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31.01.2012

14:49 Uhr

Trotz E10-Verunsicherung

Die meisten bleiben ihrer Tanke treu

Quelle:dpa

Der deutsche Tankstellenmarkt hat sich in turbulenten Zeiten als stabil erwiesen. Trotz E10-Einführung, Benzingipfel und massiver Vorwürfe des Kartellamts tanken die Autofahrer am liebsten bei Aral und Shell.

Kaum Wechselwille der Autofahrer: Trotz steigender Preise und der Einführung von E10 hat sich in Sachen Marktführerschaft bei Aral und Shell 2011 wenig getan. dpa

Kaum Wechselwille der Autofahrer: Trotz steigender Preise und der Einführung von E10 hat sich in Sachen Marktführerschaft bei Aral und Shell 2011 wenig getan.

HamburgTrotz der hohen Benzinpreise im vergangenen Jahr haben nur relativ wenige Autofahrer ihre Tankstelle gewechselt. Nach Schätzungen des Energie-Informationsdienstes EID verringerten sich die Marktanteile der beiden Marktführer Aral und Shell minimal hinter dem Komma um einige Zehntelprozente. Das sei angesichts der Unruhe auf dem Markt etwas erstaunlich, sagte EID-Chefredakteur Rainer Wiek in Hamburg.

Im vergangenen Jahr schlug die holperige Einführung des Bio-Kraftstoffs E10 hohe Wellen. Zudem behauptete das Kartellamt, der deutsche Tankstellenmarkt werde von einem Oligopol dominiert. Und die Preise für Benzin waren im Durchschnitt des Jahres so hoch wie noch nie und schwankten teils mehrmals täglich.

Am Ende dieses turbulenten Jahres zählte der EID in Deutschland 14 723 Tankstellen, das sind gerade mal 21 weniger als ein Jahr zuvor. Der Benzinabsatz geht Jahr für Jahr zurück; die Stationen leben im wesentlichen von ihrem Shop- und Dienstleistungsgeschäft.

Bei den Marktanteilen liegt Aral seit Jahren stabil vorn; aktuell verkauft die blaue Marke aus Bochum nach den Schätzungen des EID rund 23 Prozent des Benzins in Deutschland. Ebenfalls stabil auf Platz zwei folgt Konkurrent Shell mit 21,5 Prozent Marktanteil, vor Jet (10,5 Prozent), Esso und Total (jeweils 7,5 Prozent). Diese fünf Unternehmen (zusammen 70 Prozent) beherrschen nach Ansicht des Kartellamtes den deutschen Markt und bilden ein Oligopol, was die Unternehmen allerdings entschieden bestreiten.

Der umstrittene Kraftstoff E10 hat sich noch nicht durchgesetzt, aber die großen Mineralölfirmen sehen erste Anzeichen, dass sie mehr davon verkaufen können. Nach vielen Verzögerungen ist E10 seit einigen Wochen in ganz Deutschland flächendeckend verfügbar und mit einem Abstand von drei Cent die günstigste Benzinsorte. Dennoch dümpelt der Absatz auf dem Gesamtmarkt bei unter zehn Prozent dahin. Bei Shell und Aral soll inzwischen aber annähernd jeder fünfte Liter Otto-Kraftstoff E10 sein.

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