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16.01.2014

11:01 Uhr

Teurer Motorrad-Oldie

Erste Zweizylinder-Harley versteigert

Quelle:Spotpress

Wie ihre vierrädrigen Pendants können auch Motorrad-Oldtimer eine gute Wertanlage sein. Eine frühe Harley hat nun bei einer Versteigerung fast 200.000 Euro eingebracht.

Der 1903 gegründete Motorradhersteller baute zwar schon vor 1911 Zweizylinder ein, allerdings nur für den Rennsport und als Werbung MidAmerica Auctions

Der 1903 gegründete Motorradhersteller baute zwar schon vor 1911 Zweizylinder ein, allerdings nur für den Rennsport und als Werbung

Zu einem Preis von umgerechnet 190.000 Euro (260.000 US-Dollar) ist nun die erste Harley-Davidson mit Zweizylindermotor versteigert worden. Äußerlich gleicht das 1911 gebaute Motorrad mit der Modellbezeichnung 7D Twin zwar eher einem Fahrrad, der zwischen Sattel und Lenker montierte Antrieb legte jedoch den Grundstein für die noch heute bestehende V2-Tradition der Marke.

Der 1903 gegründete Motorradhersteller baute zwar schon vor 1911 Zweizylinder ein, allerdings nur für den Rennsport und als Werbung. Die nun in Las Vegas versteigerte Maschine ist das erste für den Verkauf gedachte Modell.

Kurze Harley-Fahrer-Typologie

Viel mehr als nur Bad Boys

In seinem Aufsatz "Magie einer Marke" greift der Hamburger Soziologe Kai-Uwe Hellmann eine eingängige Typisierung verschiedener Gruppen von Harley-Davidson-Fahrern auf, von der leider nicht belegt ist, aus welcher Quelle sie stammt. Unterhaltsam und zutreffend ist ist allemal, auch wenn es einigen Harley-Fahrern nicht gefallen wird ...

MOPS

MOPS steht für „mom-and-pops-bikers“: Paare, die ihre Harley als normales Transportmittel benutzen.

RUBS

RUBS sind „Rich Urban Bikers“: vorwiegend Männer, die sich mit Blick auf ihr fortgeschrittenes Alter und vor dem Hintergrund ihres beruflichen Erfolgs (Anwälte, Broker, Ärzte etc.) eine Harley (problemlos) leisten
(können), um das Lebensgefühl der Teenager und Outlaws nochmals in sich aufleben zu lassen.

SEWERS

SEWERS steht für „Suburban Weekend Riders“: Vorstadtbewohner, die unter der Woche ein ganz normales Leben führen, in den weitverzweigten „suburbs“ mit den vielen gleich aussehenden Einfamilienhäusern wohnen und zum Wochenende ihre Harley aus der Garage holen, um eine kleine Spritztour zum nächsten Harley-Treffpunkt zu machen.

RIOTS

„Retired Idiots On Tour”: zumeist ältere Personen, die ihren verdienten Ruhestand dazu nutzen, ihre Freizeit und ihre finanzielle Abgesichertheit zu genießen, indem sie sich eine Harley kaufen und längere Überlandfahrten machen.

MUGWUMPS

MUGWUMPS („My Ugly Goldwing Was Upsetting My Peers”): ehemalige Fahrer einer Honda Goldwing, deren Behäbigkeit und betuliches Image im Bekanntenkreis auf wenig Gegenliebe gestoßen ist, weshalb sie sich zu einem Markenwechsel genötigt sahen.

AHABS

„Aspiring Hardass Bikers”: Vermutlich handelt es sich hierbei um Harley-Fahrer, die vorgeben, besonders lange Fahrten übers Land zu unternehmen, mit den entsprechenden Folgen fürs eigene Gesäß.

BASTARDS

„Bought A Sportser, Therefore a Radical Dude”: Diese Bezeichnung betrifft das prätentiöse Gehabe mancher Harley-Fahrer, die sich durch den Besitz einer solchen Maschine im antibürgerlichen Image der Harley-Kultur sonnen.

IGLOOS

„I got the look, Own one Soon”: Personen, die zwar gerne eine Harley hätten, sich aber keine leisten können und sich statt dessen durch entsprechende Kleidungsstücke und die zugehörigen Accessoires schmücken, um den Anschein von Harley-Besitz und H.O.G.-Zugehörigkeit zu erwecken; siehe auch HOOTS ...

HOOTS

„Have one Ordered, True Story”: HOOTS sind den IGLOOS sehr ähnlich, nur begnügen diese sich mit der nur vorgetäuschten Tatsache, dass sie demnächst eine Harley besitzen werden, deren Bestellung schon erfolgt
ist.

Die Harley-Davidson 7D Twin zählt nun zwar zu den teuersten Motorrad-Oldtimern weltweit, ist aber noch einen sechsstelligen Betrag von einem Spitzenplatz entfernt. Diesen nimmt je nach je nach präferierter Währung entweder die Brough Superior SS100 aus den 1930er-Jahren ein, die 2010 in Großbritannien versteigert wurde und dort einen Preis von 286.000 Pfund erzielte (bei damaligem Wechselkurs 450.188 US-Dollar) oder der Cyclone Board Track Racer, der 2008 in den USA für 551.200 Dollar unter den Hammer kam (278.400 Pfund nach damaligem Wechselkurs).

Nach aktuellem Euro-Wechselkurs entsprächen die Beträge sowohl im Fall der britischen Brough Superior – damals der „Rolls-Royce unter den Motorrädern“ – als auch der lediglich einmal gebauten Rennmaschine Cyclone jeweils mehr als 333.000 Euro.

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