Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.09.2015

12:23 Uhr

Traditionsmarke auf der IAA

Borgward kehrt als China-SUV zurück

Das erste Modell nach Wiederbelebung der 1961 Konkurs gegangenen Marke enttäuscht. Die Optik erinnert stark an die jüngsten SUV aus dem VW-Konzern.

Technische Einzelheiten wurden zwar nicht genannt, doch steht zu vermuten, dass das SUV als Allradler neben Benzin- und Dieselmotor auch über einen Plug-in-Antrieb verfügen wird, den Borgward zusammen mit Foton entwickelt. ampnet

Borgward BX7

Technische Einzelheiten wurden zwar nicht genannt, doch steht zu vermuten, dass das SUV als Allradler neben Benzin- und Dieselmotor auch über einen Plug-in-Antrieb verfügen wird, den Borgward zusammen mit Foton entwickelt.

FrankfurtBorgward, ein klangvoller Name aus den Wirtschaftswunderzeiten der jungen Bundesrepublik. Eine Bremer Traditionsmarke, die vom „Leukoplastbomber“ bis eben zur eleganten Isabella (zu) viele außergewöhnliche Modelle baute, und die 1961 eine spektakuläre Pleite hinlegte. Und jetzt das Comeback?

Zusammen mit dem chinesischen Geldgeber Beiqi Foton, ein zum chinesischen BAIC-Konzern gehörender Nutzfahrzeug-Hersteller, arbeitet Christian Borgward bereits seit einiger Zeit kräftig am Neuanfang der Marke. Er ist der Enkel ("Ich habe meinen Großvater leider nie persönlich kennengelernt") des 1963 verstorbenen Autobauers Carl F.W. Borgward

Erstmals nach 54 Jahren Abstinenz zeigte sich das Unternehmen im Frühjahr 2015 wieder auf dem Genfer Automobilsalon - allerdings nur mit einem Oldtimer, einer wunderschönen Isabella. Im Juli präsentierte der Borgward-Enkel erste Tarn-Fotos eines Geländewagens, der nun auf der IAA Premiere feierte.

Borgward-Comeback: Sonderbare Rückkehr einer Ikone

Borgward-Comeback

Sonderbare Rückkehr einer Ikone

Borgward fällt beim ersten Auftritt nach über 50 Jahren vor allem durch hochtrabende Pläne auf.

Produziert werden soll er ausschließlich in China, Konstruktion und Design bleiben in Deutschland. Statt wie einst in Bremen befindet sich die Zentrale des wiederbelebten Borgward-Unternehmens im Büroneubau City Gate an der Kriegsbergstraße in Stuttgart. Doch soll das Auto zunächst nur in China auf den Markt kommen, erst später auch in anderen Ländern.

Der in Frankfurt ausgestellte Mittelklasse-Fünftürer ist knapp zehn Zentimeter länger als ein Audi Q5. Der große Borgward-Schriftzug im Heck und der sehr ausgeprägte, fast schon mächtige Kühlergrill zeigt, wohin die Reise mit diesem Fahrzeug geht: In China hält man so was für Status. Der Heckbereich erinnert an den Porsche Macan.

Das Messefahrzeug setzt keine extraordinären Maßstäbe, für die der Markenname Borgward einmal stand. Spotpress

Das Heck des BX7 erinnert an den Porsche Macan

Das Messefahrzeug setzt keine extraordinären Maßstäbe, für die der Markenname Borgward einmal stand.

Das Messefahrzeug wirkt durchaus hochwertig und gut verarbeitet, setzt aber andererseits auch keine extraordinären Maßstäbe, für die Borgward bis 1961 stand. Und genau dies könnte ein Problem für das neue Unternehmen werden.

Warum es angesichts dieser SUV-Premiere überhaupt unbedingt der Markenname Borgward sein musste, erschließt sich nicht. In Europa ist Borgward wahrscheinlich nur älteren Autofahrern und ausgesprochenen Fans der Marke bekannt.

Hier hat man auf ein chinesisches SUV mit verblasstem deutschen Markennamen, dafür mit personeller deutscher Ingenieurs- und Design-Unterstützung, wohl kaum gewartet.

Traditionsmarke auf IAA

Borgward will mit SUV durchstarten

Traditionsmarke auf IAA: Borgward will mit SUV durchstarten

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×