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11.10.2013

16:55 Uhr

Trotz Ankündigung

Mehr als 83.000 Raser bei Blitz-Marathon gestoppt

Die Polizei hat beim ersten bundesweiten Blitz-Marathon mehr als 83.000 Raser gestoppt. Obwohl die Orte der Tempokontrollen bekannt waren, kam es zu einigen dreisten Verstößen. Auch Promis tappten in die Blitzer-Falle.

Radarkontrolle

Ausgeblitzt und angehalten - die Blitz-Bilanz

Radarkontrolle: Ausgeblitzt und angehalten - die Blitz-Bilanz

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DüsseldorfBeim ersten deutschlandweiten Blitz-Marathon hat die Polizei binnen 24 Stunden mehr als 83.000 Raser aus dem Verkehr gezogen. Von den insgesamt über drei Millionen kontrollierten Autofahrern waren damit 2,7 Prozent zu schnell unterwegs, wie das nordrhein-westfälische Innenministerium am Freitag mitteilte. Seit Donnerstagmorgen hatten in allen 16 Bundesländern fast 15.000 Polizisten an mehr als 8600 Messstellen Jagd auf Temposünder gemacht.

Die Innenminister zogen eine positive Bilanz der 24-Stunden-Kontrolle. „Das war ein guter Tag für die Verkehrssicherheit in Deutschland“, erklärte der NRW-Innenressortchef Ralf Jäger (SPD). „Wir Innenminister sind sehr zufrieden. Die allermeisten Autofahrer sind verantwortungsbewusst gefahren und haben sich an die Geschwindigkeitsregeln gehalten.“ Viele Fahrer hätten erkannt, dass sie auch ohne zu rasen pünktlich und sicher an ihr Ziel kämen. „Dieser Lerneffekt muss sich in den Köpfen festsetzen.“

So teuer wird's für Raser innerhalb geschlossener Ortschaften

bis 10 kmh

15 Euro

11-15 kmh

25 Euro

16-20 kmh

35 Euro

21-25 kmh

80 Euro, 1 Punkt

26-30 kmh

100 Euro 3 Punkte

31-40 kmh

160 Euro, 3 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

41-50 kmh

200 Euro, 4 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

51-60 kmh

280 Euro, 4 Punkte, 2 Monate Fahrverbot

61-70 kmh

480 Euro, 4 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

über 70 kmh

680 Euro, 4 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

Obwohl die Orte der Tempokontrollen im Voraus veröffentlicht worden waren, gingen der Polizei auch einige besonders dreiste Raser ins Netz. So wurden auf der Autobahn 1 bei Schwelm zwei Autos im Abstand von zehn Minuten mit jeweils Tempo 250 gemessen - obwohl an der Messstelle nur 120 Stundenkilometer erlaubt sind. Beide Fahrer erwartet nun eine Geldbuße von mindestens 600 Euro, außerdem erhalten sie drei Monate Fahrverbot und vier Punkte in Flensburg.

In Krefeld ertappten die Beamten einen Autofahrer, der in einer Tempo-50-Zone mit 119 Stundenkilometern unterwegs war. Auf den Mann kommen nun 480 Euro Bußgeld und drei Monate Fahrverbot zu - neben vier Punkten in Flensburg. In Warendorf raste ein Fahrer mit 75 Stundenkilometern durch eine Tempo-30-Zone. Er muss jetzt 200 Bußgeld zahlen und das Auto einen Monat stehen lassen, außerdem bekommt er vier Punkte in der Verkehrssünderkartei.

Auch BVB-Profi und Flügelflitzer Pierre-Emerick Aubameyang wurde nach Informationen der „Ruhr Nachrichten“ geblitzt – und zwar mit 77 Kilometer pro Stunde in einer 30-er Zone. Die 200 Euro Geldstrafe kann er sich leisten. Schwerer wiegt wohl der Umstand, dass sein Führerschein nun mindestens einen Monat weg ist. Es ist nicht das erste Mal, dass Aubameyang in seinem glitzernden Porsche Cayenne geblitzt wurde.

So teuer wird's für Raser außerhalb geschlossener Ortschaften

bis 10 kmh

10 Euro

11-15 kmh

20 Euro

16-20 kmh

30 Euro

21-25 kmh

70 Euro, 1 Punkt

26-30 kmh

80 Euro, 3 Punkte

31-40 kmh

120 Euro, 3 Punkte

41-50 kmh

160 Euro, 3 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

51-60 kmh

240 Euro, 4 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

61-70 kmh

440 Euro, 4 Punkte, 2 Monate Fahrverbot

über 70 kmh

600 Euro, 4 Punkte, 3 Monate Fahrverbot

In Nordrhein-Westfalen fand der Blitz-Marathon bereits zum fünften Mal statt. Im einwohnerstärksten Bundesland stoppte die Polizei diesmal 21.200 Raser - das waren wie im Bundesdurchschnitt 2,7 Prozent der insgesamt kontrollierten Autofahrer. Für Nordrhein-Westfalen war dies die niedrigste Quote seit Beginn der großangelegten Schwerpunktaktionen im Februar 2012.

Kommentare (26)

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Account gelöscht!

11.10.2013, 16:06 Uhr


Na, das muss aber arg langweilig für die Kontrolleure gewesen sein; 83000 Schnellfahrer an 8600 Kontrollstellen in 24 Stunden.
*
Das maxht so ziemlich genau 1 Schnellfahrer alle 2 1/2 Stunden

lol

BE_Frank

11.10.2013, 16:17 Uhr

83.000 waren zu schnell und es gab weder einen Unfall geschweige denn Verletzte oder Tote.
Somit ist der Beweis, dass die generellen Überschreitungen der vorgeschriebenen Geschwindigkeit weder gefährlich sind noch sonst jemand schaden, voll erbracht.

Ludwig500

11.10.2013, 16:22 Uhr

Gibt es auch eine Erhebung, ob gestern die Zahl der Wohnungseinbrüche gestiegen ist? Wäre ja ein idealer Tag gewesen, wenn fast die ganze Polizei in schwarzen oder silbernen Kombis und Kleinbussen rumsitzt und sich mit Wegelagerei beschäftigt.

Diese Verkehrsüberwachung ist an Verlogenheit schwer zu überbieten. So lange die Einnahmen nicht zweckgebunden an Unfallopfer oder deren Angehörige ausgezahlt werden, sondern in den grossen Topf wandern, aus dem Politiker sich selbst und Lobbyistenfreunde bedienen und mit denen eine Währung gegen die Interessen des Volkes gerettet wird, kann ich den vorgeblichen Zweck der Verkehrssicherheit nicht glauben.

Geschwindigkeitsüberwachungen sind wie Knöllchen für´s Falschparken eine feste Einnahmegrösse für den Verwaltungsapparat, nichts anderes.

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