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08.01.2008

16:00 Uhr

Tata und Ford stellen neue Sparmodelle vor

Experten erwarten Boom bei Billigautos

Die weltweite Autoindustrie steht vor einem Boom der Billigautos: Bereits zum Jahr 2015 werden nach einer Prognose des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer mindestens 10 Millionen Billigautos unter 10.000 Dollar (6.800 Euro) weltweit verkauft.

HB HAMBURG/DEARBORN. Etwa 3,5 Millionen Fahrzeuge davon entfallen nach seiner Studie sogar in die Super-Billig-Kategorie von 2.000 - 5.000 Dollar (1.360 bis 3.400 Euro). Die deutsche Autoindustrie ist nach der Studie schlecht auf diese Nachfrage vor allem aus den Schwellenländern vorbereitet.

Als Beispiel nannte Dudenhöffer das One Lakh Car von Ratan Tata für 2.500 Dollar (1.700 Euro), das am Donnerstag in Neu Delhi vorgestellt werde. Schon vorher habe Renault mit dem Dacia Logan gezeigt, dass Billigautos erfolgreich sein können. Noch vor dem Jahr 2010 würden jährlich eine Million Dacia Logans verkauft. Die Marke war erst 2004 auf dem Markt gekommen. „Das hat es bisher in der Autowelt nicht gegeben“, schreibt Dudenhöffer.

Nach seinen Berechnungen werden bis zum Jahr 2020 rund 74,6 Millionen Autos weltweit verkauft, 35,8 Millionen oder 48 Prozent davon in Schwellenländern. „Während die etablierten Automärkte stagnieren, kommt das große Wachstum aus den neuen Märkten“, schreibt der Experte von der Fachhochschule Gelsenkirchen. Dies bringe Veränderungen für die Bedeutung der Automobilindustrie in Europa mit sich. Das Kräfteverhältnis der Branche verschiebe sich nach Asien und Ost-Europa.

Nach einer Umfrage der Beratungsfirma KPMG unter mehr als 100 Top-Managern der internationalen Autoindustrie gehen fast alle der befragten Experten (92 Prozent) davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren in Asien die meisten neuen Auto-Produktionskapazitäten geschaffen werden. An der Spitze sehen die Fachleute hierbei chinesische und koreanische Hersteller. 83 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass in fünf Jahren in China bereits mehr als 12 Millionen Autos verkauft werden dürften. 2007 waren es rund 9 Millionen.

Ford plant Billigauto in Indien

Der Autobauer Ford will binnen der nächsten zwei Jahre in Indien die Produktion eines Billigautos starten. Der zweitgrößte US-Hersteller investiert dort zusätzlich rund eine halbe Milliarde Dollar. Die bestehenden Kapazitäten im Werk Chennai sollen auf 200 000 Fahrzeuge und 250 000 Motoren pro Jahr hochgefahren werden, kündigte Ford am Dienstag an.

Der Kleinwagen für den indischen Markt solle ab umgerechnet gut 5000 Euro zu haben sein, sagte ein Ford-Manager US-Medien.

Erst im vergangenen Jahr hatte Ford Investitionen von einer halben Milliarde Dollar (340 Mio Euro) für den Bau von Kleinwagen in Thailand angekündigt. Auch in China produziert der Hersteller Billigautos.

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