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04.12.2011

09:22 Uhr

Tokio Autoshow

Japans verrückte Autoträume

Quelle:dpa

Japanische Autohersteller haben Fantasie. Das kann man ihnen nicht absprechen. Man möchte dies spätestens nach einem Besuch der Motorshow in Tokio auch nicht mehr. Dort stehen viele Designstudien - teils abwegige.

Die Herausforderungen der urbanen Mobilität inspirieren die Designer. Abzulesen etwa an Daihatsus Elektrostudie Pico. dpa

Die Herausforderungen der urbanen Mobilität inspirieren die Designer. Abzulesen etwa an Daihatsus Elektrostudie Pico.

TokioMan muss eigentlich nur ein paar Stunden durch Tokios Stadtteil Akihabara gehen, dann versteht man vieles in dieser Stadt - auch auf deren Motorshow (Publikumstage: 3. bis 11. Dezember). Im Viertel Akihabara ist es nicht nur so voll und eng auf den Straßen, dass es mit dem Auto kaum ein Durchkommen gibt. Es gibt dort auch einen Elektronikshop neben dem anderen. Hier kamen Gameboy, Tamagotchi und Playstation groß heraus, und es lagen die ersten Smartphones in den Schaufenstern. Auch an den Autodesignern sind die Eindrücke offenbar nicht spurlos vorüber gezogen.

Denn viele Einflüsse finden sich in den Designstudien wieder, mit denen die japanischen Autohersteller regelmäßig bei ihrer Heimatmesse überraschen. Dort stehen zwar auch die Vorboten konventioneller Fahrzeuge wie der Mazda Takeri, der binnen Jahresfrist zum neuen Mazda6 reifen soll. Der Honda EV-Ster könnte mal zu einem kleinen Roadster auf Basis des Civic werden. Das Advanced Tourer Concept ist vielleicht ein erster Fingerzeig auf den nächsten Subaru Legacy. Der Daihatsu D-X wäre ein prima Nachfolger für den kleinen Roadster Copen. Und aus dem Mitsubishi PX-Miev II wird sicherlich die Neuauflage des Geländewagens Outlander.

Doch die meisten Studien sehen aus, als kämen sie direkt aus Akihabara. Sie sind quietschbunt, erinnern eher an Spiel- als an Fahrzeuge und sind vollgestopft mit Elektronik. Diese reagiert auf die Stimmungslage des Fahrers mit unterschiedlichen Beleuchtungs- und Musikeinstellungen, kennt den Weg und die Verkehrslage und greift bisweilen ins Steuer. Wer manchen Japaner im Cockpit oder in der U-Bahn beobachtet hat, weiß: Es gibt Besseres zu tun, als selbst zu lenken. «Mit Fahrspaß hat das Auto hier nicht mehr viel zu tun», sagt der deutsche Designer Tobias Nagel, der jahrelang in Tokio lebte.

Eines der meist fotografierten Motive der Messe: Toyotas Concept Car Fun-Vii. Insgesamt zeigen 176 Aussteller aus 12 Ländern bei der 42. Auflage der Tokyo Motor Show vor allem spannende Zukunftsprojekte ... dpa

Eines der meist fotografierten Motive der Messe: Toyotas Concept Car Fun-Vii. Insgesamt zeigen 176 Aussteller aus 12 Ländern bei der 42. Auflage der Tokyo Motor Show vor allem spannende Zukunftsprojekte ...

Kommentare (2)

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05.12.2011, 04:38 Uhr

Die japaner haben wirklich Phantasie,... nur leider keinen Geschmack. Die neuen Designstudien jedenfalls sehen für mich eher nach Ladenhütern aus.

mimama

05.12.2011, 12:47 Uhr

Die Japaner wurden oft belächelt, haben aber sehr oft Recht getan, wahre Trends gesetzt. egal in welchem Metier.Einfach immer drei Schritte dem rest der Welt voraus. HOCH LEBE JAPAN !

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