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29.02.2012

09:12 Uhr

Toyota

Wasserstoff statt Öl

Quelle:dpa

Toyota will gemeinsam mit seiner Tochtermarke Lexus bis zum Ende dieses Jahrzehnts in jedem Pkw-Segment ein Hybridmodell anbieten. Das sagte Toshiaki Yasuda, Präsident von Toyota Deutschland.

Toyota setzt auf Hybridmodelle dpa

Toyota setzt auf Hybridmodelle

BerlinZunächst setzt der japanische Autobauer weiter auf die Kombination von Benzin- und Elektromotoren. Ein Dieselhybrid, wie man ihn inzwischen bei Peugeot und Citroën findet, komme aus Kostengründen nicht infrage: Yasuda hält es für schwierig, solch ein Modell zu einem ansprechenden Preis in den Handel zu bringen. Statt Öl setzen die Japaner auf Wasserstoff: Spätestens 2015 will Toyota hierzulande mit der Markteinführung einer Hybrid-Limousine mit Brennstoffzelle beginnen. Mit einer Tankfüllung soll der Wagen rund 800 Kilometer weit kommen. Die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle erzeugt dabei den Strom für einen Elektroantrieb.

In diesem Jahr sind von Toyota fünf Neuheiten mit Hybridantrieb zu erwarten. Dazu zählt die Vollhybridversion des Kleinwagens Yaris mit 74 kW/100 PS Systemleistung, die auf dem Genfer Autosalon (Publikumstage: 8. bis 18. März) Premiere feiert. Sie wird etwas weniger als 17 000 Euro kosten und Mitte Juni in den Handel kommen. Zeitgleich werden auch der siebensitzige Hybrid-Van Prius Plus sowie der überarbeitete Prius starten.

Ebenfalls für den Sommer ist die Markteinführung des nächsten Lexus GS geplant. Das Hybridsystem der Limousine im Format von Mercedes E-Klasse und 5er BMW leistet 252 kW/342 PS. Im Frühjahr beginnt Toyota laut dem deutschen Geschäftsführer Ulrich Selzer mit der Auslieferung der ersten 400 Exemplare des Prius PHEV an ausgewählte Kunden in Deutschland. Das Plug-in-Modell, das sich an einer Haushaltssteckdose in 90 Minuten aufladen lassen soll, kann gut 25 Kilometer rein elektrisch fahren, bevor der Benziner mitmischen muss.

Für 2013 stellte Selzer unter anderem die Neuauflage des Auris in der Kompaktklasse in Aussicht. «Beim Auris werden wir auch den Hybridantrieb noch einmal verbessern», erklärte er. Außerdem werde es eine Kombi-Variante geben. Von den 83 000 Neuwagen, die Toyota und Lexus 2011 in Deutschland insgesamt verkauft haben, sei jeder zehnte ein Hybridmodell gewesen, sagte Selzer. Er geht davon aus, dass die Tendenz weiter steigt. Die beiden Marken rechnen in diesem Jahr auf dem deutschen Markt mit einem Absatz von insgesamt 90 000 Autos, im nächsten Jahr sind 100 000 Fahrzeuge das Ziel.

Das Wichtigste über Wasserstoff und Brennstoffzelle

Vorteile

Wasserstoff ist im Gegensatz zum Öl kein begrenzter Rohstoff. Es ist das am häufigsten vorkommende chemische Element. Größter Erzeuger ist die chemische Industrie, die Wasserstoff als Neben- oder Koppelprodukt herstellt. Allein damit könnten in Deutschland nach Angaben des Technologiekonzerns Linde 750.000 Fahrzeuge betrieben werden.

Das Prinzip

Das Prinzip ist einfach, die technische Umsetzung aber anspruchsvoll: Bei der energieaufwendigen Elektrolyse wird Wasser mit Hilfe von Elektrizität in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Wasserstoff ist ein flüchtiges und reaktionsfreudiges Gas, das nur unter hohem Druck oder extrem gekühlt gelagert werden kann.

Alternativen

In einer Brennstoffzelle erzeugen Wasserstoff und Sauerstoff an einer Membran in einer sogenannten kalten Verbrennung Elektrizität. Dabei entsteht auch Wärme. Das Abgas ist Wasserdampf. In einem Auto kann mit einer Brennstoffzelle ein Elektromotor angetrieben werden.

Umstrittene Erzeugung

Umstritten ist aber die Erzeugung des Wasserstoffs. Bislang wird der Energieträger zu 90 Prozent aus dem fossilen Rohstoff Erdgas hergestellt. Während aus dem Auspuff eines Brennstoffzellenautos nur Wasserdampf entweicht, wird bei der Herstellung des Wasserstoffs das klimaschädliche Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Wird Wasserstoff aber mit Hilfe von Strom aus Windenergie oder Photovoltaik gewonnen, ist die Klimabilanz deutlich besser.

Wasserstoff im Auto

Die Reichweite von Autos mit Brennstoffzelle ist deutlich größer als die der batteriegetriebenen Fahrzeuge. Ein Beispiel: Eine Mercedes-Benz B-Klasse mit Brennstoffzelle hat nach Unternehmensangaben eine Reichweite von 385 Kilometern, der Elektro-Smart mit Batterie kann bis zu 135 Kilometer zurücklegen.

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