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10.01.2005

18:08 Uhr

Umbaukosten und Produktionskürzung drücken Gewinn

GM fährt 2005 wohl durch die Talsohle

Auf der Autoschau in Detroit will General Motors (GM) sein bislang schnellstes Auto vorstellen, den Sportwagen „Z06“. Vor bröckelnden Gewinnen und Marktanteilen kann aber auch er den weltgrößten Autobauer nach Ansicht von Analysten nicht schützen.

HB DETROIT. Die Branchenexperten erwarten, dass GM am Donnerstag bei einem Treffen mit Analysten für 2005 einen niedrigeren Gewinn ankündigen wird als im Vorjahr. „Ich glaube, dass 2005 für GM die Talsohle sein wird“, prognostizierte Catherine Madden, Analystin bei Global Insight. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Durchschnitt für dieses Jahr mit einem Gewinn je Aktie von 4,98 Dollar, für 2004 lag die Erwartung zuletzt bei 6,31 Dollar. Trotz zehn neuer Modelle werde es für GM schwierig, seinen Marktanteil in den USA zu halten, erwarten Analysten.

2004 hatte der Konzern knapp einen Prozentpunkt verloren.

Über das vierte Quartal und das Gesamtjahr will GM am 19. Januar berichten. Analysten gehen davon aus, dass GM wegen der schwachen Verkaufszahlen und teurer Rabattprogramme für das Schlussquartal erneut einen Verlust ausweisen wird.

Die Konzernführung hat die Anleger bereits auf ein schwieriges Jahr vorbereitet: Steigende Gesundheitskosten für die Angestellten, kostspielige Kaufanreize in den USA, höhere Zinsen, die sich belastend auf die Finanzsparte GMAC auswirken, und ein nachlassendes Wirtschaftswachstum in China trüben die Aussichten. „Wir haben dieses Jahr mit etwas Gegenwind zu kämpfen“, sagte GM-Chef Rick Wagoner.

Das Geschäft mit Finanzierungen und Leasing hatte GM zwar im dritten Quartal noch Gewinne beschert. Im Kerngeschäft, dem Bau und Verkauf von Autos, hatte das Unternehmen aber erstmals seit 1998 einen Verlust ausgewiesen. Nur bei einer weiteren Erholung der US-Wirtschaft hält GM-Finanzchef John Devine ein Abflauen des Preiskampfs für möglich. „Sehen wir eine Verbesserung in der Wirtschaft, dann erwarten wir etwas Mäßigung in der allgemeinen Preislage“, wie im letzten Jahr, sagte er.

Auch das Sparprogramm für Europa und dort vor allem für den Rüsselsheimer Autohersteller Opel drücken auf den Gewinn. Die Restrukturierungskosten dürften bei etwa einer Milliarde Dollar liegen. Einen ähnlichen Effekt haben Produktionskürzungen auf dem Heimatmarkt: GM hatte nach einem Absatzrückgang im November angekündigt, die US-Produktion im ersten Quartal 2005 weiter zu drosseln, um Lagerbestände abzubauen.

Auch auf das Absatzwachstum in China kann GM nicht mehr zählen. Devine sagte, er rechne damit, dass die Stagnation dort bis zur Jahresmitte anhalten werde. Er gab sich langfristig dennoch zuversichtlich: „Das hat uns ein wenig aufgehalten, aber das ist nur eine Dämpfung eines ziemlich bedeutenden Wachstumstrends.“

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