oder später, der empfindliche Abbau von Industriearbeitsplätzen in der EU.

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