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02.02.2016

15:13 Uhr

Tata Motors

Der „Zica“ bekommt einen neuen Namen

Eigentlich hat der Kleinwagen „Zica“ seinen Namen aus der Kombination zweier englischen Begriffe. Doch das weltweit gefürchtete Zika-Virus zwingt den Hersteller Tata Motors nun, das Modell umzutaufen.

Der Wagen wird in dieser Woche auf der „Auto Expo“ vorgestellt. Tata Motors

Der „Zica“

Der Wagen wird in dieser Woche auf der „Auto Expo“ vorgestellt.

Neu DelhiZu viel Ähnlichkeit mit dem Zika-Virus: Der indische Kleinwagen „Zica“ ist noch vor der Auslieferung Geschichte. Wie der Hersteller Tata Motors am Dienstag mitteilte, wird der Wagen umbenannt.

Tata fühle mit den Leidtragenden des Zika-Ausbruchs, daher werde der Wagen einen neuen Namen erhalten. Welchen, ist noch nicht bekannt. Dies werde in den kommenden Wochen bekanntgegeben, hieß es auf der Internetseite von Tata. Ab Mittwoch wird „Zica“ noch unter seinem alten Namen auf einer Automesse in Neu Delhi zu sehen sein.

Bestimmte Stechmücken können das Zika-Virus übertragen. Es steht im Verdacht, durch Infektion von Schwangeren bei deren Embryonen Schädelfehlbildungen auszulösen (Mikrozephalie).

Das Zika-Virus

Das Virus

Das Zika-Virus wurde erstmals 1947 bei einem Affen aus dem Zikawald im afrikanischen Uganda festgestellt. Es tauchte anschließend vereinzelt auch in Asien auf und wurde wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen.2007 wurde Zika im Pazifikraum (Mikronesien) festgestellt, einen größeren Ausbruch gab es 2013/2014 in Französisch-Polynesien.

Der Überträger

Das Zika-Virus wird durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nicht beobachtet.

Der Ausbruch

Seit 2015 beobachten Mediziner einen massenhaften Ausbruch, der in Brasilien seinen Anfang nahm und inzwischen ganz Lateinamerika betrifft.

Die Symptome

Zu den klassischen Symptomen einer Zika-Virus-Infektion zählen Hautausschlag und leichtes Fieber, seltener Erbrechen und Kopfschmerzen. Infektionen verlaufen meist mild, der Hautausschlag klingt üblicherweise nach etwa einer Woche ab, die anderen Symptome früher.

Die Gefahr

Es besteht der Verdacht, dass Zika-Infektionen von Schwangeren zu Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen führen können. In Brasilien wurden in den vergangenen Monaten rund 3900 Fälle der sogenannten Mikrozephalie registriert, eines zu kleinen Schädelvolumens bei Neugeborenen. In sechs Fällen hatten Schwangere sich mit Zika infiziert, bei Hunderten weiteren Fällen besteht ein entsprechender Verdacht.

Die Bekämpfung

Ein Impfstoff gegen das Virus existiert nicht, die Bekämpfung zielt daher auf den Überträger, die Aedes-Stechmücke. Mückenbekämpfungs-Programme wie jetzt Brasilien sind ein Weg, ein anderer ist der persönliche Schutz: Wer in Zika-gefährdete Regionen reist, sollte lange, bedeckende Kleidung tragen, freie Hautflächen mit Mückenschutzmitteln schützen und in mit Insektengittern gesicherten Räumen oder unter Moskitonetzen schlafen. Schwangeren rät das Auswärtige Amt inzwischen von Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab.

Der Kopf und das Hirn der Babys sind zu klein, was zu geistigen Beeinträchtigungen führen kann. Mikrozephalie kann aber auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Röteln während der Schwangerschaft.

Der Erreger hat sich bereits in über 20 Ländern Lateinamerikas ausgebreitet. Einen Impfstoff gibt es nicht.

Von

dpa

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