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12.02.2013

13:54 Uhr

Studie warnt

SUV-Boom könnte Autobauern Probleme bescheren

Quelle:dpa

Der Fahrer sitzt höher, die Sicht ist gut und viel Platz ist auch noch da: Geländelimousinen wie der Porsche-Cayenne finden immer mehr Fans. Doch der Ansturm könnte den deutschen Anbietern Schwierigkeiten einbrocken.

Verkaufsschlager Cayenne: Bei Porsche lag der SUV-Anteil im Jahr 2012 weltweit bei 53 Prozent. dpa

Verkaufsschlager Cayenne: Bei Porsche lag der SUV-Anteil im Jahr 2012 weltweit bei 53 Prozent.

StuttgartDer Käuferansturm auf die sportlichen Geländelimousinen (SUV) könnte den Autobauern hierzulande laut einer Studie Probleme bei der Umweltbilanz ihrer Flotten einbrocken. Das noch junge Segment der SUV dürfte in Deutschland bereits zum Ende des Jahrzehnts jeden dritten Neuwagen ausmachen, wie eine Analyse des Car-Instituts an der Uni Duisburg-Essen feststellt.

Demzufolge kamen die Geländelimousinen 2012 schon auf 16 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen. 2009 waren es mit rund 275 000 SUV (englisch für Sport Utility Vehicle) erst 7 Prozent gewesen. Die Kehrseite der Medaille: Mehr SUV-Anteil in den Verkaufszahlen der Autobauer könnte der Vorgabe zuwiderlaufen, den CO2-Ausstoß für die Flotten der Konzerne künftig merklich zu senken. Der Leiter des Car-Instituts, Professor Ferdinand Dudenhöffer, erklärt dazu: „SUV sind schwerer, haben einen höheren Luftwiderstand, sind stärker motorisiert - sprich verbrauchen mindestens 25 Prozent Treibstoff mehr als die konventionellen Fließ- und Stufenheckfahrzeuge.“

Die Studie unterstellt dem SUV-Segment künftig ein langsameres Wachstum als in den vergangenen Jahren - aber dennoch ergäben sich damit 33 Prozent Anteil für 2020. Würde der Zuwachs im Tempo der vergangenen zwölf Jahre bis 2020 weiterlaufen, wäre dann sogar jeder zweite Neuwagen (49 Prozent) eine Geländelimousine. „Das SUV-Segment wächst in Deutschland seit Ende der 90er Jahre ungebremst. So beträgt das Marktanteilswachstum seit dem Jahr 2000 stolze 15 Prozent pro Jahr. Und ein Ende des Wachstumsprozesses ist nicht absehbar“, heißt es. Entsprechend herausfordernd sei das drohende Plus im CO2-Ausstoß.

Laut EU-Vorgaben soll der Durchschnittsneuwagen von dem Jahr 2020 an pro Kilometer nur noch 95 Gramm des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ausstoßen, das allgemein als klimaschädlich gilt. Aktuell liegt die Grenze bei 130 Gramm/Kilometer. Die Experten vom Car-Institut schreiben dazu: „Bei einem SUV-Marktanteil von 15 Prozent könnte das gerade noch erreichbar sein, aber bei 30 Prozent und mehr SUV unter den Neuwagenverkäufen werden die Ziele mit den bisherigen Antriebstechniken nicht zu erreichen sein.“

Als Beispiel nennt die Studie einen sehr gängigen Kompaktwagen mit 105-PS-Dieselmotor und ein kompaktes SUV vom selben Hersteller mit nur 5 PS mehr. Der CO2-Unterschied ist mit 139 zu 99 Gramm pro Kilometer erheblich und liegt bei fast 30 Prozent besserem Wert.

Sollten die Hersteller die 95-Gramm-Grenze verfehlen, geht das den jetzigen Plänen zufolge ins Geld - und kratzt am Image. „Entweder die Autobauer finden eine technische Lösung - etwa Plugin-Hybride - oder es stehen nach dem Jahr 2020 hohe EU-Strafzahlungen an“, besagt die Studie.

Für die Autokonzerne könnte das in einem Dilemma enden - denn ihre Wachstumsperspektiven hängen auch am SUV-Trend. So beklagte etwa Daimlers Finanzvorstand Bodo Uebber im Herbst, dass bei Mercedes ein kleines SUV wie der BMW X1 fehle. Ende 2013 will Daimler nachziehen. Bei Porsche lag der globale SUV-Anteil 2012 bei 53 Prozent. Grund ist der Verkaufsschlager Cayenne, der 2013 einen kleinen SUV-Bruder, den Macan, bekommen wird. Das dürfte Porsches SUV-Anteil anheben.

Kommentare (8)

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12.02.2013, 19:12 Uhr

Seltsam, wie wenig unternehmerisch diese CAR-Leute denken. Die Lösung ist (abgesehen davon, dass man in der EU ja prima über Lobbyisten Dampf machen kann) so einfach wie komfortabel: Die Margen werden auf SUVs und andere PS-Protzer einfach gezielt so erhöht, dass aufgrund der Preiselastizität der Nachfrage ein neues Optimum des Herstellers über die gesamte Produktpalette und im Rahmen der Vorgaben zustande kommt.

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13.02.2013, 01:05 Uhr

In Deutschland gibt es ein Grundgesetz. Dieses bestimmt in Art. 14 die Freiheit des Eigentums. Daraus folgt, daß sich jeder ein Auto kaufen darf - oder zwei - und die Autos, die er will. Und es bedeutet weiter, daß jedes Unternehmen seine Produktionsanlagen einsetzen darf, um alternativ zu Kaffeemaschinen oder Windmühlen eben auch Autos zu bauen. Die planwirtschaftlichen Vorgaben aus Brüssel oder Berlin verstoßen permanent gegen unsere Verfassung.

Ein zweites kommt hinzu: begründet wird die faktische Außerkraftsetzung des Grundgesetzes mit der angeblichen Gefahr durch CO2. Während wir uns hier in Oberbayern gerade den A.. abfrieren, schwafeln sie weiter von "Erderwärmung" und "schmelzenden Polkappen. Fakt ist, daß es sich bei dem inzwischen in jede Gemeinde und jeden Kindergarten getragenen Angstbotschaften um eine Ansammlung von Märchen handelt - alles hört sich gut an, und nichts stimmt. KE Research wird in den nächsten Tagen eine neue Kurzstudie herausbringen, in der Schülern und Lehrern in leicht verständllicher aber physikalisch zutrefffender Weise aufgezeigt werden wird, daß die angeblichen "Treibhausgase" die Erde KÜHLEN - sie wärmen sie also nicht. Der CO2-Wahn der Brüsseler und Berliner Politik ist ohne Grundlage.



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13.02.2013, 06:16 Uhr

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!
Herr Wissmann hat ganze Arbeit geleistet. Bin gespannt, wenn der Verordnungstext vorliegt, was "lobbyplag" dazu sagt.
Zitat Finanzen net vom 5.2.2013 über die EU-Sitzung zu diesem Thema vom Vortag.D-Land hatte dazu den neuen Vorschlag "Supercredits" vorgelegt.

"Hersteller, die früh auf besonders umweltfreundliche Autos setzten, will man belohnen, sagte ein EU-Diplomat in Brüssel. Den dt. Vorschlag debattierten
Ländervertreter am Montag in einem EU-Expertengremium. Der dt.Position zufolge sollen die Autobauer besonders
saubere Fahrzeuge wie Elektro- und Plug-in Hybride ab 2016 mit dem Faktor 3,5 für die CO2-Bilanz ihrer Flotte anrechnen. Dieser Faktor solle bis 2020 auf 1,5 sinken. Von 2020 an werden neue Autos im Flottendurchschnitt nur noch 95g CO2 pro km ausstoßen dürfen. 2012 lag der Durchschnit der Neuzulassungen in D-Land nach Zahlen des KBA bei knapp 142 Gramm. Besonders die deutschen Premiumhersteller wie BMW, Daimler oder Audi sowie Porsche sind teils deutlich über dem Schnitt. Mit ihren schweren Fahrzeugen dürften sie größere Probleme haben als Massen- und Kleinwagenhersteller wie Renault, Fiat oder Volkswagen. Mit den sogenannten "Supercredits" für äußerst sparsame Autos könnten beispielsweise E-Mobile und Plug-in Hybride den Verbrauch mehrerer größerer Spritschlucker kompensieren. Diese Bonuspunkte sollen ab 2016 gesammelt, aber erst nach 2020 genutzt werden, um die dann noch strengeren Regeln einhalten zu können, wie laut EU-Diplomaten aus dem Vorschlag hervorgeht, der der Arbeitsgruppe für Umweltfragen präsentiert wurde. Allein mit der Mehrfachanrechnung würde auch das Ziel für 2020 von 95g Kohlendioxid pro km nach Zahlen der "FAZ" auf rund 105g verwässert.Ein EU-Diplomat sagte, die EU-Kommission habe die "Lastenverteilungskurve" beim CO2-Sparziel gerechter verändern wollen."
Gratulation Hr.Wissmann, die SUV-Spritfresser sind gerettet. Wie bei der Effizienzklassenverordung hat sich die dt. Autolobby wieder durchgesetzt.

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