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17.04.2012

11:00 Uhr

Studie über junge Autokäufer

Gebrauchte Oberklasse statt preiswerter Massenware

Quelle:MID

Alternative Antriebe wie Hybrid- oder Elektromotoren wären für viele 19- bis 31-Jährigen durchaus eine Option beim Autokauf. Das sagt eine aktuelle Studie zu Trends auf dem deutschen Automarkt.

19- bis 31jährige Autokäufer setzten Kostenbewusstsein vor Umweltschutz. Sie ziehen ein gebrauchtes Premiumfahrzeug wie einen 2003er Audi A8 den Billigangeboten der Massenhersteller vor. MID

19- bis 31jährige Autokäufer setzten Kostenbewusstsein vor Umweltschutz. Sie ziehen ein gebrauchtes Premiumfahrzeug wie einen 2003er Audi A8 den Billigangeboten der Massenhersteller vor.

MünchenAlternative Antriebe wie Hybrid- oder Elektromotoren wären für viele 19- bis 31-Jährigen durchaus eine Option beim Autokauf. Das sagt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zu Trends auf dem deutschen Automarkt. Dennoch lautet der Tenor: Lieber gebrauchte Oberklasse als preiswerte Massenware.

Die in der Umfrage als "Generation Y" bezeichnete Altersgruppe werde ihr Umsatzpotenzial bis zum Jahr 2020 voraussichtlich auf 14 Milliarden Euro nahezu verdoppeln, schätzt Thomas Schiller, Partner und Leiter Automotive bei Deloitte die wachsende Bedeutung dieser relativ jungen Käufergruppe für den deutschen Automarkt ein.

Die beliebtesten Autos der Deutschen 2011

Mini

1. Smart Fortwo: 29.465 verkaufte Einheiten / 16,6 Prozent Marktanteil
2. Renault Twingo: 21.897 verkaufte Einheiten / 12,3 Prozent Marktanteil
3. Fiat 500: 16.929 verkaufte Einheiten / 9,5 Prozent Marktanteil

Kleinwagen

1. VW Polo:  90.720 verkaufte Einheiten  /  15,5 Prozent Marktanteil
2. Opel Corsa: 70.152 verkaufte Einheiten  /  12,0 Prozent Marktanteil
3. Ford Fiesta:  53.940 verkaufte Einheiten  /  9,2 Prozent Marktanteil

Kompaktwagen

1. VW Golf: 258.059 verkaufte Einheiten  /  32,0 Prozent Marktanteil
2. Opel Astra: 86.579 verkaufte Einheiten  /  10,8 Prozent Marktanteil
3. Ford Focus: 61.157 verkaufte Einheiten  /  7,6 Prozent Marktanteil

Mittelklasse

1. VW Passat:  103.507 verkaufte Einheiten  /  22,2 Prozent Marktanteil
2. Mercedes C-Klasse: 79.820 verkaufte Einheiten  /  17,1 Prozent Marktanteil
3. BMW 3er:  62.280 verkaufte Einheiten  /  13,4 Prozent Marktanteil

Obere Mittelklasse

1. BMW 5er:  59.756 verkaufte Einheiten  /  36,5 Prozent Marktanteil
2. Mercedes E-Klasse:  49,961 verkaufte Einheiten  /  30,5 Prozent Marktanteil
3. Audi A6: 46.076 verkaufte Einheiten  /  28,1 Prozent Marktanteil

Oberklasse

1. Mercedes CLS: 6.248 verkaufte Einheiten  /  21,0 Prozent Marktanteil
2. BMW 7er:  5.062 verkaufte Einheiten  /  17,0 Prozent Marktanteil
3. Mercedes S-Klasse:  4.730 verkaufte Einheiten  /  15,9 Prozent Marktanteil

Geländewagen

1. VW Tiguan:  45.662 verkaufte Einheiten  /  12,7 Prozent Marktanteil
2. BMW X1:  33.480 verkaufte Einheiten  /  9,3 Prozent Marktanteil
3. Dacia Duster:  22.726 verkaufte Einheiten  /  6,3 Prozent Marktanteil

Sportwagen

1. Mercedes E-Klasse Coupé:  11.410 verkaufte Einheiten  /  23,6 Prozent Marktanteil
2. Mercedes SLK: 8.610 verkaufte Einheiten  /  17,9 Prozent Marktanteil
3. Porsche 911: 6.373 verkaufte Einheiten  /  13,2 Prozent Marktanteil

Mini-Vans

1. Opel Meriva:  41.097 verkaufte Einheiten  /  19,0 Prozent Marktanteil
2. Nissan Qashqai:  32,651 verkaufte Einheiten  /  15,1 Prozent Marktanteil
3. Mercedes B-Klasse:  30.053 verkaufte Einheiten  /  13,9 Prozent Marktanteil

Großraumlimousinen

1. VW Touran:  55.416 verkaufte Einheiten  /  34,2 Prozent Marktanteil
2. VW Sharan:  22.055 verkaufte Einheiten  /  13,6 Prozent Marktanteil
3. Opel Zafira:  19.66 verkaufte Einheiten  /  12,1 Prozent Marktanteil

Quelle: KBA (Kraftfahrt-Bundesamt)

Bei der Entscheidung für die Form des Antriebs ist der Studie zufolge das Umweltbewusstsein aber nicht ausschlaggebend. Es bestimmen eher pragmatische Gründe, wie die Fahrzeugkosten die Wahl der Fahrzeugtechnik. Und etwa 20 Prozent der Befragten gaben an, innerhalb der nächsten fünf Jahre ein SUV-Fahrzeug erwerben zu wollen. Das interpretieren Automobil-Fachleuten nicht gerade als Nachweis ausgeprägten Umweltbewusstseins.

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sind diese eher jüngeren Käufer dennoch für alternative Antriebe empfänglich: Etwa jeder vierte Befragte gab an, er könne sich vorstellen, als nächstes Fahrzeug ein Elektroauto zu besitzen. In der Gesamtbevölkerung ist das nur jeder Zehnte.

Allerdings achtet auch die jüngere Generation Y auf die Kosten: bei der Anschaffung eines Elektroautos ist nur die Hälfte dazu bereit, mehr als 1 000 Euro an Extrakosten zu akzeptieren.

Dass die Angehörigen dieser Zielgruppe bereits recht anspruchsvolle Vorstellungen beim Autokauf haben, verdeutlichen Fragen nach Qualität und Ausstattung der Fahrzeuge. So legt die Generation Y großen Wert auf sorgfältige Verarbeitung, sie schätzt Ledersitze und Navigationstechnik.

Und die Integration von Smartphones in die Fahrzeugelektronik ist mit hoher Priorität erwünscht. Die Studie macht klar, dass diese Käufergruppe wenig von preisgünstiger Massenware hält. Die Generation Y interessiert sich beim Autokauf eher für ein gebrauchtes Oberklassefahrzeug als für den Neuwagen von einer Massenmarke. Premiumfunktionen und gehobene Ausstattung sind ihre vordringlichen Anforderungen beim Autokauf.

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