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19.08.2012

10:26 Uhr

Studie zum Autoabsatz

Opel legt bei jedem Wagen drauf

Quelle:dpa

Opel hat sich in seiner langen Geschichte mehrfach neu erfunden. Nach etlichen Umbrüchen, Höhenflügen und Abstürzen steckt die Marke mit dem Blitz nun erneut tief in der Krise. Und verdient nichts an ihren Autos.

Produktion des Kleinwagens Adam im Opel-Werk Eisenach. Pressefoto

Produktion des Kleinwagens Adam im Opel-Werk Eisenach.

DuisburgWas verdienen die Autobauer an einem verkauften Neuwagen? Opel verliert im Schnitt mit jedem Kaufvertrag fast 1.000 Euro, und Porsche hat die dicksten Profite - das ist das Ergebnis einer Studie des Center Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen, die der Nachrichtenagentur dpa am Samstag vorlag. Und: Im Dreikampf mit Audi und Daimler hat sich BMW in der ersten Jahreshälfte als der erfolgreichere Autobauer erwiesen.

Demnach verdiente BMW in den ersten sechs Monaten an jedem verkauften Auto im Schnitt 4.325 Euro vor Zinsen und Steuern - und war damit im Kerngeschäft stärker als die beiden Konkurrenten. Audi musste sich mit einem operativen Gewinn von 4.242 Euro pro Fahrzeug zufriedengeben, lag aber noch vor Daimler (3.621 Euro).

Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer sieht aber noch gute Aufholchancen für die Schwaben: „Die kommen im vierten Quartal zurück“, sagte der Experte. Er erwarte, dass der Verkaufsstart der neuen A-Klasse das Pkw-Geschäft beflügelt. Zudem hätten sie „ihre Kostenstrukturen deutlich verbessert“.

Der vom Absatz her deutlich kleinere Sportwagenbauer Porsche spielt in einer ganz anderen Liga: An jedem verkauften Neuwagen verdiente Porsche in der ersten Jahreshälfte im Schnitt 16.826 Euro vor Zinsen und Steuern - so viel wie kein anderer Hersteller. Bei Opel sieht es hingegen düster aus: Nach den Berechnungen des CAR-Instituts machte der kriselnde Autobauer im Schnitt mit jedem verkauften Wagen 939 Euro minus.

Außerhalb der Oberklasse hatte überraschend Chrysler im reinen Autogeschäft die Nase vorn (1.436 Euro). „Nicht mal Hyundai-Kia, dem profitabelsten Massenhersteller der letzten Jahre, ist es gelungen, pro Fahrzeug einen höheren Gewinn zu erzielen“, sagte Dudenhöffer.
Der südkoreanische Hersteller kam auf ein Ebit von 1386 Euro pro Fahrzeug und lag damit unter anderem vor Europas größtem Autobauer Volkswagen (916 Euro) und dem Weltmarktführer Toyota (845 Euro). „Spätestens 2020 wird Hyundai-Kia die Marktführerschaft übernehmen“, prophezeite Dudenhöffer angesichts der jüngsten Zahlen.

Ganz schlecht sah es im ersten Halbjahr für die Autobauer aus, die überwiegend in Europa tätig sind: Neben Opel setzt auch Peugeot-Citroen 789 Euro pro verkauftem Auto im Schnitt zu. Noch vergleichsweise gut schlug sich der ebenfalls kränkelnde Hersteller Renault: Die Franzosen schafften beim Ebit ein leichtes Plus (65 Euro) je verkauftem Auto.

Opel denkt über 28-Stunden-Woche nach

Wegen der dramatischen Absatzprobleme in Westeuropa will der Opel in seinem Hauptwerk Rüsselsheim die Vier-Tage-Woche einführen. Die Wochenarbeitszeit tausender Beschäftigter solle von 35 auf 28 Stunden gekürzt werden, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstag) unter Berufung auf ein Flugblatt des Opel-Betriebsrats. Verbunden wäre die Arbeitszeitverkürzung im Extremfall mit einer Lohnkürzung um ebenfalls ein Fünftel, was Betriebsrat und Gewerkschaft aber nicht akzeptieren wollen. Sie verlangen den Einsatz des Instruments der Kurzarbeit plus eine Aufstockung seitens des Unternehmens.
Neben Opel sind auch die ebenfalls wesentlich auf Europa beschränkten Hersteller wie Ford, Fiat oder der französische PSA-Konzern von der aktuellen Absatzkrise betroffen. Weltweit aufgestellte Hersteller wie VW, BMW oder Mercedes-Benz können hingegen gute Zahlen vorweisen.

Kommentare (15)

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Buerger67

19.08.2012, 11:50 Uhr

Opel kann sich ab dem 21.09.2012 mit der dann kostenlosen Anwendung des europ. Patentes EP 1 770 715 A1 (04.04.2007)neu erfinden, indem die Marke mit dem Blitz als erste Autobauer der Welt neuartige Elekrto-Autos mit eigener unabhängiger Energieversorgung herstellen, die sogar auf Grund von mehreren Plasma-Reaktoren schweben können!
Siehe dazu: http://www.politaia.org/wissenschaft-forschung/bekanntmachung-der-keshe-foundation-internationale-technologiefreigabe-wichtig/
Wäre das nicht cool?

Fido

19.08.2012, 11:59 Uhr

Es ist kein Geheimnis, dass die deutsche Mittelklasse unter den Folgen der Wiedervereinigung und des Teuros enorm gelitten hat. Viele "Mittelklässler" sind reicher geworden und kaufen jetzt lieber Porsche. Noch mehr Menschen sind ärmer geworden und kaufen das, was sie sich leisten können.

Wieso ist es überraschend, dass Hersteller, die die Mittelklasse als Kunden hatten, jetzt weniger Absatz vorweisen? Diese Herrsteller müssen umdenken, und entweder das Image zum Premium-Hesteller umpolieren oder eine Billigmarke werden. Nichts tun führt zu der Pleite.... Wenn nicht da wieder ein schlauer Politiker auf die Idee komme, Steuergelder zu verschenken.

Smokie2012

19.08.2012, 12:14 Uhr

Ja, genau richtig.

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