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12.09.2011

15:16 Uhr

Umfrage

Autofahrer fühlen sich schlecht behandelt

Quelle:mid

Die Straßen seien in einem zu schlechten Zustand und Radarkontrollen dienten nur der Abzocke. Das sind nur einige der schweren Vorwürfe, die deutsche Autofahrer gegen ihre Politiker erheben.

Schlagloch im Straßenbelag: Während die Unterhaltskosten fürs Auto permanent steigen, wird den deutschen Autofahrern dafür nicht unbedingt mehr geboten. Eher weniger. ZB

Schlagloch im Straßenbelag: Während die Unterhaltskosten fürs Auto permanent steigen, wird den deutschen Autofahrern dafür nicht unbedingt mehr geboten. Eher weniger.

MünchenDeutschlands Autofahrer fühlen sich hierzulande schlecht behandelt. Dies ist das Ergebnis der "Großen Verkehrsumfrage", in der die Fahrzeuglenker nicht mit Kritik sparen: Die Politik agiere nicht freundlich genug, die Straßen seien in einem zu schlechten Zustand und Radarkontrollen dienten nur der Abzocke.
Aller Unkenrufe zum Trotz bleibt das Automobil das Fortbewegungsmittel Nummer eins. Hiervon sind zumindest mehr als Dreiviertel aller Autofahrer Deutschlands überzeugt. Doch was liegt ihnen sonst noch am Herzen, was muss sich im Verkehrsalltag verändern? Diesen Fragen ist nun der Autoclub "Mobil in Deutschland" in seiner "Großen Verkehrsumfrage" nachgegangen. Das einhellige Ergebnis des automobilen Rundumschlags: Autofahrer fühlen sich schlecht behandelt.

76 Prozent der Umfrageteilnehmer sind demnach der Meinung, dass die nationale Politik nicht genügend für deutsche Autofahrer tut. Insbesondere die Umweltpartei "Bündnis 90/Die Grünen" wird als besonders autofeindlich angesehen, was zweifelsohne auf radikale Forderungen wie einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h in Städten zurückzuführen ist. Auch das viel geforderte, generelle Tempolimit auf Autobahnen lehnen 82 Prozent der Fahrzeuglenker ab. Ebenso wenig wie von den deutschen Volksvertretern sind Autofahrer von der EU überzeugt: 65 Prozent glauben, dass die europäischen Behörden in Brüssel nicht autofahrerfreundlich wären.

Selbst von ihren Autoclubs fühlen sich die Fahrzeuglenker nicht ausreichend vertreten. Obwohl fast 20 Millionen Deutsche in solchen Clubs organisiert sind, empfinden nur 41 Prozent der Befragten die Lobbyarbeit als angemessen und den eigenen Interessen entsprechend.

Die vermeintlich schlechte Arbeit von Politik und Interessenvertretern zeigt sich im Straßenverkehr. 64 Prozent der Umfrageteilnehmer bemängeln den Zustand der Autobahnen, 81 Prozent glauben nicht an den Nutzen der mittlerweile zuhauf eingerichteten Umweltzonen in Innenstädten. Radarkontrollen werden mehrheitlich als Abzocke angesehen. 92,4 Prozent sehen hierin keinen Sicherheitsgewinn. 85 Prozent fordern deshalb, solche Kontrollen zu unterbinden, wenn sie nur das Staatssäckerl füllen sollen.

Aufgeschlossener gibt man sich hierzulande gegenüber Lang-Lkw. 88 Prozent meinen, der Güterverkehr müsse effizienter und umweltfreundlicher werden. Eine mögliche Reaktion ist die Einführung sogenannter Gigaliner. 58 Prozent der Befragten befürworten die alsbald startenden Tests mit den bis zu 25,25 Meter langen Trucks auf deutschen Autobahnen, 38 Prozent lehnen diese ab.

Ganz im Zeichen der Umwelt steht auch der Hang zur Elektromobilität. Zwar sind die Kaufabsichten noch verhalten, nur 13 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen sich in den nächsten fünf Jahren ein E-Mobil zulegen. Doch aller Anfang ist bekanntlich schwer. 87 Prozent verlangen deshalb eine staatliche Förderung umweltfreundlicher Technologien. Neben einer Steuerbefreiung kann dies vor allem durch einen Kaufzuschuss gelingen, aber auch nicht-monetäre Anreize wie die Benutzung von Busspuren ist denkbar. An der Umfrage haben 2.238 Personen teilgenommen.

Kommentare (2)

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LJA

12.09.2011, 20:08 Uhr

Dann sollten die Autofahrer auch endlich einmal die entsprechenden Konsequenzen ziehen und die Autofahrerhasser bei den Wahlen abstrafen. Aber vermutlich ist die geballte Macht aus linken Politikern, Lehrern, Universitätsbeschäftigten und Medienschaffenden in diesem Land schon zu groß, als das die Menschen es noch wagen würden, ihre eigenen Interessen zu vertreten.

Der_Fetisch_ist_tot

12.09.2011, 22:26 Uhr

Erschreckend ! Entweder ist die statistische Basis falsch
oder 80% der genannten Autofahrer sind Psychopathen.
Allein diese dämliche Frage nach der Notwendigkeit eines
Tempolimits stellt sich überhaupt nicht, jeder Mensch der
in NRW täglich eine Autobahn nutzt wird sie sich nie
stellen:
Der Bordcomputer in meinem KFZ nennt meist Geschwindigkeiten
zwischen 40 und 50 km/h, bei einer 90% Nutzung von
sogenannten Autobahnen. Was sich dabei auf der linken
Spur abspielt spottet jeder Beschreibung: Deppen von
BMW und Audi Fahrern kämpfen bis aufs Blech um jeden cm
damit sie dann (vielleicht) 52km/h erreichen. Wozu?
Das man mit einer gleichmäßigen Geschwindigkeit einer
höheren Durchfluss erreicht, sollte auch der letzte
Hauptschüler in diesem Lande begriffen haben. "freie Fahrt
für freie Bürger" geht's noch ?
Über 90% halten Kontrollen für Abzocke?
Das ist wohl eher eine Frage der persönlichen Intelligenz !
Beim Finanzamt werde ich abgezockt, weil ich dort Abgaben
zahlen muss deren Höhe und Bezug ich nicht bestimmen kann.
Meine KFZ Geschwindigkeit kann ich doch selbst bestimmen,
oder ist das auch eine elementare Freiheit das man mit 60
und mehr durch eine Tempo 30 Zone knallen muss?

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