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06.12.2013

14:23 Uhr

TÜV Report 2014

Meriva top, Logan floppt

Quelle:MID

Sieger des TÜV Report 2014 ist der Opel Meriva. Damit landet nach dem VW Polo zum zweiten Mal in Folge ist ein deutsches Auto auf dem ersten Platz der zwei- und dreijährigen Fahrzeuge.

Macht bei der HU meist eine gute Figur: Der Opel Meriva. PR

Macht bei der HU meist eine gute Figur: Der Opel Meriva.

BerlinWenn es um die Hauptuntersuchung geht, ist der Opel Meriva top. Nur etwa jeder 25. der Mini-Vans muss die Werkstattrunde drehen, bevor es die TÜV-Plakette gibt. Der Rüsselsheimer ist damit klarer Gewinner des TÜV-Reports 2014 und der Goldenen TÜV-Plakette. Lediglich 4,2 Prozent der in Saragossa produzierten Fahrzeuge fallen durch erhebliche Mängel auf, wenn sie das erste Mal zur HU fahren. Der kleine Deutsch-Spanier verweist damit den Vorjahresgewinner VW Polo auf die Plätze.

Silber gibt es für den Mazda2 (4,6 Prozent) und Bronze für den Toyota IQ mit 4,8 Prozent. Diese Ränge belegten im Vorjahr der Audi Q5 und der Mazda3. Sie landen auch dieses Jahr unter den ersten zehn: der Audi Q5 auf Platz 5 (5,5 %) und der Mazda auf Platz 9 (5,7 %).

„Dauerschlussleuchte“ bleibt der Dacia Logan mit einer Durchfallquote von 19,4 Prozent bei der ersten HU. Auch der Fiat Panda (17,1 %) und der Citroen C4 (16,6 %) besonders schlecht ab. 

Der hybridbetriebene Inhaber der goldenen Plakette 2011 und 2012, der Toyota Prius, beweist Durchhaltevermögen auf der langen Distanz: Er siegt 2014 bei den vier bis fünf und bei den sechs bis sieben Jahre alten Fahrzeugen. Auf Platz zwei der vier bis fünf Jahre alten Autos landet Ford Kuga vor dem Porsche Cayenne Platz 3. Die rote Laterne trägt auch in dieser Altersklasse wieder der Dacia Logan mit einer Mängelquote von 28,9 Prozent.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Nach sechs bis sieben Jahren verweist der Toyota Prius mit 9,9 Prozent den Porsche 911 von der Spitzenposition auf Platz zwei (11,1 Prozent). Auf dem Siegerpodest bei den Acht- bis Neunjährigen stehen der Porsche 911 sowie der Toyota Corolla Verso und der Toyota RAV4.

Ähnliche sieht die Verteilung bei den Senioren (zehn bis elf Jahre alt) unter den zugelassenen Fahrzeugen aus. Hier lautet die Reihenfolge 911, RAV4 und Corolla.

Sie müssen dabei den Vergleich mit den ganz Jungen überhaupt nicht scheuen: Ein elf Jahre alter RAV4 fiel beim TÜV-Report 2014 seltener durch als ein dreijähriger Dacia Logan.

Insgesamt nimmt der größte unabhängige Gebrauchtwagenbericht mehr als acht Millionen Hauptuntersuchungen von mehr als 200 Fahrzeugmodellen unter die Lupe, vom 2. Halbjahr 2012 bis zum ersten Halbjahr 2013.

Diesmal kommt beim TÜV-Report erstmals die neue Hauptuntersuchung mit neuer Mangeldefinition zur Geltung. Seit 2012 gelten höhere Hürden bei sicherheitsrelevanten Mängeln, während viele ehemals geringe Mängel weggefallen sind. Die durchschnittliche Quote der erheblichen Mängel liegt jetzt bei 24,9 Prozent.

Entsprechend der neuen Vorgehensweise ergeben sich zu den Zahlen nach alter Rechenart und gegenüber dem Report 2013 ein Plus von fünf Prozent (60,7 %) bei der Quote der Fahrzeuge ohne Mängel sowie bei der durchschnittlichen Quote der erheblichen Mängel (24,9 %). Die durchschnittliche Quote der geringen Mängel sank um gut zehn Prozentpunkte (14,3 %). Diese Gruppe gab nach der Neuausrichtung der Definition jeweils circa fünf Prozentpunkte an die Kategorie erhebliche und an die Gruppe ohne Mängel ab.

Die Mängelliste führt nach wie vor die Beleuchtung an – erstmals mit leicht positiven Tendenzen. Sieben Prozent der dreijährigen Pkw präsentierten sich auf den Prüfgassen in schlechtem Licht. Bei den Elfjährigen sieht es entsprechend noch düsterer aus: 24,9 Prozent, jedes vierte Fahrzeug hat hier erhebliche Mängel. Insgesamt wird es jedoch langsam heller.

Dafür sorgen nach Expertenansicht hauptsächlich die geringere Anfälligkeit für Spannungsschwankungen und die höhere Lebensdauer moderner Lampen, beispielsweise Xenon-Licht. Die weitere Verbreitung der On-Board-Diagnose führt zusätzlich dazu, dass Ausfälle früher bemerkt und Lampen schneller ausgetauscht werden. 

Der TÜV-Report wird jedes Jahr vom Verband der TÜV e. V. (VdTÜV) veröffentlicht und gilt als einer der wichtigsten unabhängigen Ratgeber für Autofahrer und Gebrauchtwagenkäufer. In ihn fließen die Hauptuntersuchungsergebnisse aller TÜV-Gesellschaften in Deutschland ein – 2014 insgesamt mehr als acht Millionen Hauptuntersuchungen (HU) zwischen Juli 2012 und Juni 2013.

Kommentare (2)

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hpl

06.12.2013, 16:35 Uhr

Die TÜV-Daten besagen nur: Mängel bei der TÜV-Vorstellung, alles andere ist durch die Daten nicht gestützte Interpretation. Vor allem ist nicht gestützt: Auto XY ist besser als ... Bestenfalls erhält man Hinweise. . Grund ist prinzipiell: die verschiedenen Marken haben verschiedene Käufertypen. Es könnte z.B.zutreffen, dass Käufer eines relativ teuren Autos vor dem TÜV das Auto in der Werkstatt überprüfen und reparieren lassen, während sparsame Käufer von Billig-Autos (wie LOgan) erst mal zum TÜV gehen in der Hoffnung so durchzukommen und so findet der TÜV beim Billig-Auto eher Mängel. H.-P.L.

Account gelöscht!

06.12.2013, 18:35 Uhr

Korrekt, so mache ich das immer bei meinen bisherigen Autos und werde es auch beim Lodgy nicht anders handhaben. Bringt man das Auto vorher zum Händler wirds teuer. Bringe ich ihn zuerst zum TÜV weiß ich genau was alles gemacht werden muss und viel wichtiger: was alles nicht gemacht werden muss.

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